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	<title>Rassismus-Archiv - BDS-Kampagne</title>
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	<description>Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen</description>
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	<title>Rassismus-Archiv - BDS-Kampagne</title>
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		<title>Statement zur Stellungnahme des AStA Münster zur Gruppe Palästina Antikolonial vom 02.12.2020, sowie zur anschließenden Einordnung derselben als antisemitisch am 15.12.2020</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/statement-zur-stellungnahme-des-asta-muenster-zur-gruppe-palaestina-antikolonial-vom-02-12-2020-sowie-zur-anschliessenden-einordnung-derselben-als-antisemitisch-am-15-12-2020/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jan 2021 22:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärungen]]></category>
		<category><![CDATA[AStaUni Münster]]></category>
		<category><![CDATA[Palästina Antikolonial]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost – 05 Januar 2021 Als jüdischer Verein, der sich gegen Rassismus und für</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/statement-zur-stellungnahme-des-asta-muenster-zur-gruppe-palaestina-antikolonial-vom-02-12-2020-sowie-zur-anschliessenden-einordnung-derselben-als-antisemitisch-am-15-12-2020/">Statement zur Stellungnahme des AStA Münster zur Gruppe Palästina Antikolonial vom 02.12.2020, sowie zur anschließenden Einordnung derselben als antisemitisch am 15.12.2020</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
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<p>Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost – 05 Januar 2021</p>
<p>Als jüdischer Verein, der sich gegen Rassismus und für Gerechtigkeit sowohl in Deutschland als auch im Nahen Osten einsetzt, widersprechen wir aufs Schärfste der Charakterisierung der Gruppe Palästina Antikolonial als antisemitisch aufgrund ihrer Aussagen zur Situation in Israel-Palästina. Um diesen Widerspruch zu begründen, möchten wir auf die vier Punkte eingehen, die Sie in Ihrer Stellungnahme angeführt haben.</p>
<p>1) <strong>Kundgebung „Nein zur Annexion“ am 25.7.2020</strong></p>
<p>Dass Sie die Beschreibung von Israel als siedlerkolonialistischen Staat mit apartheidähnlichen Strukturen für „widerlegt“ halten, zeugt von mangelnder Sachkenntnis. Eine ausführliche Begründung für diese Festlegung finden Sie unter anderem in akademischen Standardwerken wie <em>The Birth of the Palestinian Refugee Problem 1947–1949</em> von Benny Morris und <em>Die ethnische Säuberung Palästinas </em>von Ilan Pappé, deren Autoren übrigens beide israelische Historiker sind. Im Jahre 2017 hat die Wirtschafts- und Sozialkommission für Westasien (ESCWA), eine Kommission der Vereinten Nationen, den von internationalen Expert*innen verfassten Bericht „Israeli Practices towards the Palestinian People and the Question of Apartheid“ veröffentlicht, in dem gemäß Paragraph II der Internationalen Konvention über die Unterdrückung und Bestrafung des Verbrechens der Apartheid (1973) ausdrücklich behauptet und belegt wird, dass Israel nach der international etablierten Definition in der Tat Apartheid praktiziert. Natürlich steht es Ihnen frei, Gegenargumente anzuführen; diese Aussage als „Deligitimierung und Dämonisierung“ zu beschreiben ist aber schlicht unseriös, zumal damit der schwerwiegende Vorwurf des Antisemitismus begründet werden soll.</p>
<p>Weiter suggerieren Sie, dass der Ruf „From the River to the Sea, Palestine will be free“ an sich antisemitisch sei. Dabei fordert er lediglich, dass diese Region – also das historische Palästina, das erst ab 1948 „Israel“ genannt wurde – von der Ungerechtigkeit befreit werden soll, die gegenwärtig herrscht. Die von manchen beschworene „Zerstörung“ Israels ist dabei nicht das Ziel, sondern die Beendigung von Besatzung und Ungleichheit. Und was den palästinensischen Widerstand betrifft, so ist das Recht auf Widerstand gegen militärische Besatzung im Zusatzprotokoll I der Genfer Konvention von 1977 verbrieft. Selbstverständlich verurteilen sowohl Palästina Antikolonial als auch die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost Anschläge auf Zivilist*innen, die abscheulich und menschenverachtend sind. Die Delegitimierung von bewaffnetem Widerstand an sich entspricht aber keiner völkerrechtlichen Norm&#8230;</p>
<p><strong><a href="https://www.juedische-stimme.de/2021/01/05/statement-zur-stellungnahme-des-asta-munster-zur-gruppe-palastina-antikolonial/?fbclid=IwAR3To7BfB02oFxlIHhPq2UtD35p_tKYO6o6SMZVAyJ3PR4nEh6k7X8qc9Kc" target="_blank" rel="noopener">Vollständiges Statement</a></strong></p>
<p>Hier besagte <a href="https://www.asta.ms/aktuelles-layout?id=124" target="_blank" rel="noopener">Stellungnahme</a> desASta Uni Münster, zu der sich der SDSdielinke Münster in einer <a href="https://www.facebook.com/sds.muenster/posts/3844451488950603" target="_blank" rel="noopener">Stellungnahme</a> solidarisch mit <a href="https://palaestina-muenster.jimdofree.com/?fbclid=IwAR3Q_nQ8t2nFxhcDxLmxVzhYE9FtXzyPVHgQQ9itwQBMECf1IUPtjBdd0hs" target="_blank" rel="noopener">Palästina Antikolonial</a> am 3. Januar 2021 äußerte</p>
<p> </p>

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<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/statement-zur-stellungnahme-des-asta-muenster-zur-gruppe-palaestina-antikolonial-vom-02-12-2020-sowie-zur-anschliessenden-einordnung-derselben-als-antisemitisch-am-15-12-2020/">Statement zur Stellungnahme des AStA Münster zur Gruppe Palästina Antikolonial vom 02.12.2020, sowie zur anschließenden Einordnung derselben als antisemitisch am 15.12.2020</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wir können nicht atmen, bis wir frei sind! Palästinenser*innen stehen in Solidarität mit den Schwarzen in den USA</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/wir-koennen-nicht-atmen-bis-wir-frei-sind-palaestinenserinnen-stehen-in-solidaritaet-mit-den-schwarzen-in-den-usan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bjoern]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 May 2020 21:31:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BNC Erklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Minneapolis]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>30. Mai 2020 /  Palestinian BDS National Committee (BNC) / United States Wir rufen die  Solidaritätsbewegung für Palästina in den</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/wir-koennen-nicht-atmen-bis-wir-frei-sind-palaestinenserinnen-stehen-in-solidaritaet-mit-den-schwarzen-in-den-usan/">Wir können nicht atmen, bis wir frei sind! Palästinenser*innen stehen in Solidarität mit den Schwarzen in den USA</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
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<div class="field-items">
<div class="field-item even"><span class="date-display-single">30. Mai 2020 </span>/  <a class="grey-link" href="https://www.bdsmovement.net/news-listing-author/Palestinian BDS National Committee (BNC)">Palestinian BDS National Committee (BNC)</a> / <a href="https://www.bdsmovement.net/taxonomy/term/1359">United States</a></div>
</div>
</div>
</div>
<p><em>Wir rufen die  Solidaritätsbewegung für Palästina in den USA und anderswo dazu auf, sich der Bewegung für Black Lives und anderen von Schwarzen geführten Organisationen in ihrem gerechten Kampf für Gerechtigkeit anzuschließen.</em></p>
<p>Der nationale palästinensische <a href="http://www.bdsmovement.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BDS</a>-Ausschuss (<a href="http://www.bdsmovement.net/bnc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BNC</a>), die größte Koalition der palästine<span class="text_exposed_show">nsischen Zivilgesellschaft, die die weltweite BDS-Bewegung für die Rechte der Palästinenser*innen anführt, steht entschlossen in Solidarität mit unseren schwarzen Brüdern und Schwestern in den USA, die nach der jüngsten Welle unerträglicher Morde an Schwarzen durch die Polizei, darunter George Floyd in Minneapolis, Tony McDade in Tallahassee und Breonna Taylor in Louisville, Gerechtigkeit fordern</span></p>
<p>Die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=nVkNMecQ8ow" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wachsenden Proteste</a> der &#8222;<a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2020/may/30/if-violence-isnt-way-end-racism-america-then-what-is-george-floyd-protests#maincontent" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unerhörten</a>&#8220; gegen die Polizeibrutalität in den USA sind im Grunde ein Aufstand gegen ein ganzes <a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2020/may/30/america-must-listen-to-its-wounds-george-floyd-they-will-tell-us-where-to-look-for-hope" target="_blank" rel="noopener noreferrer">System rassistischer Ausbeutung und Unterdrückung</a>, der durch die Covid-19-Pandemie und ihre <a href="https://www.cnbc.com/2020/05/14/how-covid-19-exacerbated-americas-racial-health-disparities.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unverhältnismäßig hohe Zahl von betroffenen</a> Afroamerikaner*innen noch verschärft, aber auch bloßgestellt wird. Dieses System ist organisch mit den Verbrechen verbunden, die der US-Imperialismus weltweit gegen farbige Völker verübt hat, und wurzelt in der gewalttätigen, rassistischen und kolonialen Grundlage der USA.</p>
<p>Der <a href="https://www.history.com/news/native-americans-genocide-united-states">Genozid an den amerikanischen Ureinwohner*innen</a>, die Plünderung ihres Reichtums und ihrer Ressourcen und die grausame Versklavung von Millionen Afrikaner*innen sind die tiefgreifendsten Pfeiler dessen, auf denen die USA entstanden ist. Die tief verwurzelte weiße Rassenideologie, die diese Verbrechen amgeführt hat und mit der versucht wurde zu beschönigen, ist immer noch lebendig, wenn auch in anderer Form.</p>
<p>Diese ausschließende Ideologie wird durch das offen<a href="https://www.cbsnews.com/news/ap-norc-poll-finds-most-americans-say-trump-is-racist/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> rassistische Weiße Haus von Trump</a> und ein heimtückisches, <a href="https://edition.cnn.com/videos/us/2020/05/29/van-jones-george-floyd-white-liberal-hillary-clinton-supporter-sot-newday.cnn" target="_blank" rel="noopener noreferrer">weniger unverfrorenes liberales Establishment</a> gefördert, das den Rassismus rhetorisch verurteilt, sogar einige leere Versprechungen ausspuckt, es jedoch konsequent versäumt, auf <a href="https://www.aclu.org/news/racial-justice/reparations-has-the-time-finally-come/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wiedergutmachung</a>, ethnische und wirtschaftliche Gerechtigkeit und die Beendigung des  verheerenden Systems der Kriminalisierung und der Masseninhaftierung von schwarzen Amerikaner*innen hinzuwirken.</p>
<p>Wie Martin Luther King jr. einmal <a href="https://www.africa.upenn.edu/Articles_Gen/Letter_Birmingham.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sagte</a>, ist der «große Stolperstein» auf dem Weg der schwarzen Amerikaner*innen zur Freiheit nicht der KKK, «sondern der gemäßigte Weiße, der [der] Idee der Ordnung  größere Verehrung entgegenbringt als der Gerechtigkeit;  der einen negativen Frieden, in dem es keine Spannungen gibt, einem positiven Frieden, in dem Gerechtigkeit herrscht, vorzieht».</p>
