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	<title>Ballhaus Naunynstraße-Archiv - BDS-Kampagne</title>
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	<description>Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen</description>
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	<title>Ballhaus Naunynstraße-Archiv - BDS-Kampagne</title>
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	<item>
		<title>Offener Brief israelischer und jüdischer Kulturschaffender in Berlin</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/offener-brief-israelischer-und-juedischer-kulturschaffender-in-berlin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Oct 2016 10:45:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Offene Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[After the Last Skay]]></category>
		<category><![CDATA[Ballhaus Naunynstraße]]></category>
		<category><![CDATA[BDS-Bewegung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>25. Oktober 2016 (English below) Wir, jüdische und israelische Kulturschaffende, Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen, die in Berlin leben oder hier aktiv</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/offener-brief-israelischer-und-juedischer-kulturschaffender-in-berlin/">Offener Brief israelischer und jüdischer Kulturschaffender in Berlin</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>
<p><img decoding="async" class="alignleft size-medium" src="https://scontent-fra3-1.xx.fbcdn.net/v/t1.0-1/p160x160/14681735_1138062629580541_2458266252360788057_n.jpg?oh=ea16767b7c171960d07344e33fa6d26b&amp;oe=589070F7" alt="" width="160" height="160" />25. Oktober 2016<br />
<em>(English below)</em></p>
<p>Wir, jüdische und israelische Kulturschaffende, Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen, die in Berlin leben oder hier aktiv sind, nehmen hiermit Stellung zu den beunruhigenden Äußerungen mehrerer Organisationen, Journalisten und Politiker, die das Recht auf freie Meinungsäußerung in Bezug auf den Israel-Palästina-Konflikt in Frage gestellt haben.</p>
<p>Viele von uns haben Israel verlassen, weil wir das zunehmend beängstigende Klima der Einschüchterung von Kritiker_innen der Besatzungspolitik und der zunehmenden Einschränkungen der Redefreiheit nicht mehr ertragen können oder wollen.</p>
<p><span id="more-8059"></span></p>
<p>Seit mehreren Jahren versucht die rechtsnationalistische Netanjahu-Regierung, progressive und palästinensische Stimmen zum Schweigen zu bringen. So wurden öffentliche Gelder für israelisch-palästinensische Kulturinstitutionen gestrichen, oppositionelle Künstler_innen seitens rassistischer Organisationen bedroht und kritische Stimmen in Universität und Medien wurden und werden unter extremen Druck gesetzt.</p>
<p>Wir haben immer gehofft und es in den vergangenen Jahren teilweise auch so erlebt, dass Berlin ein Ort ist, an dem Debatten möglich sind. Angesichts der bedrückenden Entwicklungen in Israel, sind wir entsetzt, nun auch in dieser Stadt zu erleben, dass kritische Äußerungen zu Israels Besatzungspolitik ähnlich unsachlich als “Israel-Hass” oder „antisemitisch“ gebrandmarkt werden. Noch befremdlicher ist es für uns, dass die Rufe nach politischer Zensur auch von Parteimitgliedern und Organisationen kommen, die sich keineswegs in der rechtsnationalistischen Ecke verorten, oder sich sogar als Linke bezeichnen.</p>
<p>Anlass für unseren Brief ist die aktuelle öffentliche Kampagne gegen das Ballhaus Naunynstraße und das von ihm mitgetragene palästinensische Kunstfestival “After the Last Sky”, in dem angeblich “anti-israelische Hetze” toleriert wurde. Einmal abgesehen von den Verleumdungen in diesem Zusammenhang, das Festival oder einzelne Beiträge seien gewaltverherrlichend gewesen, begründeten Medien und Politiker im Übrigen den Ruf nach einer Streichung öffentlicher Gelder mit kritischen Äußerungen jüdischer und palästinensischer Mitwirkender_innen über den Staat Israel im Rahmen des Festivals. Des Weiteren wurde die tatsächliche oder angebliche Unterstützung der BDS-Bewegung durch Kuratorinnen des Festivals skandalisiert.</p>
