Schließt Euch der BDS-Bewegung an!

Warum sollte ich mich dem Boykott von Israel anschließen?

Weltweit haben es Regierungen versäumt, Israel für seine Verbrechen die Unterstützung zu entziehen und Druck auf Israel auszuüben, damit es Völkerrecht und Menschenrechte respektiert.

Die palästinensische BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestition und Sanktionen) ist ein wirkungsvolles strategisches Instrument, Israel durch koordinierten, gezielten Konsumboykott und Kampagnen gegen Unternehmen und Institutionen, die die verbrecherische Politik Israels mittragen, zu isolieren.

Die wichtigsten BDS-Erfolge können auf der Zeitleiste unter www.bdsmovement.net/timeline aufgerufen werden. In Südafrika trugen Boykott und Sanktionen zur Überwindung der Apartheid bei!

Was soll ich boykottieren?

Auf dem Markt gibt es Tausende von Konsumgütern israelischer Unternehmen oder internationaler Firmen, die an Israels Menschenrechtsverletzungen beteiligt sind. Am wirkungsvollsten sind Konsumboykotte, die gezielt und strategisch vorgehen, auf korrekten Fakten beruhen und eine breite Unterstützung zulassen.

Die wirkungsvollsten sind Verbraucherboykotte, die Teil einer umfassenderen Kampagne mit greifbaren Zielen sind, indem z.B. Druck auf Einzelhändler ausgeübt wird, ein bestimmtes Produkt aus dem Angebot zu nehmen, oder Unternehmen aufgefordert werden, ihre Mitbeteiligung an israelischen Völkerrechtsverletzungen einzustellen.

Die konkreten Boykottziele können je nach Land variieren. Nehmen Sie Kontakt mit BDS-Gruppen in Ihrer Nähe auf, um herauszufinden, welche Ziele die Boykottbewegung in Ihrem Land verfolgt.

Zu den israelischen Konsumgütern, gegen die gegenwärtig Kampagnen laufen, zählen:

Frisches Obst und Gemüse

Obst und Gemüse gehören zu den wichtigsten Exportgüter Israels. Sie werden oft auf gestohlenem palästinensischem Land mit gestohlenem Wasser produziert. Prüfen Sie, ob die Produkte mit „Hergestellt in Israel“ ausgezeichnet sind. Zu vermeiden sind u.a. die Marken Jaffa, Mehadrin, AdaFresh, Agrexco und Hadiklaim (siehe Website von Who Profits).

SodaStream

Soda Stream, eine der bekanntesten israelischen Marken zur Herstellung von Sprudelwasser, betreibt Greenwashing, indem sie die Siedlungspolitik Israels als „umweltfreundlich“ verkauft. Die Firma produziert völkerrechtswidrig in den besetzten palästinensischen Gebieten.

SodaStream plant den Bau einer neuen Fabrik in Israel in der Nähe von Rahat, einer auf dem Reißbrett entworfenen Stadt im Naqab (Negev-Wüste), in die palästinensische Beduinen gegen ihren Willen zwangsumgesiedelt werden. SodaStream macht sich mitschuldig an dieser Menschenrechtsverletzung, indem es vom Projekt profitiert. Infolge des Drucks seitens der BDS-Kampagne haben einige Einzelhändler den Verkauf von SodaStream eingestellt.

Ahava

Ahava ist ein Kosmetikunternehmen in einer illegalen israelischen Siedlung. Aufgrund des Drucks der BDS-Kampagne wird die Firma von einer Reihe von Groß- und Detailhändlern boykottiert. Die israelische Besatzung ist alles andere als schön!

Teva

Teva Pharmaceutical Industries ist in Bezug auf das Betriebsergebnis das größte Unternehmen Israels, das der Regierung hohe Steuereinnahmen bringt. Das Unternehmen profitiert von der israelischen Politik, die palästinensischen Gebiete als abgeschirmten Markt für medizinische Produkte aus Israel zu nutzen.

In Großbritannien und anderen Ländern haben Apotheken damit begonnen, Teva zu boykottieren. Bitten Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, Ihnen wenn möglich Alternativen zu Teva zu verschreiben!

Zu den internationalen Unternehmen, die wegen ihrer weitreichenden Verstrickung in israelische Verbrechen zu boykottieren sind, zählen:

Hewlett Packard (HP)

HP betreibt Informationstechniken für die israelische Regierung und das Militär, z.B. zur Personenidentifikation an israelischen Militärkontrollpunkten und für die israelische Marine, die die Belagerung des Gazastreifens durchsetzt. Deshalb haben kirchliche Institutionen wie die Presbyterian Church USA und die Quaker Friends Fiduciary Corporation (FFC) ihre Investitionen aus dem Unternehmen zurückgezogen. Boykottiert HP-Produkte!