<p>Wir rufen die Palästina-Solidaritätsbewegung in den USA und anderswo dazu auf, sich der <a href="https://m4bl.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bewegung für Black Lives</a> und anderen von Schwarzen geführten Organisationen in ihrem gerechten Kampf für Gerechtigkeit und für einen <a href="https://lpeblog.org/2018/01/23/the-movement-for-black-lives-offers-an-abolitionist-approach-to-police-reform/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">abolitionistischen Ansatz der Polizeireform</a>, Wiedergutmachung und Befreiung <a href="https://palestinelegal.org/news/2020/5/29/in-solidarity-with-minneapolis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">anzuschließen</a>. Wir unterstützen Aufrufe zu gezielten und strategischen Boykott-, <a href="https://takeactionminnesota.org/justice-for-george-floyd-blacklivesmatter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Definanzierungs</a>&#8211; und Desinvestitionskampagnen gegen Institutionen, Banken und Unternehmen, die in das System der ethnischen Ungerechtigkeit verwickelt sind.</p>
<p>Als indigene Bevölkerung Palästinas haben wir Erfahrungen aus erster Hand mit <a href="https://oldwebsite.palestine-studies.org/resources/special-focus/zionist-settler-colonialism" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Siedler-Kolonialismus</a>, <a href="https://waronwant.org/israeli-apartheid-factsheet" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Apartheid</a> und <a href="https://twitter.com/benabyad/status/1266658256849690624" target="_blank" rel="noopener noreferrer">rassistischer Gewalt</a>, die von Israels Unterdrückungsregime &#8211; mit <a href="https://uscpr.org/militaryfunding" target="_blank" rel="noopener noreferrer">militärischer Finanzhilfe </a>und bedingungsloser Unterstützung der US-Regierung &#8211; ausgeübt wird, um uns zu enteignen, ethnisch zu säubern und als niedrigere Menschen herabzusetzen. Unser wichtigster Erfolg als Volk, das sich der kolonialen Unterdrückung, auch durch <a href="http://www.bdsmovement.net/call" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Boykottkampagnen</a>, widersetzt, ist unsere Fähigkeit, standhaft zu bleiben und ihren unerbittlichen Versuchen zu widerstehen, unseren Geist mit Hoffnungslosigkeit und Selbsterniedrigung zu kolonisieren und sich ihrer Vorherrschaft schicksalhaft zu ergeben.</p>
<p>Schwarze Menschen in den USA, in Südafrika und vielen anderen Ländern haben Jahrhunderte der unmenschlichsten Formen der Versklavung und rassischen Unterdrückung, die es je gegeben hat, überlebt und der Menschheit als Ganzes wertvolle Lektionen in Ausdauer, Widerstand und Genialität erteilt.</p>
<p>Das System des <a href="https://www.americanbar.org/groups/crsj/publications/human_rights_magazine_home/the-state-of-healthcare-in-the-united-states/minority-womens-health/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">strukturellen Rassismus</a> in den USA wird gewaltsam von paramilitärischen Polizeiabteilungen durchgesetzt, von denen <a href="https://deadlyexchange.org/wp-content/uploads/2019/07/Deadly-Exchange-Report.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">viele</a> von Israel ausgebildet wurden, darunter die <a href="https://www.mprnews.org/story/2012/06/25/minn-police-learn-from-israeli-counter-terrorism-conference" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Polizei von Minnesota</a>. Diese Polizeikräfte haben den Auftrag, <a href="https://www.nytimes.com/2020/05/29/us/looting-starts-shooting-starts.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">alles zu tun, was nötig ist</a>, um dieses verrottete System der weißen Vorherrschaft und der Entrechtung der Schwarzen, Latinx und Indigenen zu schützen.</p>
<p>Die wahllose, außergerichtliche Ermordung schwarzer Amerikaner*innen, das skrupellose US-Gefängnissystem und die unmenschliche und <a href="https://www.latimes.com/opinion/story/2020-01-07/great-race-passing-trump" target="_blank" rel="noopener noreferrer">rassistische Behandlung von Migrant*innen und Asylsuchenden</a> an den südlichen Grenzen sind alles Symptome eines zunehmend militarisierten Sicherheitsstaates, der in den USA und <a href="https://www.thenation.com/article/archive/pentagon-united-states-military-worldwide-global-war/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">weltweit</a> Verwüstung und Zerstörung gegen POC-Gemeinschaften anrichtet. Solange dieses System der Unterdrückung fortbesteht, liegt es an unseren Basisbewegungen, kollektiv und <a href="https://time.com/5560575/intersectionality-theory/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">intersektionell</a> an seiner Zerschlagung zu arbeiten, <a href="https://www.blackpalestiniansolidarity.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">von den USA bis nach Palästina</a>.</p>
<p>Es ist die Pflicht aller Menschen mit Gewissen, den Kampf und die Stimmen unserer schwarzen Schwestern und Brüder zu stärken. Wir rufen unsere Gemeinschaft auf, die <a href="https://www.aaihs.org/malcolm-x-and-anti-imperialist-thought/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zusammenhänge</a> zwischen der ethnischen Unterdrückung in den USA und ihrer rassistischen imperialen Unterdrückung von POC-Menschen weltweit anzuerkennen, wie Malcolm X und andere schwarze Vordenker*innen erklärt haben. So, wie die israelischen Besatzungstruppen dazu dienen, das Apartheidsystem gegen die Palästinenser*innen aufrechtzuerhalten, so dienen die US-Polizeikräfte  dazu, das System der Vormachtstellung und Privilegien der US-amerikanischen Weißen weiter zu verfestigen.</p>
<p>Wir schließen uns den Gedanken der jüngsten <a href="https://www.adc.org/statement-on-racism-anti-blackness/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erklärung</a> des amerikanisch-arabischen Antidiskriminierungskomitees an, in der es hieß: &#8222;Jetzt ist es an der Zeit, dass wir schwarzen Amerikaner*innen und schwarzen Bürgerrechtsgruppen zuhören, wenn sie  über ihre einzigartigen Erfahrungen berichten und darüber, wie wir unseren kollektiven Kampf gegen Ungerechtigkeit am besten unterstützen können. Es ist auch unsere Pflicht &#8230; uns über die Kämpfe aufzuklären, denen unsere schwarzen Brüder und Schwestern gegenüberstehen, und darüber, wie wir unseren Teil zur Bekämpfung der Anti-Schwarzheit beitragen können&#8220;.</p>
<p>An unsere schwarzen Brüder und Schwestern: Eure Widerstandsfähigkeit angesichts der brutalen Entmenschlichung ist uns eine Quelle der Inspiration für unseren eigenen Kampf gegen das israelische Besatzungsregime, den Siedlerkolonialismus und die Apartheid. Wir unterstützen Aufrufe wie die <a href="https://secure.everyaction.com/eR7GA7oz70GL8doBq19LrA2">Initiative der Organisator*innen von Minneapolis</a>, sich vom Militarismus und der Polizeiarbeit zu distanzieren und stattdessen in von der Gemeinde geführte Gesundheits- und Sicherheitseinrichtungen zu investieren.</p>
<p>In der Erkenntnis, dass Gerechtigkeit gewonnen und nicht einfach zugestanden wird, denken wir über James Baldwins <a href="https://progressive.org/magazine/letter-nephew/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ratschlag</a> an seinen Neffen nach: &#8222;Bitte vergiss nie, dass das, was sie tun und Dir zumuten, nicht von Deiner Minderwertigkeit zeugt, sondern von ihrer Unmenschlichkeit und Angst.&#8220;</p>
<p><strong>Wir können nicht atmen, bis wir frei von Unterdrückung und Rassismus sind. #BlackLivesMatter</strong></p>
<hr />
<p>Übersetzung von Redaktion <a href="https://bds-kampagne.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.bds-kampagne.de</a> und <a href="https://bds-info.ch/index.php/de/bds-home" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BDS Schweiz</a></p>
<p><a href="https://www.bdsmovement.net/news/we-cant-breathe-until-we-are-free-palestinians-stand-solidarity-with-black-americans" target="_blank" rel="noopener noreferrer">We can’t breathe until we’re free! Palestinians stand in solidarity with Black Americans</a></p>
<p>Beitragsbild von @shirien.creates</p>

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		<title>&#8218;Sodastream-Arbeiter*innen werden wegen des Versuchs sich gewerkschaftlich zu organisieren bedroht&#8216;</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/sodastream-arbeiterinnen-werden-wegen-des-versuchs-sich-gewerkschaftlich-zu-organisieren-bedroht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Jun 2017 18:19:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[SodaStream]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sodastream]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>SodaStream-Arbeiter*innen, die versuchten sich gewerkschaftlich zu organisieren, berichten, dass sie von der Geschäftsleitung gemobbt wurden und sahen sich rassistischer Diskriminierung</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/sodastream-arbeiterinnen-werden-wegen-des-versuchs-sich-gewerkschaftlich-zu-organisieren-bedroht/">&#8218;Sodastream-Arbeiter*innen werden wegen des Versuchs sich gewerkschaftlich zu organisieren bedroht&#8216;</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>
<p><img decoding="async" class="alignleft size-full" src="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2017/06/1315-no-sodastream-1.jpg" width="201" height="200" />SodaStream-Arbeiter*innen, die versuchten sich gewerkschaftlich zu organisieren, berichten, dass sie von der Geschäftsleitung gemobbt wurden und sahen sich rassistischer Diskriminierung ausgesetzt.</p>
<p>Israels größte Arbeiter*innen-Vereinigung reichte letzten Monat eine NIS 15 Millionen schwere Klage gegen das Unternehmen SodaStream ein wegen des Versuchs, Arbeiter*innen daran zu hindern sich gewerkschaftlich zu organisieren. Die Geschichte schlug in der Presse hohe Wellen, nachdem die Nachrichten-Webseite <a href="http://www.davar1.co.il/72340/" target="_blank" rel="noopener">Davar Rishon</a> eine Reihe von Zeugenaussagen über den Fall veröffentlichte.</p>
<p>Laut der Klage, die von der Histadrut &#8211; Israel&#8217;s Gewerkschaftsdachverband &#8211; eingereicht worden war, wurden SodaStream-Arbeiter*innen, die sich gewerkschaftlich organisieren wollten, gemobbt und laut der Zeugenaussagen, die von Davar Rishon  in die Öffentlichkeit getragen wurden, wurden Vertreter*innen des Unternehmensleitung des Rassismus und der Ausbeutung der Beschäftigten beschuldigt.</p>
<p><a href="https://972mag.com/sodastream-workers-allege-being-threatened-over-unionizing-attempts/128188/" target="_blank" rel="noopener">Vollständiger Artikel </a>(englisch)</p>

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		<item>
		<title>&#8222;Rassismus und Rassendiskriminierung sind die Antithese von Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit.&#8220;</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/rassismus-und-rassendiskriminierung-sind-die-antithese-von-freiheit-gerechtigkeit-und-gleichheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Mar 2017 22:50:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BNC Erklärung]]></category>
		<category><![CDATA[BDS-Aufruf]]></category>
		<category><![CDATA[BDS-Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[fremdenfeindlich]]></category>
		<category><![CDATA[Minderheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Rassendiskriminirung]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[rechtsextrem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>7. März 2017 Erklärung des nationalen palästinensischen BDS-Ausschusses (BNC), in der erneut die Position der BDS-Bewegung gegen alle Formen von</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/rassismus-und-rassendiskriminierung-sind-die-antithese-von-freiheit-gerechtigkeit-und-gleichheit/">&#8222;Rassismus und Rassendiskriminierung sind die Antithese von Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit.&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
