Es ist wie in der Malerei – selbst die beste Fälschung ist eben nicht das Original

Ankündigung eines weiteren Artikels über die BDS-Bewegung in der Jerusalem Post

Ein offizieller Mitarbeiter der Jerusalem Post arbeitet wohl an einem „Bericht über eine BDS-Demonstration“ in Berlin. Gemeint ist die Protestaktion gegen SodaStream vor GALERIA Kaufhof am Alexanderplatz vom 26. August 2016.

Auf der von BDS Berlin aufgerufenen Protestaktion auf dem Alexanderplatz vor der GALERIA Kaufhof wurde auf Transparenten, Plakaten und mit Sprechchören auf die Kampagne gegen SodaStream aufmerksam gemacht. In dem verteilten Flugblatt heißt es unter anderem:

„SodaStream profitiert von der andauernden Ghettoisierung der beduinischen Bevölkerung, die in dem sogenannten Prawer Plan der israelischen Regierung angelegt ist; 70.000 BeduinInnen sollen aus ihrer gewohnten Umgebung in der Naqab (Negev-) Wüste vertrieben und in Planstädten zusammengepfercht werden.“

„SodaStream war jahrelang an der Kolonialisierung palästinensischen Landes beteiligt. Von 1996 bis September 2015 hat das Unternehmen in der Industriezone Mishor Adumim der Siedlung Ma´aleh Adumim Trinkwassersprudler produziert. SodaStream hat direkt zum Erhalt und zum Ausbau dieser Siedlung beigetragen, deren Errichtung, wie die aller israelischen Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten, gegen das Völkerrecht verstößt.“

Doch diese Inhalte interessieren nicht, jedenfalls nicht die Jerusalem Post. Haltlose Anschuldigungen und falsche Behauptungen sind da schon reißerischer.  Die Diffamierung einer weltweiten Bewegung, die Israels Politik der Kolonisation, Apartheid und Unterdrückung der Palästinenser*innen anklagt und zu Boykott, Desinvestitionen (Investitionsabzug) und Sanktionen von Firmen und Institutionen, die von dieser Politik profitieren, aufruft, bis auch Israel und seine Regierung Internationalem Recht und den universellen Prinzipien der Menschenrechte nachkommen, hat in Deutschland, auch anderswo, Hochkonjunktur.

Dabei bedarf es keineswegs eines ausgeprägten Intellekts um die weltweite BDS-Bewegung zu begreifen.

Als mit dem Ausbruch der 2. Intifada  Palästinenser*innen innerhalb und außerhalb Palästinas ihre Illusionen über den Oslo-Prozess und die Absichtserklärungen der  internationalen Staatengemeinschaft  begruben und über eine wirksame Strategie von unten nachdachten, rieten südafrikanische Antiapartheidaktivist*innen  zu einer ähnlichen internationalen Kampagne für gleiche Rechte wie die, die in Südafrika zum Erfolg geführt hatte.

Ähnlich dem Kampf gegen die Apartheid in Südafrika rief im Juli 2005 ein breites Bündnis palästinensischer zivilgesellschaftlicher Gruppen und Organisationen internationale Organisationen und alle rechtschaffenen Menschen auf der ganzen Welt dazu auf, israelische und internationale Unternehmen, die von der Besatzung, Entrechtung und Vertreibung der Palästinenser profitieren, so lange zu boykottieren sowie mit Desinvestition (Kapitalentzug) und Sanktionen zu belegen, bis Israel Internationalem Recht und den universellen Prinzipien der Menschenrechte nachkommt.

Die Bewegung hat sich seither rasant entwickelt und ist erfolgreich – für Israel offenbar eine beängstigende Tatsache, wie die jüngsten Ankündigungen und Maßnahmen der israelischen Regierung zeigen.

Anstatt den Forderungen der palästinensischen Zivilgesellschaft von 2005 nachzukommen, bekämpfen die israelische Regierung und ihre Unterstützer*innen die weltweite BDS-Bewegung mit allen Mitteln. Verbissen halten sie an ihrer Politik der Vertreibung, Kolonisierung und Apartheid fest. Ähnlich wie Südafrika in der Zeit der Apartheid, eskaliert Israel seine Angriffe gegen alle, die sich für gleiche Rechte und Gerechtigkeit einsetzen. Die Welt hat sich damals von Südafrika abgewendet. Südafrika wurde auf allen Ebenen boykottiert, bis die weiße Regierung Südafrikas einlenkte und einen Wandel hin zu einer demokratischeren Gesellschaft vollzog.

Die BDS-Bewegung wird sich durch Diffamierungen und falsche Behauptungen nicht stoppen lassen. Immer mehr Menschen erkennen Ungerechtigkeiten, wenn sie sie sehen. Der Zuspruch, den die Bewegung weltweit, so auch am vergangenen Donnerstag von zahlreichen Passant*innen in Berlin, erfährt, zeigt, dass ein Ende der Unterdrückung und Diskriminierung  der Palästinenser*innen vielen Menschen ein Anliegen ist. Die Möglichkeit, die Palästinenser*innen in ihrem Kampf um Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit zu unterstützen,  gibt jeder und jedem inzwischen ein Mittel zum eigenen Handeln in die Hand.

Daher:

Boykottiert SodaStream!

Boykottiert Hewlett Packard (HP)!

Boykottiert alle Firmen und Einrichtungen, die von der Besatzung, Kolonisierung und ethnischen Säuberung Palästinas profitieren!

Wer wissen möchte, woher die BDS Kampagne kommt, welche Ziele sie verfolgt und welche Methoden dafür angewendet werden, der kann sich direkt auf den Webseiten von www.bdsmovement.net und www.bds-kampagne.de informieren.

Es ist wie in der Malerei – selbst die beste Fälschung ist eben nicht das Original!

Die Redaktion von www.bds-kampagne.de

Berlin, 27. August 2016