<p>Wir, die Unterzeichner_innen, sind durchaus unterschiedlicher Meinung darüber, ob Begriffe wie „Apartheid“, „Kolonialismus“ und „ethnische Säuberung“ in Bezug auf die Geschichte und Gegenwart des Staates Israel zutreffend oder nützlich sind; wir haben auch unterschiedliche Positionen zum palästinensischen Aufruf nach Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen gegen den Staat Israel; wir stellen aber fest, dass die Diskussion über diese Begriffe und die Argumente der BDS-Bewegung, legitime Bestandteile einer öffentlichen Debatte über die politische Situation in Israel-Palästina sind.</p>
<p>Eine politische Zensur gegen Einzelpersonen und Kulturinstitutionen, die einen Raum für Kritik an der israelischen Politik anbieten, lehnen wir grundsätzlich ab. Die Einschüchterungseffekte die solche Drohungen nach sich ziehen, halten wir für desaströs für die Diskussionskultur in einer freien Gesellschaft. Sie verhindern im Übrigen die notwendige Debatte über die Mitverantwortung der Bundesrepublik Deutschland für die Situation im Nahen-Osten, insbesondere für die seit fast 50 Jahren andauernde israelische Besatzung.</p>
<p>Als Juden und Israelis, die nicht umhin können, sich mit dem Themenkomplex Nahost zu beschäftigen und sich von den Entwicklungen in der Region stets betroffen fühlen, empfinden wir solche Rufe nach Einschränkung der Meinungsfreiheit als extrem bedrohlich und auch gegen unsere eigene künstlerische und akademische Freiheit gerichtet.</p>
<p>Die leichtfertige Instrumentalisierung von Antisemitismus-Vorwürfen gegen linke Israelis, Palästinenser_innen und andere, sehen wir zudem als schwerwiegendes Hindernis bei der Bekämpfung von tatsächlichen antisemitischen Tendenzen, die angesichts des Rechtsrucks in Deutschland immer notwendiger wird.</p>
<p>Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass sich in politischen Äußerungen über Israel und Palästina, Antisemitismus oder anti-muslimischer Rassismus manifestieren können. Gerade deshalb betonen wir die Bedeutung einer Diskussion, die Menschenrechte und Gleichberechtigung in den Mittelpunkt stellt. Dabei sind uns die Grundrechte der Palästinenser_innen genauso wichtig, wie die der jüdisch-israelischen Bevölkerung.</p>
<p>Das palästinensische Kunstfestival „After the Last Sky“, das von migrantischen und anti-rassistische Künstler_innen organisiert wurde, scheint uns genau diese Werte zu repräsentieren. Deshalb erklären wir unsere volle Solidarität mit dem Ballhaus Naunynstraße und mit den Kuratorinnen des Festivals.</p>
<p><strong>Liste der Unterzeichner_innen am Ende des englischen Textes</strong></p>
<p>English Translation:</p>
<p>Open letter by Israelis and Jewish cultural workers in Berlin</p>
<p>We, cultural workers, academics and activists, Jewish and Israeli, who reside or are active in Berlin, take a stand against the concerning statements made by organizations, newspapers and politicians which undermine the right to freedom of expression regarding the Israel-Palestine conflict.</p>
<p>Many of us left Israel because we could not or did not want to continue to suffer in an environment evoking fear of threats against critics of the occupation policy or increased restrictions on the freedom of expression. Since a few years ago, the right-wing—nationalist government of Netanyahu has been trying to silence progressive and Palestinian voices. Funding has been frozen to Palestinian-Israeli cultural institutions, dissident artists have been threatened by racist organizations, and critical voices in the academia and media have been under enormous pressure.</p>