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<p><strong>7. März 2017</strong></p>
<p><strong>Erklärung des nationalen palästinensischen BDS-Ausschusses (BNC), in der erneut die Position der BDS-Bewegung gegen alle Formen von Rassismus und Rassendiskriminierung bekräftigt wird.</strong></p>
<p>Die globale BDS (Boykott, Investitionsentzug und Sanktionen)-Bewegung für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit des palästinensischen Volkes ist eine inklusive, gewaltfreie Menschenrechtsbewegung, die alle Formen von Rassismus und Rassendiskriminierung ablehnt. Die Bewegung wird vom nationalen palästinensischen BDS-Ausschuss (BNC) geleitet, der größten Koalition palästinensischer Parteien, Arbeits- und Berufsverbänden, Flüchtlingsnetzwerken, Bürgerkomitees und Organisationen.</p>
<p>Der BDS-Aufruf der palästinensischen Zivilgesellschaft von 2005, in dem ein Ende von Israels eklatanten Völkerrechtsverletzungen und die Wahrung der Menschenrechte für das palästinensische Volk gefordert werden, ist in den Grundsätzen, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgelegt sind, verankert. In dieser Allgemeinen Erklärung ist folgendes festgeschrieben: &#8222;<a href="http://www.refworld.org/docid/3ae6b3712c.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren</a>&#8220; und jede/r hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten  &#8222;ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.&#8220;</p>
<p>Gegründet auf diesem grundsätzlichen Bekenntnis der BDS-Bewegung für gleiche Rechte für alle Menschen ungeachtet ihrer Identität, stellen wir uns gegen jegliche politische Ideologie, Gesetze, Politik und Methoden, die Rassismus fördern. Wir lehnen den Zionismus ab, da er die rassistische und diskriminierende ideologische Stütze des israelischen <a href="https://bdsmovement.net/colonialism-and-apartheid/summary" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Besatzungsregimes, des Siedler-Kolonialismus und der Apartheid</a>  ist, durch die dem palästinensischen Volk seit 1948 seine grundlegenden Menschenrechte vorenthalten werden.</p>
<p>In Übereinstimmung mit der <a href="http://www.ohchr.org/EN/ProfessionalInterest/Pages/CERD.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UN-Definition für Rassendiskriminierung</a> toleriert die BDS-Bewegung keine Handlungen oder Diskurse, die unter anderem Rassismus gegen Schwarze, anti-arabischen Rassismus, Islamophobie, Antisemitismus, Sexismus, Fremdenfeindlichkeit oder Homophobie anwenden oder fördern.</p>
<p>Wir verurteilen entschieden Apartheid, Völkermord, Sklaverei, koloniale Ausbeutung und ethnische Säuberung, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind, die auf Rassismus und rassistischer Vorherrschaft beruhen und fordern für alle Opfer, einschließlich ihrer Nachkommen, das Recht auf vollständige Wiedergutmachung. Wir verurteilen gleichermaßen jegliche Menschenrechtsverletzungen einschließlich des Menschenhandels, der Ausbeutung von Arbeitnehmer*innen und der sexuellen Ausbeutung und sind in Solidarität mit den Opfern verbunden.</p>
<p>Geleitet vom inklusiven Programm der Weltkonferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängende Intoleranz, die 2001 in Durban, Südafrika,  stattfand, gehören zu den Prinzipien der BDS-Bewegung die Werte der kulturellen Vielfalt, der Solidarität und der gegenseitigen Unterstützung der Opfer von Rassismus und Rassendiskriminierung.</p>
<p>Auf der Grundlage dieser Werte stehen wir in Solidarität mit Menschen afrikanischer Abstammung, indigenen Völkern, Landlosen, Flüchtlingen und MigrantInnen, mit Menschen, die für den wirtschaftlichen Fortschritt von wenigen ausgebeutet und unterdrückt werden, und mit denjenigen,  die für ihre Überzeugungen oder ihre Identität, einschließlich des Kastenwesens, diskriminiert und verfolgt werden. Wir stehen ihnen in ihren jeweiligen Kämpfen für Rassen-, Wirtschafts-, Geschlechter-, Umwelt- und soziale Gerechtigkeit zur Seite.</p>
<p>Wir verstärken unsere Unterstützung für alle marginalisierten Gemeinschaften, unter anderem arabische, schwarze, indigene, muslimische, jüdische, asiatische, lateinamerikanische Gemeinschaften, für Roma und Dalit, die alle das Ziel fremdenfeindlicher und rechtsextremer rassistischer Bewegungen geworden sind, die insbesondere in den  USA, in Europa, Südamerika, Indien und anderswo erstarkt sind oder die Übernahme der Macht anstreben.</p>
<p>Wir solidarisieren uns auch mit den Kämpfen aller Minderheiten in der arabischen Welt gegen Rassismus und Rassendiskriminierung und für volle Gleichheit und Gerechtigkeit.</p>
<p>Die Prinzipien der BDS-Bewegung fordern proaktive Solidarität als unsere gemeinsame Sache mit unterdrückten Gemeinschaften weltweit und mit allen Opfern rassistischer Übergriffe und rassistischer  Rhetorik. Wir unterstützen im Einklang mit dem Völkerrecht ihren Widerstand gegen Fanatismus, rassistische Ideologien und Praktiken.</p>
<p>Rassismus und Rassendiskriminierung sind die Antithese von Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit.</p>
<p>Originaltext: <a href="https://bdsmovement.net/news/%E2%80%9Cracism-and-racial-discrimination-are-antithesis-freedom-justice-equality%E2%80%9D" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Racism and Racial Discrimination are the Antithesis of Freedom, Justice &amp; Equality”</a></p>
<p>Übersetzung: Redaktion von <a href="https://bds-kampagne.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.bds-kampagne.de</a></p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Deutsche Übersetzungen im Text erwähnter Quellen:<br />
<a href="http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Allgemeine Erklärung der Menschenrechte</a><br />
<a href="https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/Redaktion/PDF/DB_Menschenrechtsschutz/ICERD/ICERD_Konvention.pdf" target="_blank" rel="noopener">Internationales Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung</a></p>

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		<title>2. Stellungnahme von Farid Esack &#8211; Über einen Islamischen Staat, das Existenzrecht Israels, Terrorismus und Gewalt</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/2-stellungnahme-von-farid-esack/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bjoern]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Feb 2017 23:30:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärungen]]></category>
		<category><![CDATA[BDS]]></category>
		<category><![CDATA[Farid Esack]]></category>
		<category><![CDATA[Israels Existenzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von Professor Farid Esack, Südafrika 8. Februar 2017 Einleitung und Zusammenfassung Einige deutsche Politiker und die israelische Botschaft in Berlin</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/2-stellungnahme-von-farid-esack/">2. Stellungnahme von Farid Esack &#8211; Über einen Islamischen Staat, das Existenzrecht Israels, Terrorismus und Gewalt</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>
<p><figure style="width: 276px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="" src="https://c1.staticflickr.com/1/666/32491053852_875465c382_n.jpg" width="276" height="184" /><figcaption class="wp-caption-text">Farid Esack (BDS-Südafrika)</figcaption></figure></p>
<p><strong>Von Professor Farid Esack, Südafrika</strong></p>
<p>8. Februar 2017</p>
<p><strong>Einleitung und Zusammenfassung</strong></p>
<p>Einige deutsche Politiker und die israelische Botschaft in Berlin bezichtigen mich, Antisemit zu sein, einen islamischen Staat in Deutschland zu fordern, und Gewaltanwendung zu unterstützen. Obwohl in der deutschen Presse täglich über die Angelegenheit berichtet wurde – mit einer einzigen Ausnahme – hat kein einziger Journalist sich die Mühe gemacht, mich zu kontaktieren und mich zu meiner Seite der Geschichte zu befragen. Ein sehr seltsames Verhalten für eine Demokratie.</p>
<p><span id="more-8583"></span></p>
<p>Meine detaillierte Stellungnahme folgt nach dieser Zusammenfassung.</p>
<ul>
<li>Ich habe zu allen Zeiten konsequent gegen die Vorstellung gekämpft, dass ein Volk inhärent Gutes oder Böses in seinem Blut oder in seinen Genen trägt. Diese Vorstellung ist das Kernstück aller Formen von Rassismus – einschließlich des Antisemitismus.</li>
<li>Ich habe niemals gesagt oder angedeutet, dass der Staat Israel oder gar das jüdische Volk böse Eigenschaften haben sollen, die für sie typisch oder einzigartig sind.</li>
<li>Angesichts der Tatsache, dass der Tag nur 24 Stunden hat, ist es das Recht aller Menschen, die sich für Gerechtigkeit einsetzen, sich mit ihrem Aktivismus auf ein bestimmtes Gebiet zu konzentrieren, ohne dass ihnen unterstellt werden darf, einen besonderen Hass gegen die jeweiligen Täter zu hegen. Feministinnen, die gegen männliche Gewalt ankämpfen, können schließlich auch nicht bezichtigt werden, alle Männer zu hassen.</li>
<li>Ich trete zwar für das Recht aller Menschen ein, ihre Ansichten über einen idealen Staat zum Ausdruck zu bringen, glaube aber dennoch nicht an ethnische oder religiöse Staaten.</li>
<li>Ich lehne alle Formen von Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele ab – insbesondere alle Formen von Gewalt, die sich gegen Zivilisten richten oder Kollateralschäden unter Zivilisten verursachen.</li>
<li>Dabei macht es für mich keinen Unterschied, ob die Gewalt wie in einem Computerspiel durch Drohnen ausgeübt wird, oder in Form von Bussen, die in eine Ansammlung von Zivilisten gelenkt werden, was für erheblich mehr Schlagzeilen sorgt. All diese Formen von Gewalt verursachen Tod und Verwundungen, und in jedem Fall bleiben trauernde Angehörige und geliebte Menschen zurück. Wir alle werden in unserer Menschlichkeit herabgesetzt, wenn einige in unserer Mitte so handeln.</li>
<li>Während meiner Vorlesungen an der Universität Hamburg habe ich die BDS-Bewegung oder meine Unterstützung für diese mit keinem Wort erwähnt.</li>
</ul>
<p><strong>Stellungnahme</strong></p>
<p>In jüngster Zeit wurden wieder einmal verschiedene Anschuldigungen gegen mich erhoben, deren Ziel es war, meine Unterstützung für den Freiheitskampf der Palästinenser zu delegitimieren. Wie bereits in einer früheren Erklärung dargelegt, ist dieser Angriff in erster Linie Teil eines gezielten Versuchs, der Diskussion über die Unterdrückung des palästinensischen Volkes in einigen Ländern enge Grenzen zu setzen, und hat wenig mit dem Antisemitismus-Problem zu tun. (Siehe meine unten abgedruckte frühere Erklärung.)</p>
<p>In den letzten beiden Wochen sind einige neue Bezichtigungen aufgetaucht, auf die ich im Interesse der Wahrheit ausführlich antworten möchte. Es ist auffallend, dass meine Angreifer –  in Trumpscher Manier –  mit Vorliebe kurze, simplifizierende Tweets mit geringem geistigem Niveau  verfassen. Meine Antwort richtet sich an Menschen, die lieber die Wahrheit als „alternative Fakten“ vorgesetzt  bekommen</p>
<p><strong>Zum Thema Islamischer Staat</strong></p>
<p>Man wirft mir vor, bei Vorträgen in Deutschland implizit  einen islamischen Staat zu fordern. Dies basiert vermutlich auf einer Bemerkung, die ich anlässlich einer Konferenz in Deutschland gemacht habe. Ich war von der Schura Hamburg, einem eingetragenen Bündnis lokaler muslimischer Organisationen, eingeladen worden, am 15. Januar 2017 bei einer Konferenz über Islamophobie in Europa zu sprechen.  Mein Thema lautete „Islam und Demokratie“, und der Veranstaltungsort war die Imam Ali Moschee. An der Konferenz nahmen Menschen aller Hautfarben und Vertreter der unterschiedlichsten religiösen und politischen Ansichten teil, darunter auch Zionisten und Mitglieder der Grünen.</p>
