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	<title>IHRA-Archiv - BDS-Kampagne</title>
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	<description>Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen</description>
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	<title>IHRA-Archiv - BDS-Kampagne</title>
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	<item>
		<title>Offener Brief: Der Einsatz für Menschenrechte ist nicht antisemitisch</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/offener-brief-der-einsatz-fuer-menschenrechte-ist-nicht-antisemitisch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jan 2019 22:55:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Offene Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[Bank für Sozialwirtschaft (BfS)]]></category>
		<category><![CDATA[Felix Klein]]></category>
		<category><![CDATA[IHRA]]></category>
		<category><![CDATA[Juliane Wetzel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einem offenen Brief verurteilen mehr als 80 namhafte jüdische Wissenschaftler und Intellektuelle, darunter Noam Chomsky, Eva Illouz, Alfred Grosser,</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/offener-brief-der-einsatz-fuer-menschenrechte-ist-nicht-antisemitisch/">Offener Brief: Der Einsatz für Menschenrechte ist nicht antisemitisch</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>

<p> In einem offenen Brief verurteilen mehr als 80 namhafte jüdische  Wissenschaftler und Intellektuelle, darunter Noam Chomsky, Eva Illouz,  Alfred Grosser, Moshe Zimmermann, Judith Butler und Micha Brumlik, die  Anfeindungen gegen unseren Verein und rufen die deutsche  Zivilgesellschaft auf, die freie Meinungsäußerung jener zu  gewährleisten, die sich gegen die Unterdrückung der palästinensischen  Bevölkerung wenden. </p>



<p><a rel="noreferrer noopener" aria-label="Vollständiger Brief (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.juedische-stimme.de/2019/01/10/offener-brief-der-einsatz-fuer-menschenrechte-ist-nicht-antisemitisch/" target="_blank">Vollständiger Brief</a> auf Deutsch, <a href="https://www.juedische-stimme.de/2019/01/10/open-letter-supporting-human-rights-is-not-antisemitic/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" aria-label="complete letter (öffnet in neuem Tab)">complete letter</a> in English<br></p>

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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sechs Gründe warum niemand die sogenannte  “EUMC”- oder IHRA- Arbeitsdefinition von Antisemitismus übernehmen sollte</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/sechs-gruende-warum-niemand-die-sogenannte-eumc-oder-ihra-arbeitsdefinition-von-antisemitismus-uebernehmen-sollte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Dec 2017 08:45:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[ECCP]]></category>
		<category><![CDATA[IHRA]]></category>
		<category><![CDATA[EUMC]]></category>
		<category><![CDATA[FSOI]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Politikberatung, die das Informationsblatt über die IHRA (International Holocaust Remembrance Alliance) Antisemitismus-Arbeitsdefinition begleitet. ECCP und Free Speech on Israel</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/sechs-gruende-warum-niemand-die-sogenannte-eumc-oder-ihra-arbeitsdefinition-von-antisemitismus-uebernehmen-sollte/">Sechs Gründe warum niemand die sogenannte  “EUMC”- oder IHRA- Arbeitsdefinition von Antisemitismus übernehmen sollte</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>
<p style="text-align: center;">Eine Politikberatung, die das <a href="https://bds-kampagne.de/die-ihra-arbeitsdefinition-von-antisemitismus/" target="_blank" rel="noopener">Informationsblatt</a> über die<br />
IHRA (International Holocaust Remembrance Alliance) Antisemitismus-Arbeitsdefinition begleitet.</p>
