Kein Platz für Rassisten in unseren Reihen!

In einem offenen Brief wenden sich palästinensische Vereine und andere Gruppen gegen rechtsgesinnte Menschen und Parolen auf ihren Veranstaltungen.

Unser Einsatz für die palästinensische Sache ist geprägt von der Überzeugung, dass es sich um einen Kampf für Freiheit, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit für alle Menschen im historischen Palästina und der gesamten Region handelt. Mögen die individuellen Beweggründe für diesen Einsatz verschieden sein, so sind wir doch geeint in unserem Prinzip, dass wir für ein Palästina kämpfen, das frei von Gewalt und Diskriminierung ist.

Schon 1974 hat Yassir Arafat in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung für die Grundsätze des palästinensischen Freiheitskampfes treffende Worte gefunden, als er erklärte,

„(…) Wir alle kämpfen, damit Juden, Christen und Muslime gleichberechtigt leben können, die gleichen Rechte genießen dürfen, und die gleichen Verpflichtungen haben, und zwar frei von ethnischer oder religiöser Diskriminierung. (…) Ich verkünde vor Ihnen, dass wenn wir von unseren gemeinsamen Hoffnungen für das zukünftige Palästina sprechen, wir in unserer Perspektive alle Juden einschließen, die sich dafür entscheiden, mit uns in Frieden und ohne Diskriminierung zu leben.“

Das ist heute immer noch aktuell!

In dem Wissen darum, dass Zionismus eine Form kolonialistischen Rassismus ist, könnten wir nicht für die Freiheit Palästinas kämpfen, wenn wir hier Rassismus dulden.

Daher sagen wir in aller Deutlichkeit:

Wir werden keine rassistischen Gruppen oder Parolen auf unseren Veranstaltungen tolerieren!

Denn heute tun die Rassisten und Rassistinnen so, als seien sie für die Palästinenser_innen. Gleichzeitig begrüßen sie die Abschiebung von Flüchtlingen, ebenso wie den Rassismus gegen arabische und jüdische Menschen und andere Minderheiten.

Wir wissen, dass diese Art von „Solidarität“ keine respektvolle und ernsthafte Sache ist. Wir wissen, dass viele rechte Gruppierungen auf dem Rücken der Palästinenser_innen ihren eigenen Antisemitismus austragen. Das werden wir nicht zulassen.

Wir wissen auch, dass viele rechte Gruppierungen andere Bevölkerungsgruppen und/oder ethnische Minderheiten diskriminieren und verfolgen. Auch das ist nicht im Sinne unseres Kampfes für Palästina.

Wir brauchen keine falschen Freunde! Eine Vereinnahmung unserer gemeinsamen Sache von rechts stellt uns in ein falsches mediales Bild und ist gefährlich, weil wir unsere jungen Menschen davor schützen wollen in falsche Hände zu geraten. Es ist unsere Pflicht sie davor zu schützen!

Daher wehren wir uns ausdrücklich gegen die Beteiligung von Gruppen wie z.B.

den Grauen Wölfen/MHP, also türkische Rechtsextreme, die u.a. für die Verfolgung von Kurden und Armeniern verantwortlich sind

der sogenannten „Montagsdemonstrationen“, auf der sich neben rechten Verschwörungstheoretikern auch die NPD und Herausgeber der „Compact“ finden, einem Magazin, in dem u.a. Thilo Sarrazin und Eva Hermann publiziert haben, und eine klare Distanzierung der Organisatoren hiervon bisher ausgeblieben ist

Neo-Nazis und deren Parteien und Organisationen wie z.B. Die Rechte, Freie Nationalisten, Aktionsbund Regensburg,

Sorgen wir gemeinsam dafür, dass Rassismus und falsche Solidarität verbannt werden – hier und heute! Zusammen kämpfen wir für ein respektvolles Miteinander, Gleichheit, Solidarität und Frieden – hier und überall!

Erstunterzeichner:

• Palästina Netzwerk Berlin

• BDS Berlin

• SDS Berlin

• BAB Berlin Academic Boycott of Israel

• Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost

• Deutsch-Palästinensische Gesellschaft e.V.

• Vereinigung der Freunde Palästinas in Sachsen-Anhalt e.V.

• PSV Palästinensischer Studentenverein Berlin – Brandenburg e.V.

• Deutschland für Palästina

Kontakt: palaestinanetzwerkberlin@lists.riseup.net

siehe auch:

10. August 2014:

RedGlobe:
Jüdische und palästinensische Verbände: Kein Platz für Rassisten in unseren Reihen!

Berliner Zeitung:
Vor Gaza-Demonstrationen am Samstag Palästinenser verurteilen Antisemitismus