<p>In meinem Vortrag sprach ich über das Recht aller Gemeinschaften, für ihre eigenen politischen Utopias einzutreten. Ich sagte, dass mit meiner Herkunft aus Südafrika auch das Recht verbunden sei, einen auf islamischen Werten basierenden Staat zu befürworten, ebenso wie Veganer das Recht haben müssten, eine Gesellschaft  zu propagieren, in der der Fleischkonsum grundsätzlich verboten ist. Ich erklärte, dass sich in Südafrika nur ein winziger Bestandteil der Bevölkerung als kommunistisch beschreiben würde, dass wir aber dennoch eine lebendige und sehr sichtbare kommunistische Partei haben, die eine Koalition mit der Regierungspartei unterhält. Ich sprach mich für folgende Punkte aus:</p>
<ol>a) Eine Gesellschaft muss idealerweise ihren Bürgern maximale Freiheit garantieren, unterschiedliche Ideen zum Ausdruck zu bringen.  Und</ol>
<ol>b) Diese Ideen dürfen nur mit Ideen und nicht mit Gewalt bekämpft werden.</ol>
<p>Ferner glaube ich nicht, dass Redefreiheit auch für Hassbotschaften, die Anstiftung zur Gewalt und für faschistische Ideen gelten muss, die ja in sich bereits jede Redefreiheit ausschließen.</p>
<p>Einige Formen von Staaten, die auf islamischen Werten und nicht auf der buchstabengetreuen Auslegung eines vierzehn Jahrhunderte alten Gesetzes basieren, könnten durchaus mit unseren derzeitigen Vorstellungen von Demokratie kompatibel sein. Dennoch habe ich persönlich niemals die Idee eines islamischen Staates unterstützt, in dem religiöse Identität und Theologie benutzt oder dahingehend manipuliert werden, eine Gesellschaft auf eine Weise  zu strukturieren, die im Gegensatz zu den demokratischen Prinzipien und den Menschenrechten für alle Menschen steht, unabhängig von Rasse, Religion, ethnischer Zugehörigkeit oder Geschlecht.</p>
<p><strong>Ich habe nichts für einen Staat übrig, der ausdrücklich für eine bestimmte religiöse oder ethnische Gemeinschaft gegründet wurde.</strong> Es ist mir gleichgültig, wie ein solcher Staat genannt wird oder auf welcher historischen Basis seine Gründung beruht. Ich bin überzeugt, dass ein solcher Staat unfehlbar auf eine Diskriminierung des Teils seiner Bürger zurückgreifen muss, der nicht in das geltende religiöse oder ethnische Schema passt, um seine exklusivistische, religiöse, rassische oder ethnische Identität zu bewahren. Meiner Ansicht nach <strong>muss</strong> das zumindest zu einer gesellschaftlichen und rechtlichen Diskriminierung von religiösen oder ethnischen Minderheiten führen und kann in ethnischen Säuberungen kulminieren. Das schändlichste Beispiel für Letzteres in der modernen Geschichte ist der Holocaust der Nazis. Ich lade Sie ein, einen drei Jahre alten, von mir verfassten Artikel in einer Südafrikanischen Zeitung mit dem Titel zu lesen „Wenn die Juden verschwinden, verschwinden auch wir.“ Meine Ansichten haben sich seither um nichts geändert.<br />
<a href="http://www.iol.co.za/dailynews/opinion/the-dangers-of-ignoring-the-holocaust-lessons-1460188" target="_blank">http://www.iol.co.za/dailynews/opinion/the-dangers-of-ignoring-the-holocaust-lessons-1460188</a></p>
<p><strong>Über das Existenzrecht Israels</strong></p>
<p>Es ist eine Schande, dass meine vorstehend beschriebenen Ansichten gezielt dahingehend missinterpretiert werden, dass ich angeblich zur Vernichtung eines bestimmten Staates aufrufe. Diese Anschuldigung ist Bestandteil eines kalkulierten Versuchs, in unverschämter Weise den Begriff „Antisemitismus“ als „Anti-Israelisch“ umzudefinieren.  (Übrigens vertraten und vertreten in Vergangenheit und Gegenwart &#8211;  beispielsweise einige Personen in Trumps Regierung – antisemitische Ansichten, unterstützen, jedoch den Staat Israel und werden von der Pro-Israel-Lobby wegen dieser unkritischen Unterstützung Israels nicht für ihren Antisemitismus kritisiert.)</p>
<p>Erstens lehne ich die Vorstellung ab, dass irgendein spezielles Land in unhistorischer Weise besonders „gesegnet“ oder „bevorzugt“ sein soll. Ich halte die Vorstellung für vollkommen bizarr, dass Gott ein bestimmtes Land mit besonderer Liebe betrachtet und ein anderes Land auf der anderen Seite eines Flusses, einer Eisenbahnlinie, eines Gebirges, einer Mauer oder sonst einer imaginären Linie, die in der Hauptstadt irgendeines mächtigen Landes gezogen wurde, ganz anders beurteilt.</p>
<p>Patriotismus hin oder her, die kalte historische Tatsache ist, dass Staaten kommen und gehen. Sie werden gestaltet und umgestaltet. Das Dritte Reich, das tausend Jahre alt werden sollte, ist verschwunden. Die verzweifelten Sehnsüchte der Menschen, ihre persönliche Bindung, ihre religiöse Überzeugung oder kindischer Patriotismus hat nichts mit der historischen Wahrheit zu tun.</p>
<p>„Ewig“ ist kein Konzept, das ich auf irgendeine sozial oder politisch geschaffene Entität wie einen Staat anwenden kann. Wenn andere ihre persönliche oder politische Geschichte mit einer unhistorischen Entität – die gewöhnlich als Gott bezeichnet wird – durcheinanderbringen oder aufwerten wollen, dann ist das ihre Sache. Es ist aber ziemlich dumm, von mir zu erwarten, dass ich das ebenfalls glauben soll. Und es ist grausam und unmenschlich, von anderen zu erwarten, dass sie den Preis dafür bezahlen sollen.</p>
<p>Im Übrigen bin ich nicht nur Muslim, ich bin auch Internationalist. Es gab nur einen einzigen Moment, in dem ich stolz auf die Fahne meines eigenen Landes war: der Augenblick um Mitternacht vom 26. zum 27. April 1994, als die Fahne des Südafrika der Apartheid eingeholt und die Fahne eines neuen, demokratischen, nicht rassistischen und nicht sexistischen ungeteilten Landes aufgezogen wurde.</p>
<p>Was die heute bestehenden Staaten betrifft, so akzeptiere ich ihre Existenz als historische und politische Tatsache, wobei ich mir in vollem Umfang dessen bewusst bin (ohne eine feste Meinung dazu zu haben), dass ihre Grenzen auf die gleiche Weise von der Landkarte gestrichen werden können, wie sie konstruiert wurden. Ich weigere mich, dem Druck nachzugeben, dass ich das Existenzrecht <strong>irgendeines</strong> Staates anerkennen muss. Einige Ideologen – von denen manche von ihrer Religiosität, andere von ihrem Nationalismus und wieder andere von ihre eigenen nationalen Geschichte, ihrer Scham oder ihrer Politik dazu getrieben werden – bestehen darauf, das Bekenntnis zu Israels Existenzrecht zum Lackmustest  der Zivilisation zu erheben. Diese Meinung vertrete ich nicht.</p>
<p>Mein Lackmustest der Zivilisation basiert auf Gerechtigkeit. Er basiert nicht auf den Versprechungen eines bestimmten Gottes an eine spezielle Gruppe oder ein besonderes Volk – seien es die weißen Afrikaner während der Zeit der Apartheid in Südafrika, die Protestanten in Nordirland, die indischen Muslime vor der Teilung des Landes, die sich einen muslimischen Staat wünschten, der später „Pakistan“ genannt wurde (wörtlich „das Land der Reinen“ auf Urdu) oder auch Juden, die an das Versprochene Land nur für Juden im historischen Palästina glauben.</p>
<p>Wenn man seinen Gott zum Immobilienmakler einer bestimmten Gemeinschaft reduziert, der Grundeigentum an seine Lieblingskinder verteilt, dann führt das zu außerordentlich chaotischen und hässlichen Konsequenzen für andere Menschen – insbesondere dann, wenn diese und ihre Ahnen schon seit Tausenden von Jahren in diesem Land leben.</p>
<p>Ich habe während meiner theologischen Ausbildung acht Jahre lang in einem solchen Land gelebt. Ich habe die Menschen dieses Landes ungeheuer geliebt – und mit aller Kraft gegen die soziale Unterdrückung angekämpft, der die Christen in diesem Land ausgesetzt sind.</p>
<p>Meine Weigerung, die ethische Basis solcher Staaten anzuerkennen, bedeutet nicht, dass ich ihre Einwohner hasse oder dass ich das Völkerrecht missachte. Die ethischen, politischen und rechtlichen Dimensionen eines Nationalstaates abzulehnen bedeutet nicht, die Bürger dieses Staates als Menschen abzulehnen, die Anspruch auf die gleiche Behandlung, die gleichen Chancen und die gleichen Rechte haben wie alle anderen Menschen in jedem anderen Nationalstaat auch. Es bedeutet nur die Forderung nach einer Wiedergeburt eines solchen Nationalstaats, damit er sich in eine andere Richtung entwickelt, ebenso wie der Kampf gegen die Apartheid in Südafrika ein Aufruf  zu einem neuen Südafrika war, das auf demokratischen Prinzipien und den Menschenrechten  basierte, und nicht ein Aufruf zur Zerstörung Südafrikas und seiner Menschen.</p>
<p>Weil ich die Vorstellung ablehne, dass irgendeine Person inhärent böse sein soll, glaube ich, dass, ebenso wie ein männlicher Chauvinist durch eine gerechtere Beziehung zu anderen Frauen geheilt werden kann, auch ein rassistischer Staat verändert werden kann. Ebenso glaube ich, dass einige Teile meines sexistischen Selbst sterben müssen, damit ich wahrhaft menschlich werde. Dass ist keine Aufforderung an mich, Selbstmord zu begehen, und auch keine Einladung an andere, mich umzubringen.</p>
<p><strong>Über die Unterstützung des Terrorismus</strong></p>
<p>Ich komme von einem Kontinent, Afrika, der seine Freiheit und Befreiung – vom europäischen Kolonialismus, der seine Menschen terrorisierte – hauptsächlich durch etwas erreichte, was damals als „Terrorismus“ bezeichnet wurde, aus einem Land, dessen Gründungsvater Nelson Mandela 27 Jahre im Gefängnis verbrachte. Er ging nicht ins Gefängnis, weil er Friedenskonzerte in einem Park oder Picknickausflüge für Sonntagsschulen organisiert hatte, sondern weil er für den bewaffneten Kampf ausgebildet war und einen solchen Kampf gegen das Apartheidregime führte. Praktischerweise wird heute vergessen, dass das Apartheidregime Mandela vor die Wahl gestellt hatte, zehn Jahre früher aus dem Gefängnis entlassen zu werden, sofern er sich verpflichtete, sich von jeder Gewaltanwendung zu distanzieren. Er entschloss sich, dies nicht zu tun. Tatsächlich stand Mandela noch vier Jahre nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis auf der Terroristenliste der USA – als er bereits Friedensnobelpreisträger und der beliebteste Großvater der Welt war.</p>
<p>Mandela ist nicht der einzige, dessen Status als Terrorist sich veränderte. Beispiele hierfür sind Gerry Adams von der Irischen Republikanischen Armee, Menachem Begin und Ariel Scharon, um nur einige zu nennen. Erst kürzlich wurde bekanntgegeben, dass Gulbuddin Hikmatyar, ein afghanischer Warlord oder Staatsmann, (suchen Sie sich aus, was Sie für zutreffend halten) von der Terroristenliste der USA gestrichen wurde. Die Irgun und die Haganna waren zwei jüdische Organisationen, die einen Terrorkrieg gegen die Engländer in Palästina führten. Die Irgun war für die Bombenexplosion im King David Hotel am 22. Juli 1946 verantwortlich, dem Zentralbüro der britischen Mandatsverwaltung, wobei 91 Menschen ums Leben kamen, darunter viele Diplomaten.</p>
<p>Heute sind einige dieser Personen für manche Menschen zur Legende geworden, während sie für andere nach wie vor Terroristen sind. Manche, die in solchen Schlachten ums Leben kommen, werden als Kandidaten für die Hölle betrachtet, während andere als Märtyrer gelten. „Terrorismus“ ist immer ein vieldeutiges Wort, und seine Bedeutung hängt ausschließlich davon ab, wann und von wem es benutzt  wird und zu welchem politischen Zweck.</p>