<p style="text-align: center;">ECCP und Free Speech on Israel <sup>1</sup>, Dezember 2017</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Antisemitismus wird gemeinhin in Übereinstimmung mit dem Internationalen Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung (ICERD) als Rassismus oder Rassendiskriminierung verstanden, die sich gegen Personen oder eine Gruppe von Personen aufgrund ihrer jüdischen Religion, Herkunft oder Identität richtet</p>
<p>Regierungen, politische Parteien sowie öffentliche und private Institutionen werden jedoch aufgefordert, sogenannte &#8222;neue und universelle Arbeitsdefinitionen von Antisemitismus&#8220; zu übernehmen, die ein gemeinsames Thema haben: Sie alle legen fest, dass nicht nur Juden, sondern auch der Staat Israel Ziel des Antisemitismus sein kann.</p>
<p>In fast identischem Wortlaut formuliert, werden diese &#8222;Arbeitsdefinitionen  von Antisemitismus&#8220; alternativ als offizielle Definitionen der <a href="http://honestreporting.com/in-praise-of-the-eumc-working-definition-of-anti-semitism/">EUMC</a> (Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit) oder der <a href="https://holocaustremembrance.com/resources/arbeitsdefinition-antisemitismus">IHRA</a> (Internationalen Allianz für Holocaustgedenken) propagiert. In den Vereinigten Staaten wird ein ähnliches Dokument als &#8222;<a href="https://www.state.gov/s/rga/resources/267538.htm">State Department Working Definition of Antisemitism&#8220;</a> vorgestellt.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Keine dieser “Arbeitsdefinitionen” sollte von jemanden übernehmen werden</span>, weil:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>1. Die in diesen &#8222;Arbeitsdefinitionen&#8220; propagierte Definition von Antisemitismus wurde von der EU-Grundrechteagentur (Fundamental Rights Agency FRA) bereits abgelehnt. Die EU hat weder die sogenannte &#8222;EUMC-Arbeitsdefinition&#8220; noch die Definition der IHRA übernommen. Niemand ist gesetzlich verpflichtet, eine dieser beiden Definitionen zu übernehmen.</strong></p>
<p>Die sogenannte &#8222;EUMC-Arbeitsdefinition&#8220; wurde von der EUMC nie übernommen. Im Jahr 2007 wurde die EUMC geschlossen und durch die EU-Grundrechteagentur (FRA) ersetzt. Ein Dokument mit dem Titel &#8222;EUMC Working Definition of Antisemitism&#8220; wurde 2013 von der Website der FRA entfernt; die FRA <a href="https://www.jta.org/2013/12/04/news-opinion/world/eu-anti-racism-agency-unable-to-define-anti-semitism-official-says">erklärte</a>, dass es nie als eine gültige Antisemitismus-Definition angesehen worden sei, der FRA keine offizielle EU-Definition von Antisemitismus bekannt sei und dass das Dokument im Zuge einer Aufräumaktion von nicht-offiziellen Dokumenten entfernt worden sei.</p>
<p>Dennoch wird die &#8222;EUMC Arbeitsdefintion&#8220; weiterhin so präsentiert, als wäre sie ein offizielles EU-Dokument. Seit der Verabschiedung durch die IHRA im Jahr 2016 wurde derselbe Text auch als &#8222;IHRA -Arbeitsdefinition von Antisemitismus&#8220; propagiert. Niemand ist verpflichtet, einer dieser Definitionen zuzustimmen, die in der Tat bereits von der EU-FRA als ungültig abgetan wurden.  Sie sind nicht rechtswirksam.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>2. Die sogenannte IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus wurde nicht einmal von der IHRA selbst angenommen.</strong></p>
<p>Die IHRA ist eine zwischenstaatliche Organisation, die über den Holocaust informiert und aufklärt. Sie wurde 1998 gegründet und hat derzeit 31 Mitgliedsstaaten und ein ständiges Büro in Berlin.</p>
<p>Auf der IHRA-Website steht eine <a href=https://holocaustremembrance.com/resources/arbeitsdefinition-antisemitismus" target="_blank" rel="noopener">Pressemitteilung</a>, in der die Verabschiedung einer &#8222;nicht rechtsverbindlichen IHRA-Antisemitismus-Arbeitsdefinition&#8220; durch das Plenum der Mitgliedstaaten in Bukarest im Mai 2016 veröffentlicht wird.</p>
<p>Der Inhalt der Pressemitteilung ist sprachlich identisch mit dem Dokument, das fälschlicherweise als “EUMC- Arbeitsdefinition” bezeichnet wird.  Die gesamte Pressemitteilung wurde öffentlich als IHRA-Definition bezeichnet, auch von der britischen Regierung und dem europäischen Parlament. Das ist inkorrekt.</p>