<p>We always hoped, and even experienced in recent years, that Berlin is the place where an open debate is possible. In light of developments in Israel, we are upset that also in this city expressions about the Israeli occupation policy are denounced as ‘hatred of Israel’ or ‘anti-Semitism’. Moreover, this call for political censorship comes from organizations and politicians who do not define themselves as right-wing—nationalist and even identify as left-wing.</p>
<p>The reason for this letter is the current campaign against the Ballhaus Naunynstraße and the ‘After the Last Sky’ festival which was organized in partnership with people who allegedly allowed ‘anti-Israeli sentiment’. In addition to this slander were accusations that certain participants advocated violence during the festival. Politicians and the media called for withdrawing public funding on the basis of critical remarks against the State of Israel by Jewish and Palestinian participants. Moreover, the actual or alleged support of the BDS Movement by curators of the festival was scandalized.</p>
<p>We the undersigned have different opinions on concepts such as ‘apartheid’, ‘colonialism’ or ‘ethnic cleansing’ as useful or accurate descriptions of the past or present of the State of Israel. We also have different positions about the Palestinians call for boycott, Divestment and Sanctions against the State of Israel. However, we insist on a discussion of these concepts and the arguments by the BDS Movement are a legitimate part of a public debate on the political situation in Israel-Palestine. We are opposed in principle to political censorship of individuals or cultural institutions which allow a space to criticism of Israeli policy. The chilling effect of these threats is the destruction of cultural debate in open society. They also prevent the current debate on the responsibility of Germany regarding the political situation in the Middle East, and particularly on the Israeli occupation which has continued for almost fifty years.</p>
<p>As Jews and Israelis, who cannot avoid dealing with Middle Eastern topics and who are affected by regional developments, we are alarmed by calls for the restriction of free expression, directed also at our freedom of expression as academics and artists. We see the instrumentalization of accusations of anti-Semitism against left-wing Palestinians, Israelis and others as an obstacle in the fight against existing anti-Semitism, which is of particular concern today in light of the rise of the right-wing in Germany.</p>
<p>We are aware that political expressions on Israel and Palestine may also contain anti Semitism and anti-Muslim racism. This is precisely the reason we want to highlight the importance of centring the debate around human rights and equality. The basic rights of Palestinians are as important to us as those of the Jewish-Israeli population. The Palestinian cultural festival ‘After the Last Sky’ was organized by migrant and anti-racists artists, and expresses precisely these values. Therefore, we declare our full solidarity with the Ballhaus Naunynstraße and the organizers of the festival.</p>
<p><strong>Liste der Unterzeichner_innen / List of signers<br />
</strong></p>
<p>Tal Adler – Künstler und Forscher<br />
Alma Alloro – Künstlerin<br />
Udi Aloni – Regisseur<br />
Hila Amit – Schriftstellerin und Wissenschaftlerin,<br />
Yossi Bartal – Aktivist und Autor<br />
Gur Barzilai – Aktivist<br />
Andrea Bellu – Künstlerin<br />
Matei Bellu – Wissenscahftler<br />
Noam Ben Chorin- Aktivist<br />
Irad Ben Isaak – Soziologe und Literaturwissenschaftler<br />