<p>Die Besuche Leila Khaleds in Südafrika schlagen jedes Mal hohe Wellen. Khaled, die der Volksfront für die Befreiung Palästinas angehört, wird vom Großteil der Bevölkerung immer noch als Freiheitskämpferin verehrt, und unzählige südafrikanische Mädchen wurden nach ihr benannt. Bei ihren Besuchen in Südafrika wird sie gewöhnlich von Kabinettsmitgliedern  vom Flughafen abgeholt, und bei ihren öffentlichen Auftritten sitzen meistens irgendwelche Minister mit  ihr auf der Bühne. (Auf dem einzigen Bild, auf dem ich hinter ihr stehe, das die Runde macht, steht Ministerin Ayanda Dlodlo neben ihr.) Selbst Großvater Mandela äußerte den Wunsch, sich mit ihr zu treffen und verlangte, mit ihr fotografiert zu werden. Hier sind zwei Fotos von drei Terroristen – von denen zwei Nobelpreisträger sind.<br />
<a href="http://ymlp.com/zKJiYw" target="_blank">http://ymlp.com/zKJiYw</a><br />
<a href="https://twitter.com/bdssouthafrica/status/409243321911885824" target="_blank">https://twitter.com/bdssouthafrica/status/409243321911885824</a></p>
<p>Ich kann durchaus verstehen, dass Khaled für manche immer noch eine Terroristin ist, ebenso wie Menachem Begin und Ariel Scharon von vielen anderen nach wie vor als Terroristen betrachtet werden. Gewaltanwendung – oder die Drohung mit Gewalt – war bei allen Kämpfen um Freiheit, Selbstbestimmung oder Macht schon immer ein kontrovers diskutiertes Thema. Manchmal wird die Gewalt entschuldigt oder wegerklärt und manchmal wird sie verurteilt  und Rechenschaft dafür gefordert. Im Endeffekt ist jede Gewaltanwendung, die gegen Zivilisten gerichtet ist, eine Anklage gegen die abscheuliche Natur der globalen menschlichen Gemeinschaft, für die Gewalt zu einem normalen Instrument zu Lösung von Konflikten geworden ist.</p>
<p><strong>BDS-Südafrika und Gewalt</strong></p>
<p>Habe ich oder hat ein anderes Mitglied von BDS-Südafrika jemals Spendengelder für Leila Khaled oder irgendeine Organisation gesammelt, die von <strong>irgendjemandem</strong> als terroristisch eingestuft wurde? Nein!</p>
<p>Befürworten wir gewaltsame Mittel  zur Lösung politischer Probleme? Nein, das haben wir nie getan und tun es auch heute nicht!</p>
<p>BDS ist eine gewaltfreie Menschenrechtsbewegung, deren Aufgabe es ist, Israels Verbrechen der Apartheid gegen das palästinensische Volk aufzudecken – gegen Muslime, Christen oder Menschen, die Anhänger irgendeiner anderen Religion oder gar keiner Religion sind.</p>
<p>Für BDS-Südafrika ist Gewalt in jeder Form keine Möglichkeit, auf die wir zurückgreifen, um die brutale Besetzung des palästinensischen Volkes durch Israel zu beenden. Eben dies ist der Grund, warum wir die Menschen aufrufen, sich am friedlichen und gewaltlosen Boykott, dem Kapitalabzug und den Sanktionen gegen Israel zu beteiligen – nicht gegen das biblische <em>Erez Israel</em> und auch nicht gegen das jüdische Volk, sondern gegen den modernen Apartheidstaat Israel.</p>
<p>In dem Land, aus dem ich komme, ist unsere Position weit verbreitet – es ist ein Land, das hart um seine Befreiung gekämpft hat und sich sehr genau erinnert, wer seine Verbündeten waren und welches die hartnäckigsten Verbündeten der Apartheid waren (zu denen auch der Staat Israel gehörte). Wir sind ein Volk, das Apartheid erkennt, wenn wir sie sehen.</p>
<p><a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2017/02/170208_2nd-Statement-by-Farid-Esack-on.pdf" target="_blank">Original</a></p>
<hr />
<p><strong>Antisemitismus und der Kampf der Palästinenser um Gerechtigkeit</strong></p>
<p>Farid Esack (BDS-Südafrika)</p>
<p>Hamburg, 11. Januar 2017</p>
<p>Ich bin Religionswissenschaftler oder genauer gesagt Professor für islamische Studien.  Ich habe akademische Positionen in Südafrika, Deutschland und den USA bekleidet und in der ganzen Welt Vorlesungen über Religion, den Islam und Politik gehalten.</p>
<p>Ich habe aktiv am Kampf gegen die Apartheid teilgenommen und mich aus Prinzip ununterbrochen um Gendergerechtigkeit bemüht, als Umweltaktivist gewirkt und den Kampf gegen Rassismus sowie den Kampf der Palästinenser gegen die israelische Apartheid unterstützt.</p>
<p>Ich und zahlreiche Aktivisten werden zunehmend bezichtigt, Antisemiten zu sein, wenn wir Vorträge  zur Unterstützung des palästinensischen Kampfes und der internationalen BDS-Bewegung halten. (BDS: Boykott, Kapitalabzug und Sanktionen gegen Israel). Im vergangenen Jahr gerieten die Organisatoren meiner Vortragstour an verschiedenen französischen Universitäten unter immensen Druck, die Vorträge abzublasen. Ohne Erfolg. Aber die Unterstellung, Antisemit zu sein wurde neuerdings auch in Deutschland gegen mich erhoben.</p>
<p>Die Anschuldigungen richten sich vorwiegend gegen die internationale BDS-Bewegung, genauer gesagt, gegen BDS-Südafrika (BDS-SA), denn aus der Art der Vorwürfe geht hervor, dass ich in meiner Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender von BDS-SA des Antisemitismus bezichtigt werde. Die Anschuldigungen beinhalten die besonders erbitternde und vollkommen haltlose Behauptung, BDS-SA habe zur Ermordung von Juden aufgerufen.</p>
<p>Diese Bezichtigungen erfolgen im Rahmen einer viele hundert Millionen Dollar teuren Operation der israelischen Regierung, die inszeniert wird, um dem, was für Unterstützer des Kampfes der Palästinenser um Gerechtigkeit möglich ist oder auch nur gedacht werden darf, möglichst enge Grenzen zu setzen. Die Logik dieser Bemühungen ist ganz einfach: überall da, wo betrübliche Ignoranz herrscht –auch an den Universitäten &#8211; für Kontroversen bezüglich jeder Unterstützung der Palästinenser zu sorgen, und den Verantwortlichen für die Verwaltung der Universitäten und allen  Entitäten, die Räumlichkeiten für Solidaritätsveranstaltungen mit den Palästinensern zur Verfügung stellen, das Leben so schwer wie möglich zu machen. Verwaltungsangestellte wollen gewöhnlich nur  in Ruhe ihr Leben leben und sind selten bereit, sich mit Kontroversen auseinanderzusetzen.</p>
<p>Ich glaube keinen Augenblick lang, dass die Personen, die solche Anschuldigungen am lautstärksten verbreiten, diese selbst ernst nehmen. Sie wissen lediglich ihre Wirksamkeit als Mittel zu schätzen, um jede abweichende Meinung zu unterdrücken. Leider sind sie ebenso wie der Nazi-Mörder Joseph Goebbels davon überzeugt, dass man eine Lüge nur oft genug wiederholen muss, damit sie schließlich geglaubt wird. Dadurch bin ich zu meinem Bedauern wieder einmal gezwungen, die Sache richtig zu stellen, wobei ich jedoch gleichzeitig das Thema Vorurteil und Diskriminierung untersuche.</p>
<p>Weder ich noch ein anderes Vorstandsmitglied von BDS-SA haben jemals irgendeine Erklärung abgegeben, die vernünftiger Weise als Antisemitismus interpretiert werden könnte. Unter Antisemitismus verstehe ich die Vorstellung, dass Bosheit oder irgendetwas Negatives für das jüdische Volk als ethnische oder religiöse Gemeinschaft kennzeichnend ist, oder dass das jüdische Volk „inhärent“ irgendwelche Gruppeneigenschaften außerhalb eines historischen oder anderen Kontexts  besitzt und/oder dass dem jüdischen Volk aufgrund seiner ethnischen oder religiösen Identität Schaden zugefügte werden muss.</p>
<p>Mein Leben lang habe ich mich konsequent gegen jede Form von „Rassismus“ gewendet. Unter Rassismus verstehe ich sowohl das Vorurteil und die Art und Weise, wie dieses von den Mächtigen benutzt wird, als auch die Vorstellung, dass irgendein menschlicher Charakterzug oder eine gute oder schlechte Eigenschaft einer bestimmten Rasse oder ethnischen Gruppe zugeordnet werden kann, und die Tendenz der Mächtigen, dies für ihre Zwecke nutzbar zu machen. Tatsächlich vertrete ich die Meinung, dass bereits die Vorstellung von der Existenz bestimmter Rassen mit spezifischen Wesenszügen eine wissenschaftliche Absurdität und eine menschliche Erfindung ist.</p>
<p>Rassismus kann verschiedene Formen annehmen – und in dem Ausmaß, in dem viele Juden (und andere) sich selbst als Rasse betrachten, kann die Ablehnung alles Jüdischen als Rassismus beschrieben werden. Diese Form des Rassismus war während eines großen Teils der Geschichte des Christentums besonders tief verwurzelt und abscheulich.</p>
<p>Obwohl die antijüdische Gesinnung in muslimischen Gesellschaften niemals das barbarische Ausmaß erreichte wie in Europa, wo sie in der Ermordung von rund 6 Millionen Juden kulminierte, machten sich etliche muslimische Gesellschaften ebenfalls der antijüdischen Diskriminierung schuldig, und leider ist antijüdischer Rassismus unter Muslimen auch heute nicht ungewöhnlich. Als Muslim habe ich immer wieder mein Bedauern und meinen Ärger darüber zum Ausdruck gebracht, habe diesen Rassismus als Aktivist verurteilt und als Akademiker darüber geschrieben. Ferner habe ich eine Kampagne gegen muslimischen Antisemitismus initiiert.</p>
<p>Wenn ein Volk – gleichgültig welches Volk – sich selbst aufgrund seines „Blutes“ oder seiner Hautfarbe besondere menschliche Charakteristika oder Verantwortlichkeiten zuschreibt, dann ist auch das eine Form von Rassismus.</p>
<p>Bestimmten Menschen aufgrund ihrer Blutlinien bestimmte soziale Rollen zuzuschreiben oder Erwartungen an sie zu stellen, ist ebenfalls Rassismus. Beispiele dafür sind Slogans wie „ die Weißen sind dazu geschaffen, für die Schwarzen zu sorgen“, „Ostasiaten sind eine ‚Muster-Minorität‘“, „Alle Weißen sind Teufel“, „Die Iren sind dumm“ oder „Die Juden sind das auserwählte Volk“.</p>
<p>Die Schrecknisse des Holocaust waren, ebenso wie andere Katastrophen der  Menschheit, in einmaliger Weise entsetzlich. Aber eine Form des Rassismus – in diesem Fall den Antisemitismus – zu einer eigenen Klasse zu erheben, für den ein eigener, für Antisemiten reservierter Platz in der Hölle vorgesehen ist, ist in Wahrheit eine weitere Manifestation der privilegierten Stellung der Weißen. Ferner ist es ein Beispiel dafür, wie Europa seine spezifischen Ängste auf die ganze Welt projiziert.  Wer ernsthaft besorgt über den Antisemitismus als Bestandteil seiner Opposition gegen jede Form von Rassismus ist, muss sich davor hüten, diese Form des Rassismus zu einem Verbrechen zu erheben, das schwerer wiegt als andere. Dies ist besonders relevant angesichts der Tatsache, dass die Juden in der heutigen Welt in ihrem täglichen Leben nicht die gleiche Diskriminierung erfahren wie beispielsweise schwarze Menschen und insbesondere afrikanische Amerikaner.  Oder auch Muslime gegenwärtig in Südafrika, wo man ohne Weiteres behaupten könnte, dass Islamphobie wesentlich ausgeprägter ist als Antisemitismus.  In anderen  Ländern, insbesondere in Europa, ist die Islamphobie  (und der anti-afrikanische Rassismus sowie der Glaube an die Überlegenheit der Weißen) wesentlich schlimmer. Alle Formen von Rassismus haben ihre Bedeutung, und jede muss entsprechend der Wirkung bewertet werden, die sie zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte für ein Volk hat.</p>
<p>Manche Juden versuchen verzweifelt, den gegenwärtigen israelischen Staat zu einem Synonym der jüdischen Identität zu machen und diese Vorstellung zu einer strikten Form von Orthodoxie zu erklären . Kritik am Staat Israel bedeutet für sie Kritik an allen Juden. Sie „synonymisieren“ die beiden Begriffe (die Juden und den Staat Israel). Viele andere, darunter auch mache orthodoxen religiösen Juden und anti- oder nicht zionistische Juden wie Ruth First, Denis Goldberg, Ronnie Kasrils  und in zunehmendem Maß jüngere Juden lehnen diese Synonymisierung ab. Diese Logik erinnert an die Behauptung des ISIS, dass jeder, der seine besondere Form des Islam nicht akzeptiert, ein <em>Kafir</em>, (arabisch für ‚Ketzer‘) oder ein Feind des Islam ist, der alle Muslime hasst. Diese Logik (Judaismus/Juden = der Staat Israel) zu akzeptieren, bedeutet, die vielen Juden auszuschließen, die mit dem Staat Israel nicht einverstanden sind (entweder mit der Idee eines jüdischen Staates oder der Vorstellung, dass dieser Staat kein Unrecht begehen kann).</p>