<p>Auf  Anfragen hat das Büro der IHRA in Berlin klargestellt, dass die Arbeitsdefinition von Antisemitismus, die von der IHRA in ihrer Sitzung im Mai 2016 angenommen wurde, die in Abschnitt 3 zitierte aus  40-Wörtern bestehende Definition ist &#8211; siehe <a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2017/12/FINAL_DE_ECCP_FSOI_fact-sheet_IHRA-WD_Antisemitism.pdf" target="_blank" rel="noopener">dieses Dokument</a> für weitere Details. Um es klipp und klar zu sagen &#8211; die Arbeitsdefinition, die formal von den Mitgliedstaaten der IHRA angenommen wurde, ist nicht die gesamte, sondern nur die beiden eingerahmten Sätze in der Pressemitteilung.</p>
<p>Der Rest der Pressemitteilung wiederholt die Leitlinien und &#8222;illustrativen Beispiele&#8220; aus der EUMC-Definition, von denen die meisten eine Reihe von Kritiken an Israel als prima facie Beispiele für Antisemitismus bezeichnen. Um jegliche Unsicherheit zu vermeiden, wurden die Leitlinien und Beispiele nicht von der IHRA übernommen. Die Benennung des gesamten Bündels (formale Definition plus Anleitung und Beispiele) als &#8222;die Definition der Allianz für Holocaustgedenken&#8220; hat zweifelsohne zu ihrer scheinbaren Autorität und emotionalen Kraft beigetragen, aber wir wissen jetzt, dass diese Zuschreibung ungültig ist.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>3. Die Definition der IHRA ist so vage und unspezifisch, dass sie für den Kampf gegen Antisemitismus wertlos ist.</strong></p>
<p>Der Wortlaut der von der IHRA angenommenen Definition lautet:</p>
<p><em>&#8222;Antisemitismus ist <strong>eine bestimmte Wahrnehmung</strong> von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken <strong>kann</strong>. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische <strong>oder nicht-jüdische Einzelpersonen</strong> und/oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.&#8220;</em> (Hervorhebungen hinzugefügt)</p>
<p>Diese beiden Sätze und vierzig Wörter sind durch eine völlig unangemessene und unnötige Vagheit gekennzeichnet, wie oben durch die hervorgehobenen Wörter und Phrasen verdeutlicht wird. Was ist diese bestimmte Wahrnehmung? Warum wird sie nicht in klaren Worten erklärt? Wenn Antisemitismus sich vielleicht &#8211; aber nicht notwendigerweise &#8211; als Hass auf Juden ausdrücken kann, was sind dann seine anderen Ausdrucksformen? Unter welchen Umständen und warum sollten antisemitische Handlungen auch gegen nichtjüdische Personen und/oder deren Eigentum gerichtet sein, und wer sind diese Personen?</p>
<p>Wir wollen darauf hinweisen (siehe Punkt 4 unten), dass diese Vagheit und Unklarheit des Wortlauts eindeutig als bewußt zu betrachten ist. Diese Formulierung ist wertlos, wenn es darum geht antisemitische Handlungen oder Aussagen zu identifizieren. Aber so bietet sie eine offensichtliche Notwendigkeit, die Definition mit einer interpretativen Erklärung zu begleiten, d.h. mit der Möglichkeit Konzepte einzuführen, die ansonsten mit dem Verständnis von Antisemitismus nicht verbunden wären.</p>
<p>Die illustrativen Beispiele, die mit der Arbeitsdefinition der IHRA zirkulieren, legen nahe, dass Antisemitismus nicht nur gegen Juden, sondern auch gegen den Staat Israel und seine Anhänger gerichtet sein kann. Diese Interpretation scheint der ansonsten obskuren IHRA-Definition einen Sinn zu geben. Die nun vorliegende Klarstellung der IHRA zeigt jedoch, dass diese Beispiele und die erweiterte Auslegung des Antisemitismus nicht vom Plenum der IHRA übernommen wurden.</p>
<p><strong>4. All die Dokumente zu dieser &#8222;Arbeitsdefinition&#8220; legen durch ihre ‘Beispiele’ nahe, dass Antisemitismus nicht nur gegen Juden, sondern auch gegen den Staat Israel (&#8222;eine jüdische Gemeinschaft&#8220;) und seine Anhänger gerichtet sein kann. Diese Beispiele und die erweiterte Auslegung von Antisemitismus wurde jedoch von der IHRA nicht übernommen und haben tatsächlich auch keine völkerrechtliche Grundlage.</strong></p>