Sivan Ben Yishai – Theaterregisseurin<br />
Gabriel Ben Moshe – Künstler<br />
Yaara Benger Alaluf – Wissenschaftlerin<br />
Avi Berg – Künstler<br />
Vered Berman – Studentin<br />
Iddo Bet-Hallahmi – Student<br />
Hannah Black – Autorin und Künstlerin<br />
Micah Brashear – Lehrer<br />
Noam Brusilovsky – Theaterregisseur<br />
Zoya Cherkassky-Nnadi – Künstlerin<br />
Sidney Corbett – Komponist<br />
Tomer Dahan – Tänzer<br />
Dr. Irit Dekel – Wissenschaftlerin<br />
Tomer Dreyfuss – Akademiker<br />
Michael Evgi – Erziehungswissenschaftler<br />
Lau Feldstain – Filmmacherin<br />
Yemima Fink – Grafikdesignerin<br />
Sylvia Finzi – Künstlerin<br />
Erica Fischer – Autorin und Übersetzerin<br />
Madelon Fleminger – Autorin<br />
Amnon Friedman – Künstler<br />
Uri Ganani – Musikwissenschaftler<br />
Tomer Gardi – Schriftsteller<br />
Ori Ginat – Aktivist<br />
William Noah Glucroft – Fotograf und Journalist<br />
Gadi Goldberg – Übersetzer<br />
Maja Gratzfeld – Bildende Künsterlin<br />
Olga Grjasnowa – Schriftstellerin<br />
Harri Grünberg – Wissenschaftler<br />
Yara Haskiel – Video-Künstlerin<br />
Iris Hefets – Authorin und Psychotherapeutin<br />
Yaar Hever – Webentwickler<br />
Na’aman Hirschfeld – Historiker<br />
Sharon Horodi – Künstlerin<br />
Sapir Huberman – Künstlerin<br />
Dr. Ofri Ilany – Historiker und Journalist<br />
Dani Issler – Wissenschaftler<br />
Michal Kaiser Livne – Psychoanalytikerin<br />
Liad Houssein Kantarovicz – Performance Künstlerin<br />
Elad Lapidot – Dozent für Philosophie<br />
Angelika Levi – Filmmacherin<br />
Ruth Luschnat – Aktivistin<br />
Gal Katz – Philosoph<br />
Yosi Lampel – Herausgeber<br />
Armin Langer – Aktivist und Autor<br />
Tamir Lederberg – Künstler<br />
Dikla Levinger – Leiterin von Hashomer Haztair in Berlin<br />
Ariel Nil Levy – Schauspieler<br />
Adi Liraz – Künstlerin, Kuratorin und Aktivistin<br />
Gal Liraz – Musiker<br />
Gur Liraz – Musiker<br />
Sharon Mantel – Künstlerin<br />
Naomi Mark – Menschenrechtlerin<br />
Lianne Merkur – Doktorandin<br />
Dovrat Meron – Performance Künstlerin<br />
Inna Michaeli – Sozialwissentschaftlerin<br />
Yonatan Miller – Aktivist<br />
Anka Mirkin – Künstlerin<br />
Etay Naor – Aktivist<br />
Hagar Ophir – Künstlerin<br />
Dr. Hava Oz – Wissenschaftlerin<br />
Deborah S. Phillips – Künstlerin<br />
Einat Podjarny – Aktivistin<br />
Ella Ponizovsky, Künstlerin und Designerin<br />
Ruth Preser – Wissenschaftlerin<br />
Udi Raza – Student<br />
Prof. Dr. Fanny-Michaela Reisin – ehem. Präsidentin der Internationalen Liga f. Menschenrechte<br />
Michael Rothberg – Wissenschaftler<br />
Joel Schalit – Autor und Journalist<br />
Ella Schechter – Wissenschaftlerin<br />
Miriam Schickler – Kulturschaffende<br />
Dr. Gal Schkolnick – Wissenschaftlerin<br />
Ilona Schwetschuk – Studentin<br />
Ruth Sergel – Künstlerin<br />
Iris Shahar – Studentin<br />
Mati Shemoelof – Dichter und Schriftsteller<br />
Gil Shohat – Student<br />
Adina Stern – Lektorin und Übersetzerin<br />
Yousef Sweid- Schauspieler<br />
Hadas Tapouchi – Künstlerin<br />
Lola Tseytlin – Ton-Engineer<br />
Shlomit Tulgan – Kunstpädagogin<br />
Tanya Uri – Künstlerin<br />
Eyal Vexler – Kulturschaffende<br />
Shira Wachsmann – Künstlerin<br />
Prof. Dr.Michael Weinman – Wissenschaftler und Dozent<br />
Daphna Westerman- Künstlerin<br />
Uri Yacobi Keller – DJ<br />
Rotem Yaniv – Veranstalter<br />
Yehudit Yinhar – Künstlerin<br />
May Zeidani Yufanyi – Soziologin und Aktivistin</p>
<p><a href="http://www.juedische-stimme.de/?p=1999" target="_blank">Offener Brief gegen Zensur</a></p>
<p>siehe auch:<br />