<p>Israel und der politische Zionismus sind der Mechanismus, den viele Juden in aller Welt als sicherste Garantie für das Überleben des jüdischen Volkes sehen. Manche würden sogar behaupten, er sei „die einzige Möglichkeit, um zu überleben“. Selbst wenn man diese falsche Prämisse akzeptiert – und viele tun dies nicht – ist es ein eigenartiges europäisches Phänomen, ein anderes Volk, die Palästinenser, zu zwingen, einen hohen Preis– in Form von Leben, Würde und Land – für diese Vorstellung vom „Überleben“ zu zahlen. Die politischen Zionisten – von denen viele Atheisten waren und sind – haben kein Problem damit, dieses politische Projekt mit der biblischen Vorstellung von Gottes Versprechen an das jüdische Volk zu verschmelzen, dem Konzept des gelobten Landes. Aber wie die Südafrikaner bezeugen können, haben Apartheid und Kolonialisierung nichts Biblisches oder Heiliges an sich.</p>
<p>Einem Gemeinwesen steht es natürlich frei, an ein Versprechen Gottes zu glauben. Aber in einer Welt, in der es zahlreiche Gemeinschaften gibt, die alle ihre eigenen Götter und Vorstellungen von Gott und ihre eigenen heiligen Texte haben, führt dies notgedrungen zu unschönen Entwicklungen. Gegenwärtig besteht der einzige uns zur Verfügung stehende Mechanismus für Gespräche, die uns aus dem Chaos herausführen können, in den universellen Menschenrechten, dem Völkerrecht und der dialogischen Ethik. Die Tatsache, dass sowohl die staatlichen als auch die nicht-staatlichen Akteure regelmäßig auf nackte Gewalt zurückgreifen, um ohne Rücksicht auf diese ihren Willen durchzusetzen, macht sie nicht ungültig oder sinnlos – insbesondere nicht für die Menschen, denen es um Freiheit und Gerechtigkeit geht.</p>
<p>BDS ist eine internationale Kampagne  mit dem Ziel, Israel für seine zahlreichen Menschenrechteverletzungen gegen die Palästinenser zur Verantwortung zu ziehen. Sie hat sehr viel mit den Folgen des europäischen Antisemitismus für das palästinensische Volk zu tun, aber absolut nichts mit den Überzeugungen, die der langen und abscheulichen Geschichte des europäischen Antisemitismus zugrunde liegen. Leider ist die antijüdische Gesinnung in Europa unter der Oberfläche nach wie vor lebendig und aktiv. Und ich spreche hier vom „alten Europa“ und nicht von dem Europa der jüngsten – vorwiegend muslimischen – Immigranten.</p>
<p>Die internationale BDS-Bewegung hat ihre Wurzeln und bezieht ihre Inspirationen aus der erfolgreichen Boykottbewegung im Kampf gegen die Apartheid in Südafrika. In dieser Bewegung spielten Kirchen, Menschenrechtsorganisationen, Interessengruppen, Aktivisten und viele nicht kirchlich organisierte Menschen aus Deutschland, den Niederlanden, Irland, Großbritannien und den USA sowie Regierungen von Ländern wie Kuba, Tansania, Sambia, der Sowjetunion, Schweden , Algerien und andere eine bedeutende Rolle. Gegen die Apartheid zu sein machte einen zum Gegner der Vorherrschaft der Weißen in Südafrika. Es machte einen jedoch nicht zum Gegner Südafrikas und bedeutete auch nicht, dass man ein Gegner der Weißen war.</p>
<p>Ausgerechnet Südafrika in den sechziger und siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts mit Sanktionen zu belegen, bedeutete nicht, dass man die weißen Südafrikaner besonders hasste oder dass man nicht an Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit in anderen Zusammenhängen interessiert war. Es bedeutete lediglich, dass man, wenn man seinen Aktivismus ernst nahm, mit der Realität zu kämpfen hatte, dass der Tag nur 24 Stunden hat.</p>
<p>Die Entscheidung, auf welche Manifestationen von Ungerechtigkeit sich einzelne Personen oder Gruppen konzentrieren wollen, ist ausschließlich ihre eigene Sache. Der Entschluss, sich gegen die Unterdrückung der Rohingya-Muslime in Burma zu engagieren, macht einen nicht zum Hasser der Burmesen und bedeutet auch nicht, dass man gegen das burmesische Volk, gegen Buddhisten oder gegen die burmesische Regierung mehr Ressentiments hegt als gegen andere Unterdrücker. Wenn man sich entscheidet, sich auf die Gerechtigkeit in der Beziehung zwischen den Geschlechtern zu konzentrieren statt sich für Black Lives Matter zu engagieren, bedeutet das nicht, dass man ein Feind  aller Männer ist.</p>
<p>BDS-Südafrika arbeitet mit Mitgliedern aller Gemeinschaftenn, einschließlich der jüdischen Gemeinschaft in Fragen der Gerechtigkeit und der Befreiung der Palästinenser zusammen. Sie ist Teil einer internationalen und gewaltfreien Bewegung für die Befreiung – ja, hauptsächlich die Befreiung der Palästinenser. Aber ebenso wie das Ende der Apartheid eine ernsthafte Möglichkeit für viele Weiße bedeutete, wirklich menschlich zu werden und sich von ihrem Rassismus zu befreien, und ebenso wie Gerechtigkeit für die Frauen die einzige Möglichkeit für die wahre Befreiung der Männer ist, so wird die Freiheit für die Palästinenser die Befreiung vieler Zionisten von ihrem rassistischen Denken und ihren Ängste vor den Palästinensern bedeuten.</p>
<p>Diese Bewegung und ihre Vertreter als Antisemiten zu beschreiben ist weder korrekt noch im Interesse das Kampfes gegen Rassismus, Unterdrückung und Ungerechtigkeit.</p>
<p>&nbsp;</p>

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<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/2-stellungnahme-von-farid-esack/">2. Stellungnahme von Farid Esack &#8211; Über einen Islamischen Staat, das Existenzrecht Israels, Terrorismus und Gewalt</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>1. Stellungnahme von Farid Esack &#8211; Antisemitismus und der Kampf der Palästinenser um Gerechtigkeit</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/1-stellungnahme-von-farid-esack-antisemitismus-und-der-kampf-der-palaestinenser-um-gerechtigkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bjoern]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Feb 2017 23:23:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erklärungen]]></category>
		<category><![CDATA[BDS Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Farid Esack]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hamburg, 11. Januar 2017 Ich bin Religionswissenschaftler oder genauer gesagt Professor für islamische Studien.  Ich habe akademische Positionen in Südafrika,</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/1-stellungnahme-von-farid-esack-antisemitismus-und-der-kampf-der-palaestinenser-um-gerechtigkeit/">1. Stellungnahme von Farid Esack &#8211; Antisemitismus und der Kampf der Palästinenser um Gerechtigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>
<p><figure style="width: 320px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://c1.staticflickr.com/1/666/32491053852_875465c382_n.jpg" width="320" height="213" /><figcaption class="wp-caption-text">Farid Esack (BDS-Südafrika)</figcaption></figure></p>
<p>Hamburg, 11. Januar 2017</p>
<p>Ich bin Religionswissenschaftler oder genauer gesagt Professor für islamische Studien.  Ich habe akademische Positionen in Südafrika, Deutschland und den USA bekleidet und in der ganzen Welt Vorlesungen über Religion, den Islam und Politik gehalten.</p>
<p>Ich habe aktiv am Kampf gegen die Apartheid teilgenommen und mich aus Prinzip ununterbrochen um Gendergerechtigkeit bemüht, als Umweltaktivist gewirkt und den Kampf gegen Rassismus sowie den Kampf der Palästinenser gegen die israelische Apartheid unterstützt.</p>
<p><span id="more-8581"></span></p>
<p>Ich und zahlreiche Aktivisten werden zunehmend bezichtigt, Antisemiten zu sein, wenn wir Vorträge  zur Unterstützung des palästinensischen Kampfes und der internationalen BDS-Bewegung halten. (BDS: Boykott, Kapitalabzug und Sanktionen gegen Israel). Im vergangenen Jahr gerieten die Organisatoren meiner Vortragstour an verschiedenen französischen Universitäten unter immensen Druck, die Vorträge abzublasen. Ohne Erfolg. Aber die Unterstellung, Antisemit zu sein wurde neuerdings auch in Deutschland gegen mich erhoben.</p>
<p>Die Anschuldigungen richten sich vorwiegend gegen die internationale BDS-Bewegung, genauer gesagt, gegen BDS-Südafrika (BDS-SA), denn aus der Art der Vorwürfe geht hervor, dass ich in meiner Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender von BDS-SA des Antisemitismus bezichtigt werde. Die Anschuldigungen beinhalten die besonders erbitternde und vollkommen haltlose Behauptung, BDS-SA habe zur Ermordung von Juden aufgerufen.</p>
<p>Diese Bezichtigungen erfolgen im Rahmen einer viele hundert Millionen Dollar teuren Operation der israelischen Regierung, die inszeniert wird, um dem, was für Unterstützer des Kampfes der Palästinenser um Gerechtigkeit möglich ist oder auch nur gedacht werden darf, möglichst enge Grenzen zu setzen. Die Logik dieser Bemühungen ist ganz einfach: überall da, wo betrübliche Ignoranz herrscht –auch an den Universitäten &#8211; für Kontroversen bezüglich jeder Unterstützung der Palästinenser zu sorgen, und den Verantwortlichen für die Verwaltung der Universitäten und allen  Entitäten, die Räumlichkeiten für Solidaritätsveranstaltungen mit den Palästinensern zur Verfügung stellen, das Leben so schwer wie möglich zu machen. Verwaltungsangestellte wollen gewöhnlich nur  in Ruhe ihr Leben leben und sind selten bereit, sich mit Kontroversen auseinanderzusetzen.</p>
<p>Ich glaube keinen Augenblick lang, dass die Personen, die solche Anschuldigungen am lautstärksten verbreiten, diese selbst ernst nehmen. Sie wissen lediglich ihre Wirksamkeit als Mittel zu schätzen, um jede abweichende Meinung zu unterdrücken. Leider sind sie ebenso wie der Nazi-Mörder Joseph Goebbels davon überzeugt, dass man eine Lüge nur oft genug wiederholen muss, damit sie schließlich geglaubt wird. Dadurch bin ich zu meinem Bedauern wieder einmal gezwungen, die Sache richtig zu stellen, wobei ich jedoch gleichzeitig das Thema Vorurteil und Diskriminierung untersuche.</p>
<p>Weder ich noch ein anderes Vorstandsmitglied von BDS-SA haben jemals irgendeine Erklärung abgegeben, die vernünftiger Weise als Antisemitismus interpretiert werden könnte. Unter Antisemitismus verstehe ich die Vorstellung, dass Bosheit oder irgendetwas Negatives für das jüdische Volk als ethnische oder religiöse Gemeinschaft kennzeichnend ist, oder dass das jüdische Volk „inhärent“ irgendwelche Gruppeneigenschaften außerhalb eines historischen oder anderen Kontexts  besitzt und/oder dass dem jüdischen Volk aufgrund seiner ethnischen oder religiösen Identität Schaden zugefügte werden muss.</p>
<p>Mein Leben lang habe ich mich konsequent gegen jede Form von „Rassismus“ gewendet. Unter Rassismus verstehe ich sowohl das Vorurteil und die Art und Weise, wie dieses von den Mächtigen benutzt wird, als auch die Vorstellung, dass irgendein menschlicher Charakterzug oder eine gute oder schlechte Eigenschaft einer bestimmten Rasse oder ethnischen Gruppe zugeordnet werden kann, und die Tendenz der Mächtigen, dies für ihre Zwecke nutzbar zu machen. Tatsächlich vertrete ich die Meinung, dass bereits die Vorstellung von der Existenz bestimmter Rassen mit spezifischen Wesenszügen eine wissenschaftliche Absurdität und eine menschliche Erfindung ist.</p>
<p>Rassismus kann verschiedene Formen annehmen – und in dem Ausmaß, in dem viele Juden (und andere) sich selbst als Rasse betrachten, kann die Ablehnung alles Jüdischen als Rassismus beschrieben werden. Diese Form des Rassismus war während eines großen Teils der Geschichte des Christentums besonders tief verwurzelt und abscheulich.</p>
