Israel-Lobby benützt die diskreditierte Antisemitismus- Definition um die Debatte mundtot zu machen

Das Arbeitspapier der EU über die Definition von Antisemitismus wurde von der EU nie verabschiedet. Dennoch wird es immer wieder benutzt, als ob es sich um eine von der EU für gültig gehaltene Definition handelt, hauptsächlich um die Palästina-Solidaritätsarbeit zu verunglimpfen. Der Artikel „Israel lobby uses discredited anti-Semitism definition to muzzle debate“ von Ben White vom 28. September 2012,  veröffentlicht auf ei,  klärt den Ursprung der Definition.
Dank an M. Kunkel, Pako, palaestinakomitee-stuttgart.de für die Übersetzung ins Deutsche.

In der Verwaltung der Universität von Kalifornien wird darüber nachgedacht welche Maßnahmen gegen Reden und Aktivitäten die mutmaßlich antisemitisch sind, ergriffen werden können. Es wird überlegt, ob einem sieben Jahre alten Dokument zugestimmt werden soll, das obwohl es keinen offiziellen Status hat, oft als die „Arbeitsdefinition von Antisemitismus der Europäischen Union“ bezeichnet wird.

Obwohl die Verwaltung zu erkennen gegeben hat, dass es darum geht jüdische Studenten zu schützen, weist genaues Hinsehen daraufhin, dass die tatsächlichen Gründe darin liegen, Solidaritätsaktionen für Palästina und Kritik an Israel im Unterrichtsraum zu unterdrücken.

Im Juli wurde ein Bericht des Beratungsgremiums der Universität zur Atmosphäre auf dem Campus, Kultur und Inklusion veröffentlicht: (forward.com/news/160355/u-of-calif-weighs-banning-hate-speech/?p=all) Richard Barton, Vorsitzender für Bildungsangelegenheiten der Anti-Defamation-League – einer der mächtigsten pro-Israel Lobbygruppen Amerikas, ist Co-Direktor des Gremiums.

Der Bericht der ADL behauptet, dass Palästina-Solidaritätaktionen das Gefühl jüdischer Studenten dazuzugehören untergrabe und eine feindliche Umgebung erzeuge.

Die Empfehlungen des Berichts beinhalten die Übernahme einer Definition von Antisemitismus um gegenwärtige Vorkommnisse zu identifizieren, die dann von der Universitätsverwaltung für ihre Nicht-Diskriminierungs- oder Anti-Bedrohungsstrategie gebilligt würde.

Der Bericht erwähnt speziell „eine Arbeitsdefinition von Antisemitismus“ die von der Europäischen Union entwickelt wurde, eine Referenz zu einem im Jahr 2005 verfassten Entwurf, den das Zentrum European Union’s Monitoring Centre on Racism and Xenophobia, mit Sitz in Wien publiziert hatte. Später wurde das Zentrum in Fundamental Rights Agency umbenannt. (electronicintifada.net/tags/eu-monitoring-center-racism-xenophobia)

Eine der zionistischen Gruppen die dies enthusiastisch begrüßte, war StandWithUs, deren Vorsitzende Roz Rothstein die Idee einer „Definition von Antisemitismus“ eine der wichtigsten Empfehlungen des Reports nannte. (standwithus.com/news/article.asp?id=2380) Die Referenz zur „Arbeitsdefinition der EU“ behauptete sie erkenne an, dass antiisraelischer Extremismus eine Form eines „neuen Antisemitismus“ sei.

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