„Wir wollen nicht feststellen, dass wir uns in der selben Position befinden wie das Südafrika der Apartheid.“

Ein Bericht über die erste nationale Konferenz gegen BDS (Dank an BDS Schweiz für die deutsche Übersetzung – in Auszügen) in Israel.

Vollständiger Artikel von Antony Loewenstein auf Mondoweiss / Englisch

 

Einer der grössten Zeitungen in Israel lud am 28 März 2016 zur ersten nationalen Konferenz gegen die BDS-Bewegung in Jerusalem ein. Yedioth Ahronoth, die auch die Webseite Ynet betreibt, organisierte eine ganztägige Veranstaltung, an der die meisten führenden Politiker_innen und viele Künstler_innen aus Israel teilnahmen. Angst, Paranoia, Wut und Zielstrebigkeit waren bei allen Redner_innen auf dem Podium und Zuhörer_innen deutlich zu spüren. Die BDS-Bewegung hätte sich keine bessere Werbung für ihre Anliegen erhoffen können.

Die Redner_innen bestätigten entweder die Bedrohung durch BDS oder argumentierten hingegen, dass die Bewegung nicht zu ernst genommen werden soll. Verwirrung herrschte über die beste Art und Weise ein Problem anzugehen, das sich nicht mit konventionellen militärischen Mitteln zerstören lässt. Ron Yaron, der Chefredakteur von Yedioth Ahronoth, wies darauf hin, dass BDS nicht unterschätzt werden sollte. Er habe „das Gefühl, dass man markiert wurde“ und sagte: „Wir wollen nicht in zehn Jahren aufwachen und feststellen, dass wir uns in der selben Position befinden wie das Südafrika der Apartheid.“ Rasch verwarf er aber jeden Vergleich zwischen den beiden Staaten.

Es war ein surrealer Tag, gefüllt mit dem festen Beschluss, BDS zu bezwingen. Die Teilnehmer_innen waren jedoch offensichtlich nicht in der Lage, den Grund für den weltweiten Erfolg der Bewegung zu verstehen. Antisemitismus war der meistgenannte Erklärung. Die momentane Verfassung des jüdischen Israels ist nationalistisch, kriegerisch, voller Angst und Verachtung gegenüber den Palästinenser_innen, militaristisch und intolerant gegenüber anderen Meinungen. Und die internationalen Medien werden beschuldigt, für das schlechte Bild Israels auf der ganzen Welt verantwortlich zu sein.