<p>Obwohl die antijüdische Gesinnung in muslimischen Gesellschaften niemals das barbarische Ausmaß erreichte wie in Europa, wo sie in der Ermordung von rund 6 Millionen Juden kulminierte, machten sich etliche muslimische Gesellschaften ebenfalls der antijüdischen Diskriminierung schuldig, und leider ist antijüdischer Rassismus unter Muslimen auch heute nicht ungewöhnlich. Als Muslim habe ich immer wieder mein Bedauern und meinen Ärger darüber zum Ausdruck gebracht, habe diesen Rassismus als Aktivist verurteilt und als Akademiker darüber geschrieben. Ferner habe ich eine Kampagne gegen muslimischen Antisemitismus initiiert.</p>
<p>Wenn ein Volk – gleichgültig welches Volk – sich selbst aufgrund seines „Blutes“ oder seiner Hautfarbe besondere menschliche Charakteristika oder Verantwortlichkeiten zuschreibt, dann ist auch das eine Form von Rassismus.</p>
<p>Bestimmten Menschen aufgrund ihrer Blutlinien bestimmte soziale Rollen zuzuschreiben oder Erwartungen an sie zu stellen, ist ebenfalls Rassismus. Beispiele dafür sind Slogans wie „ die Weißen sind dazu geschaffen, für die Schwarzen zu sorgen“, „Ostasiaten sind eine ‚Muster-Minorität‘“, „Alle Weißen sind Teufel“, „Die Iren sind dumm“ oder „Die Juden sind das auserwählte Volk“.</p>
<p>Die Schrecknisse des Holocaust waren, ebenso wie andere Katastrophen der  Menschheit, in einmaliger Weise entsetzlich. Aber eine Form des Rassismus – in diesem Fall den Antisemitismus – zu einer eigenen Klasse zu erheben, für den ein eigener, für Antisemiten reservierter Platz in der Hölle vorgesehen ist, ist in Wahrheit eine weitere Manifestation der privilegierten Stellung der Weißen. Ferner ist es ein Beispiel dafür, wie Europa seine spezifischen Ängste auf die ganze Welt projiziert.  Wer ernsthaft besorgt über den Antisemitismus als Bestandteil seiner Opposition gegen jede Form von Rassismus ist, muss sich davor hüten, diese Form des Rassismus zu einem Verbrechen zu erheben, das schwerer wiegt als andere. Dies ist besonders relevant angesichts der Tatsache, dass die Juden in der heutigen Welt in ihrem täglichen Leben nicht die gleiche Diskriminierung erfahren wie beispielsweise schwarze Menschen und insbesondere afrikanische Amerikaner.  Oder auch Muslime gegenwärtig in Südafrika, wo man ohne Weiteres behaupten könnte, dass Islamphobie wesentlich ausgeprägter ist als Antisemitismus.  In anderen  Ländern, insbesondere in Europa, ist die Islamphobie  (und der anti-afrikanische Rassismus sowie der Glaube an die Überlegenheit der Weißen) wesentlich schlimmer. Alle Formen von Rassismus haben ihre Bedeutung, und jede muss entsprechend der Wirkung bewertet werden, die sie zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte für ein Volk hat.</p>
<p>Manche Juden versuchen verzweifelt, den gegenwärtigen israelischen Staat zu einem Synonym der jüdischen Identität zu machen und diese Vorstellung zu einer strikten Form von Orthodoxie zu erklären . Kritik am Staat Israel bedeutet für sie Kritik an allen Juden. Sie „synonymisieren“ die beiden Begriffe (die Juden und den Staat Israel). Viele andere, darunter auch mache orthodoxen religiösen Juden und anti- oder nicht zionistische Juden wie Ruth First, Denis Goldberg, Ronnie Kasrils  und in zunehmendem Maß jüngere Juden lehnen diese Synonymisierung ab. Diese Logik erinnert an die Behauptung des ISIS, dass jeder, der seine besondere Form des Islam nicht akzeptiert, ein <em>Kafir</em>, (arabisch für ‚Ketzer‘) oder ein Feind des Islam ist, der alle Muslime hasst. Diese Logik (Judaismus/Juden = der Staat Israel) zu akzeptieren, bedeutet, die vielen Juden auszuschließen, die mit dem Staat Israel nicht einverstanden sind (entweder mit der Idee eines jüdischen Staates oder der Vorstellung, dass dieser Staat kein Unrecht begehen kann).</p>
<p>Israel und der politische Zionismus sind der Mechanismus, den viele Juden in aller Welt als sicherste Garantie für das Überleben des jüdischen Volkes sehen. Manche würden sogar behaupten, er sei „die einzige Möglichkeit, um zu überleben“. Selbst wenn man diese falsche Prämisse akzeptiert – und viele tun dies nicht – ist es ein eigenartiges europäisches Phänomen, ein anderes Volk, die Palästinenser, zu zwingen, einen hohen Preis– in Form von Leben, Würde und Land – für diese Vorstellung vom „Überleben“ zu zahlen. Die politischen Zionisten – von denen viele Atheisten waren und sind – haben kein Problem damit, dieses politische Projekt mit der biblischen Vorstellung von Gottes Versprechen an das jüdische Volk zu verschmelzen, dem Konzept des gelobten Landes. Aber wie die Südafrikaner bezeugen können, haben Apartheid und Kolonialisierung nichts Biblisches oder Heiliges an sich.</p>
<p>Einem Gemeinwesen steht es natürlich frei, an ein Versprechen Gottes zu glauben. Aber in einer Welt, in der es zahlreiche Gemeinschaften gibt, die alle ihre eigenen Götter und Vorstellungen von Gott und ihre eigenen heiligen Texte haben, führt dies notgedrungen zu unschönen Entwicklungen. Gegenwärtig besteht der einzige uns zur Verfügung stehende Mechanismus für Gespräche, die uns aus dem Chaos herausführen können, in den universellen Menschenrechten, dem Völkerrecht und der dialogischen Ethik. Die Tatsache, dass sowohl die staatlichen als auch die nicht-staatlichen Akteure regelmäßig auf nackte Gewalt zurückgreifen, um ohne Rücksicht auf diese ihren Willen durchzusetzen, macht sie nicht ungültig oder sinnlos – insbesondere nicht für die Menschen, denen es um Freiheit und Gerechtigkeit geht.</p>
<p>BDS ist eine internationale Kampagne  mit dem Ziel, Israel für seine zahlreichen Menschenrechteverletzungen gegen die Palästinenser zur Verantwortung zu ziehen. Sie hat sehr viel mit den Folgen des europäischen Antisemitismus für das palästinensische Volk zu tun, aber absolut nichts mit den Überzeugungen, die der langen und abscheulichen Geschichte des europäischen Antisemitismus zugrunde liegen. Leider ist die antijüdische Gesinnung in Europa unter der Oberfläche nach wie vor lebendig und aktiv. Und ich spreche hier vom „alten Europa“ und nicht von dem Europa der jüngsten – vorwiegend muslimischen – Immigranten.</p>
<p>Die internationale BDS-Bewegung hat ihre Wurzeln und bezieht ihre Inspirationen aus der erfolgreichen Boykottbewegung im Kampf gegen die Apartheid in Südafrika. In dieser Bewegung spielten Kirchen, Menschenrechtsorganisationen, Interessengruppen, Aktivisten und viele nicht kirchlich organisierte Menschen aus Deutschland, den Niederlanden, Irland, Großbritannien und den USA sowie Regierungen von Ländern wie Kuba, Tansania, Sambia, der Sowjetunion, Schweden , Algerien und andere eine bedeutende Rolle. Gegen die Apartheid zu sein machte einen zum Gegner der Vorherrschaft der Weißen in Südafrika. Es machte einen jedoch nicht zum Gegner Südafrikas und bedeutete auch nicht, dass man ein Gegner der Weißen war.</p>
<p>Ausgerechnet Südafrika in den sechziger und siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts mit Sanktionen zu belegen, bedeutete nicht, dass man die weißen Südafrikaner besonders hasste oder dass man nicht an Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit in anderen Zusammenhängen interessiert war. Es bedeutete lediglich, dass man, wenn man seinen Aktivismus ernst nahm, mit der Realität zu kämpfen hatte, dass der Tag nur 24 Stunden hat.</p>
<p>Die Entscheidung, auf welche Manifestationen von Ungerechtigkeit sich einzelne Personen oder Gruppen konzentrieren wollen, ist ausschließlich ihre eigene Sache. Der Entschluss, sich gegen die Unterdrückung der Rohingya-Muslime in Burma zu engagieren, macht einen nicht zum Hasser der Burmesen und bedeutet auch nicht, dass man gegen das burmesische Volk, gegen Buddhisten oder gegen die burmesische Regierung mehr Ressentiments hegt als gegen andere Unterdrücker. Wenn man sich entscheidet, sich auf die Gerechtigkeit in der Beziehung zwischen den Geschlechtern zu konzentrieren statt sich für Black Lives Matter zu engagieren, bedeutet das nicht, dass man ein Feind  aller Männer ist.</p>
<p>BDS-Südafrika arbeitet mit Mitgliedern aller Gemeinschaftenn, einschließlich der jüdischen Gemeinschaft in Fragen der Gerechtigkeit und der Befreiung der Palästinenser zusammen. Sie ist Teil einer internationalen und gewaltfreien Bewegung für die Befreiung – ja, hauptsächlich die Befreiung der Palästinenser. Aber ebenso wie das Ende der Apartheid eine ernsthafte Möglichkeit für viele Weiße bedeutete, wirklich menschlich zu werden und sich von ihrem Rassismus zu befreien, und ebenso wie Gerechtigkeit für die Frauen die einzige Möglichkeit für die wahre Befreiung der Männer ist, so wird die Freiheit für die Palästinenser die Befreiung vieler Zionisten von ihrem rassistischen Denken und ihren Ängste vor den Palästinensern bedeuten.</p>
<p>Diese Bewegung und ihre Vertreter als Antisemiten zu beschreiben ist weder korrekt noch im Interesse das Kampfes gegen Rassismus, Unterdrückung und Ungerechtigkeit.</p>

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<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/1-stellungnahme-von-farid-esack-antisemitismus-und-der-kampf-der-palaestinenser-um-gerechtigkeit/">1. Stellungnahme von Farid Esack &#8211; Antisemitismus und der Kampf der Palästinenser um Gerechtigkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Köln:  So 11.09.2016 &#8211; Demo gegen „Koexistenz“-Kongress des JNF in Köln</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/koeln-so-11-09-2016-boykottiert-den-koexistenz-kongress-des-jnf-in-koeln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Aug 2016 14:55:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Stoppt den JNF]]></category>
		<category><![CDATA[JNF]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vertreibung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://bds-kampagne.de/?p=7784</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wann: Sonntag, 11. September 2016 10:00 Uhr Wo: Vor der Kölner Flora (Haupteingang an der Stammheimer Straße) in 50735 Köln</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/koeln-so-11-09-2016-boykottiert-den-koexistenz-kongress-des-jnf-in-koeln/">Köln:  So 11.09.2016 &#8211; Demo gegen „Koexistenz“-Kongress des JNF in Köln</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>
<p><a href="https://bdsgruppebonn.wordpress.com/2016/08/28/demo-gegen-koexistenz-kongress-des-jnf-in-koeln/"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-6643" src="http://palaestina-solidaritaet.de/wp-content/uploads/2016/08/Transp_BDS-Gruppe-Bonn_JNF-300x74.jpg" alt="Transp_BDS-Gruppe Bonn_JNF" width="300" height="74" /></a><strong>Wann: </strong>Sonntag, 11. September 2016<br />
10:00 Uhr<br />
<strong>Wo: </strong>Vor der Kölner Flora (Haupteingang an der Stammheimer Straße) in 50735 Köln</p>
<p><strong>Kolonialismus &amp; Apartheid, nicht Koexistenz sind das Geschäft des &#8218;Jüdischen Nationalfonds&#8216;</strong></p>
<p><span id="more-7784"></span></p>
<p>Am 11. September 2016 findet in Köln der 2. JNF-KKL-Kongress unter dem Motto &#8222;Koexistenz&#8220; statt.</p>
<p><span data-offset-key="avh8f-0-0"><span data-text="true">Die BDS-Gruppe Bonn, das Institut für Palästinakunde Bonn (IPK) und die Palästinensische Gemeinde</span></span> rufen dazu auf, gegen den JNF zu protestieren! Bringt möglichst Palästina-Fahnen und Transparente mit!</p>
<p><a href="http://palaestina-solidaritaet.de/wp-content/uploads/2016/08/Flugblatt-JNF-Kongress-Köln-3.pdf" target="_blank">Flugblatt:</a> <em>Kolonialismus &amp; Apartheid, nicht Koexistenz sind das Geschäft des &#8218;Jüdischen Nationalfonds&#8216;</em></p>
<p><a href="https://bdsgruppebonn.wordpress.com/2016/08/29/pressemitteilung-zum-jnf-kongress-in-koeln/">Pressemitteilung der BDS-Gruppe Bonn</a> zum JNF-Kongress in Köln [29.08.2016]<br />
