Palästinenser*innen üben scharfe Kritik an der Verzögerungstaktik der FIFA gegenüber den israelischen Siedlungen

09. Mai 2017 – Heute hat sich die FIFA erneut dem israelischen Druck gebeugt.  Die Pressemitteilung der FIFA macht deutlich, dass sie auf ihrem bevorstehenden Kongress die Frage der israelischen Fußballvereine in den illegalen Siedlungen im besetzten palästinensischen Territorium von ihrer Agenda gestrichen hat, es sei verfrüht in dieser Angelegenheit eine Entscheidung zu fällen.

Hind Awwad, Sprecherin der palästinensischen Kampagne für den akademischen und kulturellen Boykott Israels (PACBI), sagte:

Die FIFA sollte sich darüber im Klaren sein, dass verzögertes Recht verweigertes Recht ist. Israels Repression des palästinensischen Sports und der Athlet*innen hat keinen Platz im Weltfußball. Israel sollte seine Fußballvereine nicht auf gestohlenem palästinensischem Land gründen. Es sollte nicht palästinensische Stadien bombardieren, palästinensische Athlet*innen gewaltsamen Übergriffen aussetzen und ihre Bewegungsfreiheit einschränken oder willkürlichen verhaften und dabei Straflosigkeit genießen. Israel hat es überdeutlich klar gemacht, dass es nicht die Absicht hat, die palästinensischen Rechte auf oder außerhalb des Feldes zu respektieren. Die FIFA hat sich in beschämender Weise dem israelischen Druck gebeugt und wendet weiterhin doppelte Standards an. Damit konterkariert die FIFA die von ihr selbst bekräftigte Verpflichtung, die Menschenrechte zu achten.

Seit zwei Jahren hat sich die FIFA vor der Verantwortung gedrückt und es dem Israelischen Fußballverband gestattet, die Statuten der FIFA zu verletzen, indem er Fußballteams aus den illegalen israelischen Siedlungen, die auf  besetztem palästinensischem Land gebaut wurden, in seinen Verband aufnahmen.  Nachdem sie sich immer wieder von Israel hat einschüchtern lassen, hatte die FIFA die Chance, ihren erbärmlichen Ruf zu korrigieren. Aber es scheint, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino auf dem korrupten Pfad seines Vorgängers wandelt.

Ungeachtet der Kapitulation der FIFA vor Israel hat der  palästinensische Fußballverband (PFA) für Donnerstag einen Antrag in den FIFA-Kongress eingebracht (Punkt 14.3 der Tagesordnung). Die FIFA wird wohl darüber abstimmen müssen, denn Israel benötigt die Zustimmung von drei Viertel aller anwesenden Mitgliedsverbände, um den Antrag der PFA zu blockieren.

Hind Awwad fügte hinzu:

Die FIFA-Kongressmitglieder haben die Chance und die Verantwortung, auf der rechten Seite der Geschichte zu stehen, indem sie über diesen Antrag abstimmen. Wir fordern die FIFA-Mitglieder auf, die palästinensischen Rechte zu wahren und für die Aussetzung der israelischen Mitgliedschaft zu stimmen, aufgrund Israels anhaltender Missachtung der FIFA-Statuten und ihrer völligen Ablehnung, die Siedlungsmannschaften aus dem besetzten palästinensischen Land aus ihrer Liga auszuschließen. Die FIFA betreibt eine unmissverständliche Politik gegen Rassismus und hat eine historische Rolle im Kampf gegen die Apartheid gespielt. Südafrikas Apartheidregime wurde aus der FIFA ausgeschlossen. Warum auf Israel nicht denselben Standard anwenden?
Die palästinensische Kampagne für den akademischen und kulturellen Boykott Israels (PACBI) begann 2004, um sich im Kampf für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit für alle Palästinenser*innen einzubringen. PACBI befürwortet den Boykott israelischer akademischer und kultureller Institutionen angesichts deren tiefer und anhaltender Mittäterschaft  bei Israels Verleugnung palästinensischer Rechte, wie sie im Völkerrecht vorgeschrieben ist. Besucht unsere website unter https://bdsmovement.net/pacbi und folgt uns auf Twitter @PACBI

Quelle: Palestinians Slam FIFA’s Delay Tactics on Israeli Settlements

Übersetzung: Redaktion www.bds-kampagne.de


Zum Thema: Legal status of Israeli football clubs located in the occupied Palestinian territory and ensuing legal consequences for FIFA – Professor Andreas Zimmermann

…any decision by FIFA… to disregard the illegality of the Israeli settlements under international law, would itself be quintessentially political and would contribute to the continued violation of international law. By not taking action, it would be FIFA that would take a political decision.” (S. 24)

 

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