<a href="http://www.ballhausnaunynstrasse.de/stellungnahme_der_kuratorinnen_des_festivals_after_the_last_sky_im_ballhaus_naunynstrasse_berlin_24.10.2016" target="_blank">Stellungahme der Kuratorinnen des Festivals “After the Last Sky” im Ballhaus Naunynstrasse</a> (24.10.2016)<br />
<a href="http://www.juedische-stimme.de/?p=1994" target="_blank">Gegen rechte Zensur – in Israel und Deutschland! </a>(Jüdische Stimme, 24.10.2016)<br />
<a href="http://www.ballhausnaunynstrasse.de/stellungnahme_zu_den_vorwurfen_im_artikel_gegen_israel_-__mit_offentlichen_geldern_im_tagesspiegel_von_johannes_c._bockenheimer_am_20.10.2016" target="_blank">Stellungnahme zu den Vorwürfen im Artikel &#8222;Gegen Israel &#8211; mit öffentlichen Geldern&#8220;</a> im Tagesspiegel von Johannes C. Bockenheimer am 20.10.2016 (Ballhaus Naunynstraße)</p>
<p>Artikel von Johannes C. Bockenheimer: <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/umstrittenes-kulturfestival-in-berlin-gegen-israel-mit-oeffentlichen-geldern/14711762.html">Gegen Israel &#8211; mit öffentlichen Geldern</a></p>

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<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/offener-brief-israelischer-und-juedischer-kulturschaffender-in-berlin/">Offener Brief israelischer und jüdischer Kulturschaffender in Berlin</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jüdische Stimme: Gegen rechte Zensur – in Israel und Deutschland! (DE &#038; EN)</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/gegen-rechte-zensur-in-israel-und-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Oct 2016 21:10:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärungen]]></category>
		<category><![CDATA[Apartheid]]></category>
		<category><![CDATA[Ballhaus Naunynstraße]]></category>
		<category><![CDATA[ethnische Säuberung]]></category>
		<category><![CDATA[Jüdische Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturfestival "After the last Sky"]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://bds-kampagne.de/?p=8054</guid>

					<description><![CDATA[<p>(English below) 24. Oktober 2016 Gegen rechte Zensur in Israel und Deutschland: Solidarität mit dem Ballhaus Naunynstraße und den Kuratorinnen</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/gegen-rechte-zensur-in-israel-und-deutschland/">Jüdische Stimme: Gegen rechte Zensur – in Israel und Deutschland! (DE &#038; EN)</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>
<p><a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2016/10/Logo-JS.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-8056" src="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2016/10/Logo-JS.jpg" alt="logo-js" width="181" height="88" /></a><br />
<em>(English below)</em><br />
24. Oktober 2016<br />
<strong>Gegen rechte Zensur in Israel und Deutschland: Solidarität mit dem Ballhaus Naunynstraße und den Kuratorinnen des Festivals „After the last Sky“</strong></p>
<p>Seit eineinhalb Jahren versucht die Netanyahu-Regierung, die als die bisher rechtsextremste Regierung in der Geschichte Israels gelten kann, jüdische und nicht-jüdische linke Stimmen zum Schweigen zu bringen. So werden Kulturinstitutionen sowohl in Israel als auch im Ausland extrem unter Druck gesetzt und mit öffentlichen Kampagnen diffamiert, wenn sie Raum für Kritik an der israelischen Besatzungspolitik und für widerständige palästinensische Stimmen bieten.<br />
<span id="more-8054"></span></p>
<p>Auch deutsche Journalist_innen und Organisationen sind an dieser Strategie beteiligt, israelkritische Personen und Institutionen und deren wichtige wachsame Stimmen mundtot zu machen und so einen öffentlichen israelkritischen Diskurs, der sich in erster Linie auf die den Palästinenser_innen seit Jahrzehnten verwehrten grundlegenden Menschenrechte konzentriert, in Deutschland und anderswo zu verhindern. Dass sie dabei oft sogar vor Verleumdungen nicht zurückschrecken, beweisen dieser Tage die ungerechtfertigten Vorwürfe gegen das Ballhaus Naunynstraße sowie konkret die Kuratorinnen des dort von Anfang September bis Anfang Oktober 2016 stettgefunden habenden Festivals “After the last Sky” – im Übrigen das erst internationale und interdisziplinäre palästinensische Kunst- und Kulturfestival.</p>