Caterpillar

Bulldozer von Caterpillar werden regelmäßig bei der Zerstörung palästinensischer Häuser und landwirtschaftlicher Betriebe und bei Angriffen auf den Gazastreifen eingesetzt. Mit einem CAT-Bulldozer wurde 2003 auch die US-Friedensaktivistin Rachel Corrie in Rafah getötet. Die Presbyterian Church USA, die Quaker Friends Fiduciary Corporation (FFC) und die Church of England haben daher ihre Investitionen aus Caterpillar zurückgezogen. Kaufen Sie keine Kleider und Schuhe von Caterpillar!

Eden Springs

Mehrere Universitäten und Behörden in ganz Europa haben den Verkauf von Mineralwasser der Marke Eden Springs eingestellt, nachdem sie von Aktivisten darauf hingewiesen wurden, dass das Unternehmen eine Fabrik in einer illegalen israelischen Siedlung betreibt.

Wie soll ich entscheiden, was zu boykottieren ist und zu was ich eine Kampagne starten kann?

Hier sind ein paar Ideen, wie man ein effektives Boykottziel auswählt:

> Einfach zu erklären: Wir müssen unsere Boykott-Kampagnen auf die Unternehmen und Produkte fokussieren, die klar und direkt an Israels Menschenrechtsverletzungen beteiligt sind und am einfachsten einer breiten Anzahl von Menschen erklärt werden können.

> Breites Interesse/Wirkung: Das ideale Kampagnenziel sollte ein breit abgestütztes, vielseitiges Bündnis ermöglichen. Die Kampagne zur Annullierung von Verträgen mit der israelischen Wassergesellschaft Mekorot betrifft beispielsweise ein breites Spektrum an Kampagnen zu Umwelt und dem Widerstand gegen Privatisierungen.

> Erfolgsversprechend: Eine BDS-Kampagne sollte eine realistische Chance auf Erfolg haben. Sie geht über eine einfache Sensibilisierungskampagne hinaus und hat zum Ziel, eine internationale Firma oder Institution davon zu überzeugen, dass sie ihre Unterstützung israelischer Firmen beendet. Oder ein Unternehmen wird unter Druck gesetzt, damit es seine Mitverantwortung an israelischen Völkerrechtsverletzungen einstellt.

Der US-amerikanische Computerchip-Hersteller Intel hat Milliarden in die israelische Wirtschaft investiert und beteiligt sich damit finanziell an Israels Straflosigkeit. Intel ist derzeit allerdings kein BDS-Ziel, da das Unternehmen eine Monopolstellung in der Branche innehält und ein Konsumboykott des Unternehmens schwer durchsetzbar wäre.

Was kann ich außer dem Boykott israelischer Waren noch tun?

Gut organisierte Konsumboykotte haben sich als wirklich wirkungsvoll erwiesen. Mit der BDS-Bewegung soll darüber hinaus Druck auf andere Institutionen, Gewerkschaften und Unternehmen ausgeübt werden, damit sie sich am Boykott beteiligen und Israel akademisch, kulturell, wirtschaftlich und militärisch isolieren.

Wir setzen uns für den Desinvestition (Rückzug von Investitionen) aus Israel, israelischen Banken und Unternehmen ein; desgleichen aus internationalen Unternehmen, die an Israels Verbrechen beteiligt sind. Die BDS-Bewegung übt Druck auf die öffentliche Hand aus, keine Aufträge an Unternehmen zu vergeben, die sich an Israels Menschenrechtsverletzungen beteiligen.

BDS übt Druck auf Regierungen und internationalen Organisationen aus, Sanktionen und ein militärisches Embargo gegen Israel zu verhängen.

BDS-Kampagnen konnten bereits große Unternehmen und Investmentfonds davon überzeugen, ihre Investitionen aus Unternehmen abzuziehen, die sich an den israelischen Verbrechen beteiligen (z.B. Veolia, G4S, Alstom, Africa-Israel, Elbit Systems). Veolia und G4S haben auf die Kampagnen reagiert und angekündigt, ihre Unterstützung in gewissen Aspekten einzustellen.
Um Ideen für Kampagnen zu erhalten, schaut euch die Liste von Get Involved bzw. Neun Wege, Gaza wirkungsvoll zu unterstützen (auf Deutsch) an oder kontaktiert eine BDS-Gruppe in eurer Nähe [Deutschland, Österreich, Schweiz].

