Free Palestine FFM zur Resolution des Studierendenparlaments der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main zur internationalen BDS-Kampagne

5. August 2017
Das Studierendenparlament der Goethe-Universität Frankfurt hat es nun geschafft eine Resolution gegen BDS (Boykott, Sanctions, Disinvest) zu veröffentlichen und umgehend hat es die Jerusalem Post auf ihre Titelseite gepackt (gestern, 04.August 2017). Das bejubelt nun der ASTA.

Diese so genannte Resolution beinhaltet kein weiteres Argument, als das gleiche von CDU-Bürgermeister unserer Stadt Uwe Becker immer wiederholte: Boykottaufrufe gegen Israel erinnerten sie an „Kauft nicht bei Juden“ der Nazis.

Offensichtlich möchten die prozionistischen Kräfte in FFM weder über Besatzung, noch über Landnahme, noch über Vertreibung, noch über täglichen Menschenrechtsverletzungen und nicht zuletzt eine zutiefst reaktionäre und aggressive Stimmung gegen Palästinenserinnen und Palästinensern in Israel sprechen.

Vielmehr machen sie es sich hier in der BRD lieber in den Reihen des volksgemeinschaftlichen „Wir-haben-doch-aus-der-Geschichte-gelernt“-Geschichtsrelativismus bequem. Ihre Lehre aus der Geschichte lautet also: die planmäßige Vernichtung von über 6 Millionen Menschen jüdischer Herkunft, aufbauend auf einen Antisemitismus der die Vertreibung und Auslöschung von Jüdinnen und Juden propagiert und umgesetzt hat, war Peanuts?

Die Gleichsetzung mit dem Boykottaufruf der BDS, das sich genau gegen solche menschenfeindlichen Aggressionen richtet, ist nichts anderes als Relativierung des Antisemitismus und des Holocausts. Es übersieht bzw. ignoriert die Frage der Macht: Waren doch damals die Nazis auf der Machtseite – das gesamte deutsche Kapital unterstütze die Kriegs- und Vernichtungsziele -, sind es heute die Palästinenserinnen und Palästinenser genau nicht. Israel ist eine Wirtschafts- und Militärmacht, nicht nur in der Region, sondern auch weltweit. Kurz und gut: hiermit hat das Studierendenparlament der Frankfurter Uni mal wieder vorgeführt, welche reaktionäre Haltung sie bereit ist einzunehmen. Eine Überraschung ist es jedoch nicht.

Quelle: https://www.facebook.com/freepalestine.ffm/ Eintrag vom 5. August 2017


Resolution des Studierendenparlaments der JWG Universität Ffm zur internationalen BDS-Kampagne