<a href="http://www.ipk-bonn.de/ipk/news/2016082700.html">Presse-Erklärung des IPK </a>zum &#8222;Koexistenz&#8220;-Kongress des JNF in Köln [27.08.2016]</p>

<div class="twitter-share"><a href="https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Fbds-kampagne.de%2Fkoeln-so-11-09-2016-boykottiert-den-koexistenz-kongress-des-jnf-in-koeln%2F&#038;via=BDSKampagne" class="twitter-share-button">Twittern</a></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/koeln-so-11-09-2016-boykottiert-den-koexistenz-kongress-des-jnf-in-koeln/">Köln:  So 11.09.2016 &#8211; Demo gegen „Koexistenz“-Kongress des JNF in Köln</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Appell an Santana: Bitte sag dein Konzert in Tel Aviv ab.</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/appell-an-santana-bitte-sag-dein-konzert-in-tel-aviv-ab/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bjoern]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jul 2016 11:23:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultureller Boykott]]></category>
		<category><![CDATA[Kundgebung]]></category>
		<category><![CDATA[Apartheid]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://bds-kampagne.de/?p=7402</guid>

					<description><![CDATA[<p>Spontane Demo in Stuttgart zum Konzert von Carlos Santana, Treffen um 16:30 Uhr vor dem Bucchaus Wittwer. Demo von 17:00</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/appell-an-santana-bitte-sag-dein-konzert-in-tel-aviv-ab/">Appell an Santana: Bitte sag dein Konzert in Tel Aviv ab.</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>
<p><a href="https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/appell_an_carlos_santana.pdf"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://c1.staticflickr.com/9/8698/28307646146_7b9ff078b5.jpg" width="323" height="220" /></a>Spontane Demo in Stuttgart zum Konzert von Carlos Santana, Treffen um 16:30 Uhr vor dem Bucchaus Wittwer.</p>
<p>Demo von 17:00 bis 19:00 Uhr genehmigt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span id="more-7402"></span></p>
<div data-canvas-width="359.7010799999997"><a href="https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/appell_an_carlos_santana.pdf"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone" src="https://scontent.xx.fbcdn.net/v/t1.0-9/13754678_1048152458602772_215881752236583102_n.jpg?oh=b8bff1acfe5ae44e1897f7975fd2471a&amp;oe=5820D054" width="599" height="411" /></a></div>
<p>Aktion des Palästinakomitee zum Carlos-Santana-Konzert auf dem Stuttgarter Schlossplatz am Samstag, 16. Juli 2016:</p>
<p>Die PACBI-Bewegung (Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel) führt seit einigen Monaten eine Diskussion mit dem weltbekannten Musikers wegen seines geplanten Konzerts in Tel Aviv am 30. Juli 2016 (siehe deutsche Übersetzung des Aufrufs von PACBI). Carlos Santana reagiert mit einer Veröffentlichung auf Facebook, in der er betont, dass seine Milagro-Stiftung für arme und unterdrückte Kinder seit 2003 die Hand in Hand Schulen in Jerusalem unterstützt, in denen junge PalästinenserInnen und jüdische IsraelInnen gemeinsam unterrichtet werden: Eine Reaktion, die gerade angesichts der von Apartheid und Repression, die in Israel immer stärker sichtbar wird, überhaupt nicht überzeugt. Ständig werden Häuser und ganze Dörfer in der Westbank und im Negev zerstört, was besonders Kinder traumatisiert, Hunderte von Kindern wurden im Gazakrieg 2014 von der israelischen Armee getötet. Wer an der Aufklärung und dem Nachweis der Kriegsverbrechen arbeitet, wie die NGOs Betselem oder Breaking the Silence, den trifft die Repression des israelischen Staates.</p>
<p>Aktivisten des Palästinakomitee Stuttgart und FreundInnen haben daher in einer Aktion am Samstag, 16. Juli 2016, am Eingang zum Stuttgarter Carlos-Santana Konzert mit Besuchern und Fans diskutiert. Die Reaktionen waren häufig sehr verständnisvoll und positiv. Wir hoffen auf eine weitere lebhafte Diskussion zum Beispiel auf der Facebook-Seite von Carlos Santana.</p>
<p><a href="https://senderfreiespalaestina.de/index.php" target="_blank" rel="nofollow">https://senderfreiespalaestina.de/index.php</a></p>
<p><a href="https://www.facebook.com/PaKo.Stuttgart/photos/pcb.1049076388510379/1049075751843776/?type=3&amp;theater"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone" src="https://scontent-waw1-1.xx.fbcdn.net/v/t1.0-9/13731685_1049075925177092_3514376419528082116_n.jpg?oh=5e5958212524fa7243c94ee590f18260&amp;oe=58283F2C" width="600" height="400" /></a></p>
<hr />
<p>Sehr geehrter Carlos Santana,</p>
<p>Besetztes Jerusalem, 12. April 2016</p>
<p>Die Palästinensische Kampagne für den Akademischen und Kulturellen Boykott gegen Israel (PACBI / Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel) ruft Sie auf, Ihr für den 30. Juli 2016 geplantes Konzert in Tel Aviv abzusagen. Wir bitten Sie, unsere Boykottgrundsätzelinie anzuerkennen und sich den hunderten Künstlern aus der<br />
ganzen Welt anzuschließen, die sich weigern in Israel aufzutreten, solange das Land Palästinensern unter Missachtung internationaler rechtlicher Vorgaben ihre Menschenrechte verwehrt. [1] <a href="https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/appell_an_carlos_santana.pdf" target="_blank">(&#8230;)</a></p>
<p>LINK zur Unterzeichnung der Petition über Jewish Voice for Peace:<br />
<strong><a href="https://actionsprout.io/754F12/initial" target="_blank">Santana: Don&#8217;t Endorse Occupation!</a></strong></p>

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		<title>Kein Platz für Rassisten in unseren Reihen!</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/kein-platz-fuer-rassisten-in-unseren-reihen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bjoern]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Jul 2014 14:38:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Offene Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[Palästina]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://bds-kampagne.site36.net/?p=5420</guid>

					<description><![CDATA[<p>In einem offenen Brief wenden sich palästinensische Vereine und andere Gruppen gegen rechtsgesinnte Menschen und Parolen auf ihren Veranstaltungen. Unser</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>
<p>In einem offenen Brief wenden sich palästinensische Vereine und andere Gruppen gegen rechtsgesinnte Menschen und Parolen auf ihren Veranstaltungen.</p>
<p>Unser Einsatz für die palästinensische Sache ist geprägt von der Überzeugung, dass es sich um einen Kampf für Freiheit, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit für alle Menschen im historischen Palästina und der gesamten Region handelt. Mögen die individuellen Beweggründe für diesen Einsatz verschieden sein, so sind wir doch geeint in unserem Prinzip, dass wir für ein Palästina kämpfen, das frei von Gewalt und Diskriminierung ist.</p>
<p><span id="more-5420"></span></p>
<p>Schon 1974 hat Yassir Arafat in seiner <a title="http://www.palaestina.org/fileadmin/Daten/Dokumente/Abkommen/PLO/rede_von_praesident_yassir_arafat.pdf" href="http://www.palaestina.org/fileadmin/Daten/Dokumente/Abkommen/PLO/rede_von_praesident_yassir_arafat.pdf" target="_blank">Rede</a> vor der UN-Generalversammlung für die Grundsätze des palästinensischen Freiheitskampfes treffende Worte gefunden, als er erklärte,</p>
<p><em>&#8222;(&#8230;) Wir alle kämpfen, damit Juden, Christen und Muslime gleichberechtigt leben können, die gleichen Rechte genießen dürfen, und die gleichen Verpflichtungen haben, und zwar frei von ethnischer oder religiöser Diskriminierung. (&#8230;) Ich verkünde vor Ihnen, dass wenn wir von unseren gemeinsamen Hoffnungen für das zukünftige Palästina sprechen, wir in unserer Perspektive alle Juden einschließen, die sich dafür entscheiden, mit uns in Frieden und ohne Diskriminierung zu leben.&#8220;</em></p>
<p><strong>Das ist heute immer noch aktuell!</strong></p>
<p>In dem Wissen darum, dass Zionismus eine Form kolonialistischen Rassismus ist, könnten wir nicht für die Freiheit Palästinas kämpfen, wenn wir hier Rassismus dulden.</p>
<p><strong>Daher sagen wir in aller Deutlichkeit: </strong></p>
<p>Wir werden keine rassistischen Gruppen oder Parolen auf unseren Veranstaltungen tolerieren!</p>
<p>Denn heute tun die Rassisten und Rassistinnen so, als seien sie für die Palästinenser_innen. Gleichzeitig begrüßen sie die Abschiebung von Flüchtlingen, ebenso wie den Rassismus gegen arabische und jüdische Menschen und andere Minderheiten.</p>
<p>Wir wissen, dass diese Art von &#8222;Solidarität&#8220; keine respektvolle und ernsthafte Sache ist. Wir wissen, dass viele rechte Gruppierungen auf dem Rücken der Palästinenser_innen ihren eigenen Antisemitismus austragen. Das werden wir nicht zulassen.</p>
<p>Wir wissen auch, dass viele rechte Gruppierungen andere Bevölkerungsgruppen und/oder ethnische Minderheiten diskriminieren und verfolgen. Auch das ist nicht im Sinne unseres Kampfes für Palästina.</p>
<p>Wir brauchen keine falschen Freunde! Eine Vereinnahmung unserer gemeinsamen Sache von rechts stellt uns in ein falsches mediales Bild und ist gefährlich, weil wir unsere jungen Menschen davor schützen wollen in falsche Hände zu geraten. Es ist unsere Pflicht sie davor zu schützen!</p>
<p>Daher wehren wir uns ausdrücklich gegen die Beteiligung von Gruppen wie z.B.</p>
<p><strong>→</strong> den Grauen Wölfen/MHP, also türkische Rechtsextreme, die u.a. für die Verfolgung von Kurden und Armeniern verantwortlich sind</p>
<p><strong>→</strong> der sogenannten &#8222;Montagsdemonstrationen&#8220;, auf der sich neben rechten Verschwörungstheoretikern auch die NPD und Herausgeber der &#8222;Compact&#8220; finden, einem Magazin, in dem u.a. Thilo Sarrazin und Eva Hermann publiziert haben, und eine klare Distanzierung der Organisatoren hiervon bisher ausgeblieben ist</p>
<p><strong>→</strong> Neo-Nazis und deren Parteien und Organisationen wie z.B. Die Rechte, Freie Nationalisten, Aktionsbund Regensburg,</p>
<p>Sorgen wir gemeinsam dafür, dass Rassismus und falsche Solidarität verbannt werden &#8211; hier und heute! Zusammen kämpfen wir für ein respektvolles Miteinander, Gleichheit, Solidarität und Frieden &#8211; hier und überall!</p>
<p><strong>Erstunterzeichner:</strong></p>
<p>• Palästina Netzwerk Berlin</p>
<p>• BDS Berlin</p>
<p>• SDS Berlin</p>
<p>• BAB Berlin Academic Boycott of Israel</p>
<p>• Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost</p>
<p>• Deutsch-Palästinensische Gesellschaft e.V.</p>
<p>• Vereinigung der Freunde Palästinas in Sachsen-Anhalt e.V.</p>
<p>• PSV Palästinensischer Studentenverein Berlin &#8211; Brandenburg e.V.</p>
<p>• Deutschland für Palästina</p>
<p><strong>Kontakt:</strong> <a href="mailto:palaestinanetzwerkberlin@lists.riseup.net">palaestinanetzwerkberlin@lists.riseup.net</a></p>
<p>siehe auch:</p>
<p>10. August 2014:</p>
<p>RedGlobe:<br />
<a href="http://www.redglobe.de/deutschland/antifa/9862-juedische-und-palaestinensische-verbaende-kein-platz-fuer-rassisten-in-unseren-reihen" target="_blank">Jüdische und palästinensische Verbände: Kein Platz für Rassisten in unseren Reihen!</a></p>
<p>Berliner Zeitung:<br />
<a title="http://www.berliner-zeitung.de/berlin/vor-gaza-demonstrationen-am-samstag-palaestinenser-verurteilen-antisemitismus,10809148,28072136.html" href="http://www.berliner-zeitung.de/berlin/vor-gaza-demonstrationen-am-samstag-palaestinenser-verurteilen-antisemitismus,10809148,28072136.html" target="_blank">Vor Gaza-Demonstrationen am Samstag Palästinenser verurteilen Antisemitismus</a></p>

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