<p>In Medienberichten wird behauptet, die ethnischen Säuberung in Palästina durch die israelischen Streitkräfte 1947-48 als solche zu benennen oder die israelische Herrschaft über die Palästinenser_innen als Apartheid zu bezeichnen seien unzulässige, einseitige und hetzerische Äußerungen. Dabei haben akribische Recherchen in israelischen Archiven, durchgeführt von namhaften israelischen und palästinensischen Historiker_innen, bewiesen, dass es sich bei der systematischen Vertreibung von Palästinenser_innen 1948 um eine ethnische Säuberung handelte.[1] Der Begriff “ethnische Säuberung” hat ebenso wie der Begriff “Apartheid” eine völkerrechtlichte Definition. Auf diese berufen sich auch israelische und internationale Menschenrechtsorganisationen, die die Situation in den besetzten palästinensischen Gebieten als Apartheid bezeichen – vereinfacht ausgedrückt existieren dort nämlich zwei ethnisch begründete Rechtssysteme nebeneinander: Palästinenser_innen sind dem israelischen Militärgericht unterworfen, jüdische Siedler_innen dem israelischen Zivilrecht. Sind nun alle, die auf dieses Faktum hinweisen, Antisemt_innen?</p>
<p>Das wollen uns zumindest die Autoren der diffamierenden Medienberichte über das Ballhaus Naunynstraße und die Kuratorinnen des Festivals uns weismachen. Wir wehren uns hiermit entschieden dagegen, dass die Benennung von Tatsachen in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten als hetzerisch und einseitig dargestellt und damit verunglimpft wird. Ebenso wehren wir uns entschieden dagegen, dass die gewaltfreie BDS-Kampagne, die zu Boykott, Sanktionen und Desinvestitionen gegen den Staat Israel aufruft solange dieser seinen menschen- und völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkommt, als antisemitisch diffamiert wird. Wir haben dies zuletzt im Juni 2016 aufs Schärfste zurückgewiesen und uns mit Boykott-Aktivist_innen weltweit solidarisch erklärt. Dies haben wir nicht zuletzt getan, weil wir in der Gleichsetzung der BDS-Bewegung mit Antisemitismus eine falsche und gefährliche Bagatellisierung von Antisemitismus und Antisemitismusvorwürfen verorten.</p>
<p>Die gegenüber dem Ballhaus Naunynstraße, den Kuratorinnen und verschiedenen Mitwirkenden des Festivals “After the last Sky” geäußerten Vorwürfe erweisen sich als haltlos. Eine kurzer Faktencheck, wie er von qualitativen Journalist_innen eigentlich zu erwarten gewesen wäre, zeigt deutlich, dass im Zuge des Festivals keine Hetze betrieben wurde. Vielmehr wurden mit der Benennung verschiedener Verbrechen der israelischen Regierungen in der Vergangenheit und Gegenwart Fakten aufgezählt. In der hebräischen Berichterstattung sind diese Fakten schon lange bekannt, es werden nahezu täglich Medienberichte dazu veröffentlicht. In Deutschland jedoch soll ihr Bekanntwerden weiterhin systematisch verhindert werden. Mithilfe von Angstmacherei wird die Meinungsfreiheit eingeschränkt, sodass Israel seine Besatzungpolitik ohne Protest und mit deutscher und anderer internationaler Unterstützung fortsetzen kann.</p>
<p>Als in Deutschland lebende Juden und Jüdinnen müssen wir uns in diesem so wie in anderen Fällen klar positionieren. Wir unterstützen die wichtige anti-rassistische Arbeit des Ballhaus Naunynstrasse und danken dem Haus sowie den Kuratorinnen des Festivals “After the last Sky”, dass sie sich nicht gescheut haben, den kritischen Diskurs über Israel-Palästina in Deutschland mithilfe von künstlerischen Produktionen und Interventionen angeregt zu haben.</p>