<p>Sowohl die sogenannte “EUMC-Arbeitsdefinition” als auch die IHRA-Pressemitteilung liefern sehr ähnliche Beispiele, um zu behaupten und zu veranschaulichen, dass Antisemitismus sich als Hass gegen den Staat Israel manifestieren kann. Die Klarstellung der IHRA zeigt nun aber, dass diese Beispiele nie vom Plenum der IHRA-Mitglieder übernommen wurden. Sie wurden jedoch weithin wahrgenommen und es wird so getan, als ob sie Teil der &#8222;IHRA Arbeitsdefinition des Antisemitismus&#8220; wären.</p>
<p>Diese Illustrationen beginnen damit, dass festgelegt wird, dass der &#8222;Staat Israel, der als jüdische Gemeinschaft wahrgenommen wird&#8220;, das Ziel von Antisemitismus sein könnte. Daran schließt sich eine Liste von Beispielen angeblich antisemitischer Angriffe gegen den Staat Israel an, darunter unter anderem &#8222;die Verweigerung des Selbstbestimmungsrechts des jüdischen Volkes, z.B. durch die Behauptung, dass die Existenz eines Staates Israel ein rassistisches Unterfangen ist&#8220;, oder &#8222;die Anwendung von Doppelmoral, indem vom Staat Israel ein Verhalten verlangt wird, das von keiner anderen demokratischen Nation erwartet oder verlangt wird&#8220;.</p>
<p>Die Behauptung, dass der Staat Israel als &#8222;jüdische Gemeinschaft&#8220; angesehen werden muss, liegt all diesen &#8222;Illustrationen&#8220; zugrunde. Diese Behauptung spiegelt tatsächlich die diskriminierenden Gesetze Israels und die zionistische Ideologie wider, die Israel als Staat einer &#8222;jüdischen Nation&#8220; definieren, einen Staat, der Juden sowohl in Israel als auch weltweit einschließt und vertritt und seine palästinensischen Bürger und die palästinensischen Flüchtlinge ausschließt.</p>
<p>Gemäß dem Völkerrecht vertritt Israel wie jeder andere Staat alle seine Bürger und nicht eine &#8222;jüdische Gemeinschaft&#8220;. Tatsächlich werden viele Juden weltweit nicht durch Israel vertreten und wollen dies auch nicht. Gemäß dem Völkerrecht ist Israel zudem an das Verbot der Rassendiskriminierung gebunden und muss die Menschenrechte der gesamten Bevölkerung achten und schützen. Dazu gehören <a href="https://www.un.org/ruleoflaw/files/BASICP~1.PDF">die Grundrechte auf Rückkehr, Eigentum und Gleichheit der palästinensischen Flüchtlinge und Bürger</a>. Es gibt keine völkerrechtliche Grundlage für ein Recht auf Selbstbestimmung eines &#8222;jüdischen Volkes&#8220; auf Kosten dieser Grundrechte der Palästinenser oder des von der <a href="https://unispal.un.org/DPA/DPR/unispal.nsf/0/025974039ACFB171852560DE00548BBE">UNO anerkannten Rechts auf Selbstbestimmung des palästinensischen Volkes</a>; und kein Recht für Israel als Besatzungsmacht, eine Politik <a href="http://www.ohchr.org/Documents/HRBodies/HRCouncil/RegularSession/Session22/A-HRC-22-63_en.pdf">des Bevölkerungstransfers durchzuführen</a>, um besetzte palästinensische Gebiete zu kolonisieren und zu annektieren. Dementsprechend stellt die notwendige Kritik am <a href="http://www2.ohchr.org/english/bodies/cerd/docs/CERD.C.ISR.CO.14-16.pdf">israelischen System der Rassendiskriminierung, Segregation und Apartheid</a> keinen Hass gegen Juden dar; ebenso wenig wenden zivilgesellschaftliche Kampagnen und Resolutionen der UNO sowie der EU Doppelstandards an, noch verteufeln sie den Staat Israel oder bedrohen dessen Existenz, wenn sie Israel auf Grundlage der universellen Standards des Völkerrechts zur Rechenschaft ziehen.</p>
<p><strong>5. In der Praxis hat eine Annahme der &#8222;EUMC&#8220;- oder IHRA-Arbeitsdefinition den Effekt, dass Folgendes untergraben wird:</strong></p>
<ul style="list-style-type: disc;">
<li><span style="text-decoration: underline;"><strong>Achtung des Rechts auf freie Meinungsäußerung;</strong></span></li>
<li><span style="text-decoration: underline;"><strong>Achtung des Völkerrechts in Bezug auf Israel und das palästinensische Volk, sowie</strong></span></li>
<li><span style="text-decoration: underline;"><strong>den Kampf gegen Antisemitismus</strong></span></li>
</ul>
<p>Europäische Kommunal-, Regional- und Zentralregierungen und Behörden, Parlamente und öffentliche Institutionen haben eine rechtliche Verpflichtung nach ihren jeweiligen nationalen Gesetzen und Verfassungen, EU-Recht und internationalem Gewohnheitsrecht und Vertragsrecht:</p>