Künstler wie Coldplay, Snoop Dogg und Elvis Costello folgen der palästinensische Forderung nach einem kulturellen Boykott Israels und weigern sich, in dem Land zu spielen. Auch Stars wie Roger Waters (Pink Floyd), Danny Glover und Miriam Margolyes befürworten den Boykott Israels.

Um mehr über unsere Bewegung zu erfahren, besucht die Webseite der palästinensischen BDS-Bewegung oder deren Ableger in einzelnen Ländern [Deutschland, Österreich, Schweiz] und folgt BDS auf den Social Media (Facebook, Twitter). Gern kann man sich auch für unseren kostenlosen Newsletter und E-Mail-Updates einschreiben.

Beginnen die Strichcodes israelischer Produkte mit 729?

Ein Strichcode, der mit 729 beginnt, kennzeichnet gewöhnlich ein Produkt aus Israel. Dies ist aber nicht immer der Fall. Um festzustellen, ob ein Produkt aus Israel ist, sollte man am besten auf die Herkunftsbezeichnung „Made in Israel“ achten oder die Händler fragen, ob sie garantieren können, dass ein Produkt nicht aus Israel stammt.

Zentral für die BDS-Kampagne sind glaubwürdige Quellen, die eine direkte Komplizenschaft eines Unternehmens mit israelischen Völkerrechtsverletzungen beweisen.

Ruft die BDS-Bewegung zum Boykott aller israelischen Produkte oder einfach nur Produkte und Unternehmen aus illegalen israelischen Siedlungen auf?

Wie die Anti-Apartheid-Bewegung in Südafrika ruft auch die BDS-Bewegung zum Boykott aller israelischen Produkte auf. Zum Beispiel rufen wir zum Boykott aller israelischen Früchte und Gemüse auf, unabhängig davon, ob sie in Israel oder in einer illegalen israelischen Siedlung produziert wurden.

Einige unserer größten Kampagnen richten sich jedoch gegen Unternehmen, die sich in illegalen israelischen Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten befinden. Denn es ist leichter, breite Unterstützung für Kampagnen gegen Unternehmen zu mobilisieren, die sehr offensichtlich an israelischen Völkerrechtsverletzungen beteiligt sind, und Druck auf Unternehmen und staatlichen Entscheidungsträger aufzubauen, damit sie aktiv werden.

Dies ist Teil einer schrittweisen BDS-Strategie, die auf die jeweiligen Erfolge aufbaut, wenn es gelingt, ein Unternehmen oder eine Regierung dazu zu bewegen, ihre Unterstützung an Israel einzustellen. Die BDS-Bewegung wächst laufend, und mit ihr unsere Ambitionen und Fähigkeiten, immer umfassendere Ziele zu erreichen. Die Kampagnenziele werden regelmäßig überprüft und der wachsenden BDS-Bewegung angepasst.

Ich habe gehört, dass Coca-Cola, McDonalds und Starbucks eine Menge Geld an Israel geben? Sollte ich diese Unternehmen boykottieren?

Der globale Charakter der heutigen Wirtschaft bedeutet, dass es Tausende von Unternehmen gibt, die Beziehungen zu Israel unterhalten und in unterschiedlichem Ausmaß an Israels Völkerrechtsverletzungen beteiligt sind.

Wirkungsvolle BDS-Kampagnen basieren auf genauen Recherchen. Im Internet zirkulieren viele Infos, wonach Großkonzerne Israel finanziell unterstützen. Manchmal erweist sich das als bloßes Gerücht. Manche AktivistInnen rufen beispielsweise zum Boykott von Starbucks auf. Doch Starbucks hat keine Filialen in Israel und bestätigt offiziell, dass es Israel nicht unterstützt.

Unternehmen wie Coca-Cola und McDonald’s haben gegenwärtig keine Priorität für die BDS-Bewegung. Wir konzentrieren uns auf Unternehmen, die bei der Aufrechterhaltung der israelischen Völkerrechtsverletzungen eine eindeutige und direkte Rolle spielen und bei denen eine greifbare Wirkung möglich ist. Wir müssen strategisch vorgehen und an die nachhaltige, langfristige Wirkung auf Israels Besatzungsregime, Siedlerkolonialismus und Apartheid denken. So können wir am besten zu Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung der PalästinenserInnen beitragen.

Veröffentlicht durch das Palestinian Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) National Committee, ein breites Bündnis aus palästinensischen Parteien, Gewerkschaften, NGOs und Sozialbewegungen, das auf palästinensischer Seite die Ansprechstruktur für die internationale BDS-Bewegung gegen Israel ist.

Übersetzung ins Deutsche: BDS Schweiz

Quelle: http://www.bdsmovement.net/make-an-impact