<p>Solidarität den mutigen kritischen Stimmen!</p>
<p>Wir werden uns nicht zum Schweigen bringen lassen und wir werden nicht zulassen, dass Andere zum Schweigen gebracht werden.</p>
<p>[1] Siehe beispielsweise Ilan Pappe, Die ethnische Säuberung Palästinas, Berlin 2014.</p>
<p class="entry-title1">Quelle: <a href="http://www.juedische-stimme.de/?p=1994" target="_blank">Gegen rechte Zensur – in Israel und Deutschland!</a></p>
<p>zum Thema:</p>
<ul style="list-style-type: square;">
<li><a href="http://palaestina-solidaritaet.de/2016/10/25/berlin-25-10-2016-stellungahme-der-kuratorinnen-des-festivals-after-the-last-sky-im-ballhaus-naunynstrasse/" target="_blank">Stellungahme der Kuratorinnen des Festivals “After the Last Sky” im Ballhaus Naunynstrasse</a></li>
<li><a href="http://palaestina-solidaritaet.de/2016/10/25/offener-brief-israelischer-und-juedischer-kulturschaffender-in-berlin/" target="_blank">Offener Brief israelischer und jüdischer Kulturschaffender in Berlin</a></li>
<li><a href="http://www.ballhausnaunynstrasse.de/stellungnahme_zu_den_vorwurfen_im_artikel_gegen_israel_-__mit_offentlichen_geldern_im_tagesspiegel_von_johannes_c._bockenheimer_am_20.10.2016" target="_blank">Stellungnahme des Ballhaus Naunynstraße</a></li>
</ul>
<p><strong>Kampagne gegen das Kulturfestival </strong>(Auswahl)<strong>:</strong><br />
20.10.2016:Tagesspiegel &#8211; <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/umstrittenes-kulturfestival-in-berlin-gegen-israel-mit-oeffentlichen-geldern/14711762.html" target="_blank"><span class="ts-headline">Gegen Israel – mit öffentlichen Geldern</span></a><br />
20.10.2016: AJC &#8211; <a href="http://ajcberlin.org/de/media/meldungen/wie-steuergelder-f%C3%BCr-anti-israel-aktivisten-missbraucht-werden" target="_blank">Wie Steuergelder für Anti-Israel-Aktivisten missbraucht werden</a><br />
20.10.2016: rbb-online &#8211; <a href="http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/10/anti-israel-hetze-vorwurf-kulturfestival-ballhaus-naunynstr.html" target="_blank">Senat prüft Anti-Israel-Vorwürfe gegen Ballhaus Naunynstraße </a><br />
21.10.2016: Jüdische Allgemeine &#8211; <a href="http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/26764" target="_blank">Kulturverwaltung prüft Anti-Israel-Hetze</a></p>
<p>English</p>
<p class="entry-title1"><strong>Against right-wing censorship in Israel and Germany</strong></p>
<p class="entry-meta"><strong>In solidarity with Ballhaus Naunynstraße and the curators of the festival “After the last Sky”</strong></p>
<div class="entry-content">
<p>(This is a translation of our German Statement “Gegen rechte Zensur – in Israel und Deutschland)</p>
<p>In the past one and a half years the Netanyahu government, which can be considered the most right-wing extremist government in the history of Israel, has tried to silence Jewish and non-Jewish left-wing voices. Cultural institutions in and outside of Israel that give room to a critique of the Israeli occupation and its concomitant policies as well as to Palestinian voices of resistance are increasingly pressured and face defamations by public campaigns against them.</p>
<p>German journalists and organizations are complicit in this strategy of silencing the imporant individuals and institutions critical of Israel. By doing so they work to prevent the emergence of a public discourse in Germany surrounding the basic human rights that have been denied to Palestinians for decades. Recently, the unfounded accusations against the Berlin theatre “Ballhaus Naunynstraße” and, more concretely, the curators of the festival “After the last Sky”, which took place at Ballhaus Naunynstraße from early September until early October 2016 – the first month-long international and interdisciplinary Palestinian cultural festival to take place in Germany – have shown that those complicit in this strategy don’t stop short of defamation.</p>