<ul style="list-style-type: disc;">
<li>das Recht auf freie Meinungsäußerung in ihrem Land zu achten und zu schützen;</li>
<li>Einhaltung des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte, auch im Hinblick auf Israel und die Palästinenser. Dazu gehört zumindest die Pflicht, israelische Politiken oder Praktiken, die das Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes verletzen und/oder das allgemeine Verbot der Rassendiskriminierung und das Verbot des dauerhaften Erwerbs besetzter palästinensischer Gebiete, <a href="http://www.alhaq.org/images/stories/PDF/2012/Legal_Memo_State_Responsibility_FINAL_16_07.pdf">nicht anzuerkennen und nicht zu unterstützen</a>.</li>
</ul>
<p>Auf dieser Grundlage haben mehr als <a href="https://bdsmovement.net/news/statement-european-legal-scholars-defending-right-support-bds-palestinian-rights">200 Rechtsgelehrte</a> die europäischen Regierungen dazu aufgerufen, anzuerkennen, dass die Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionsbewegung (BDS) eine legitime Bewegung für die palästinensischen Menschenrechte ist, unabhängig davon, ob sie diese selbst unterstützen oder nicht. Die <a href="http://www.europarl.europa.eu/sides/getAllAnswers.do?reference=E-2016-005122&amp;language=EN">EU</a> sowie die Regierungen der Niederlande, Irlands, Schwedens und das spanische Parlament haben öffentlich bestätigt, dass sie zwar keine Boykotte oder Sanktionen gegen Israel befürworten, aber gewaltfreie BDS-Kampagnen als ein garantiertes Recht der Bürger betrachten, das unter die Meinungsfreiheit fällt.</p>
<p>In diesem Sinne haben Rechtsexperten (<a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2017/12/DE_Francois-Dubuisson-zur-EUMC-Arbeitsdefinition-Antisemitismus.pdf" target="_blank" rel="noopener">Dubuisson, 2005</a>; <a href="http://freespeechonisrael.org.uk/ihra-opinion/">Tomlinson, 2017</a>) die Entscheidungsträger*innen auf die Schwachstellen in den  “EUMC”- und IHRA-Arbeitsdefinitionen von  Antisemitismus, insbesondere die Verschmelzung von politischer Kritik am Staat Israel mit Antisemitismus, aufmerksam gemacht. Ihre Analysen und Rechtsgutachten haben vor der Gefahr gewarnt, dass die Annahme und Anwendung dieser Definitionen zu Maßnahmen führen könnte, die legitime Kritik am Staat Israel und seiner Politik sowie die Meinungsfreiheit und die demokratische Debatte über den Staat Israel und seine Politik untergraben.</p>
<p>Die Praxis zeigt inzwischen, dass diese &#8222;Arbeitsdefinitionen&#8220; fast ausschließlich dazu benutzt werden, die Meinungsfreiheit europäischer Individuen, Gruppen und Organisationen, die Israel kritisieren und/oder sich für die Rechte der Palästinenser*innen einsetzten, einzuschränken. In Deutschland beispielsweise reichen die politischen Parteien auf der Grundlage der IHRA-Arbeitsdefinition und unter dem Vorwand des Kampfes gegen Antisemitismus <a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2017/11/171108_MUC_Gegen-jeden-Antisemitismus.pdf">politische Anträge</a> zur Annahme durch die Stadtverwaltung ein, die verhindern würden, dass deutsche Städte öffentlichen Raum und Subventionen für Gruppen, Organisationen und Veranstaltungen gewähren, die als Unterstützer der &#8222;antisemitischen BDS-Bewegung&#8220; gelten. Jeder, der sich gegen eine israelische Politik ausspricht, die palästinensische Rechte verletzt oder die Selbstdefinition Israels als &#8222;Staat des jüdischen Volkes&#8220; kritisiert, darunter auch <a href="http://suedbayern.humanistische-union.de/naechster_termin_detail/back/muenchen-suedbayern/article/preis-aufrechter-gang-fuer-judith-und-reiner-bernstein/">jüdische Bürger Deutschlands und Holocaust-Überlebende</a>, kann als antisemitisch verunglimpft und ins Visier genommen werden. In Großbritannien, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Dänemark wurde die IHRA-Arbeitsdefinition ebenfalls von Regierungen, Behörden, politischen Parteien, Parlamenten und Universitäten verwendet, um legitime Kritik an der israelischen Politik und die Unterstützung palästinensischer Rechte als Antisemitismus zu diskreditieren, einzuschränken oder zu kriminalisieren.</p>