<p>Media reports claimed that using terms such as ethnic cleansing to describe the actions carried out by Israeli armed forces on the Palestinian population in 1947-1948 or apartheid to characterize the current system of rule in the occupied territories is invalid, one-sided and an act of incitement. But research in Israeli archives, meticulously carried out by various renowned Israeli and Palestinian historians, has proven that the systematic expulsion of Palestinians in 1948 was indeed a case of ethnic cleansing. The terms “ethnic cleansing” and “apartheid” have been defined by international law. sraeli as well as international Human Rights organizations evoke this common legal definition when they describe the situation in the Occupied Palestinian Territories as apartheid. Simply put, two ethnically grounded juridical systems exist there side by side: Palestinians are subjected to Israeli military courts whereas Jewish settlers are subjected to Israeli civil law. Is everyone alluding to this fact an antisemite?</p>
<p>The authors of the disparaging media reports about Ballhaus Naunynstraße and the curators of the festival want us to believe that. However, we strongly oppose the defamation implied in the act of referring to the naming of simple facts in Israel and the Occupied Palestinian Terriroties as “one-sided” or “incitement.” We also strongly oppose equating the non-violent movement calling for Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) against Israel until it meets its human rights and other international legal obligations with antisemitism. In a recent statement of June 2016 we made this clear declaring our solidarity with BDS activists worldwide, not least because we consider equating the BDS movement with antisemitism a false and dangerous trivialization of antisemitism and accusations of antisemitism.</p>
<p>The claims brought forward against Ballhaus Naunynstraße, the curators and various contributors to the festival „After the last Sky“ prove to be unfounded. A short fact-check as can be expected of any professional journalist shows clearly that neither words nor actions of incitement occurred during the festival. Rather, by naming the various crimes committed by Israeli governments of the past and the present only facts were stated. In the Hebrew-language media coverage these facts have long been known and in the last years particularly have been reported on almost on a daily basis. But n Germany they remain unknown (or largely unknown) as a result of the systematic supression of the voices that try to bring them to light. Instead, fearmongering is used to restrict freedom of expression in order for Israel to be able to continue its oppressive policies without protest but with German and other international support.</p>
<p>In the face of this and other similar cases we feel compelled to clearly take a side and show our support and solidarity with those silenced. We support the important anti-racist work of Ballhaus Naunystraße and we are grateful to the theatre as well as the curators of the festival “After the last Sky“ for being brave and having stimulated the critical discourse on Israel-Palestine in Germany by inviting artists to show and discuss their work and interventions.</p>
<p>We will not be silenced and we will not let others be silenced.</p>
<p class="entry-title1">Source: <a href="http://www.juedische-stimme.de/?p=2003" target="_blank">Against right-wing censorship in Israel and Germany</a></p>
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