<p>Die Annahme und Anwendung der &#8222;EUMC&#8220;- oder IHRA- Arbeitsdefinition untergräbt auch den Kampf gegen den Antisemitismus selbst. Sie trüben den Blick darauf, was Antisemitismus wirklich ist. Solche fabrizierten Definitionen fördern falsche Anschuldigungen und bergen die Gefahr, dass wirkliche Vorfälle/Angriffe, die durch antijüdische Gefühle motiviert sind, nicht ernst genommen werden. Darüber hinaus behindert die Behauptung, dass Israel und alle Juden ein und das selbe sind, die Anerkennung der Vielfalt der jüdischen Gemeinden und der vielen Juden, die sich für die palästinensischen Rechte einsetzen, und fördert die Wahrnehmung, dass alle Juden für die Unterdrückung der Palästinenser durch Israel verantwortlich und rechenschaftspflichtig sind. Schließlich unterstützt die in diesen &#8222;Arbeitsdefinitionen&#8220; gemachte Verschmelzung der politischen Israel-Kritik mit Antisemitismus die umgekehrte (und irrige) Schlussfolgerung, dass die unkritische Unterstützung des Staates Israel ein Indikator für das Engagement im Kampf gegen Antisemitismus ist. Auf diese Weise legitimiert und ermutigt sie Bündnisse mit politischen Kräften, die die gegen Palästinenser gerichtete israelische Politik unterstützen und gleichzeitig eine rassistische oder sogar antisemitische Agenda verfolgen. Ein Beispiel dafür ist die in den USA zunehmende öffentliche Toleranz und Legitimität des Rassismus von Menschen, die eine weiße Vorherrschaft anstreben und gleichzeitig überzeugte Anhänger des Staates Israel sind.</p>
<p>Diese und andere damit zusammenhängende Fragen diskutiert die renommierte politische Philosophin und Aktivistin Judith Butler von Jewish Voice for Peace <a href="https://www.youtube.com/watch?v=B9gvj3SvcDQ">in diesem Video</a> über BDS und den Kampf gegen Antisemitismus.</p>
<p>Die &#8222;EUMC&#8220; oder IHRA-Arbeitsdefinition für Antisemitismus ist ein Instrument für eine israelische politische Agenda, die von allen abgelehnt werden sollte.</p>
<p>Die &#8222;Arbeitsdefinition&#8220; wurde im Zusammenhang mit der israelischen Debatte Anfang der 2000er Jahre über eine &#8222;<a href="http://www.jcpa.org/jpabfl04.htm">große Strategie gegenüber der Europäischen Union</a>&#8220; entwickelt, die die Beziehungen zwischen der EU und Israel stärken und Israel gleichzeitig in die Lage versetzen sollte, sein illegales Siedlungsunternehmen aufrechtzuerhalten und den Druck der EU auf eine Zweistaatenlösung und die Achtung der Rechte seiner palästinensischen Bürger zu bremsen.  Israelische und US-amerikanische zionistische jüdische Wohltätigkeitsorganisationen, Think Tanks und Lobbyisten haben eine propagandistische Initiative ergriffen, die darauf abzielt, die Kritik an der israelischen Politik zum Schweigen zu bringen, indem sie sie als <a href="https://icjs.org/sites/default/files/Sharansky%203D%20Test%20of%20Anti-Semitism.pdf">&#8222;neuen Antisemitismus&#8220; bezeichnen</a>, und behaupten, dass der &#8222;neue Antisemitismus&#8220; in der europäischen Zivilgesellschaft, der EU und den Vereinten Nationen die Form von &#8222;Doppelstandards&#8220; und &#8222;Dämonisierung und Delegitimierung&#8220; des Staates Israel annimmt. Die &#8222;EUMC&#8220; oder IHRA &#8222;Arbeitsdefinition für Antisemitismus&#8220; ist ein Instrument dieser Initiative.</p>
<p>Die Ausarbeitung der &#8222;Arbeitsdefinition&#8220; wurde 2004 abgeschlossen. Seitdem wird sie von der israelischen Regierung und unter anderem vom American Jewish Committee (AJC), Simon Wiesenthal Center, European Jewish Committee (ECJ), NGO Monitor und UN Watch propagiert, besonders, aber nicht nur, in ihrem Kampf gegen die wachsende, von der palästinensischen Zivilgesellschaft geführte BDS-Bewegung.</p>
<p>In der Zwischenzeit haben die Regierungen Rumäniens, des Vereinigten Königreichs und Österreichs die so genannte &#8222;IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus&#8220; übernommen, während das Europäische Parlament die prinzipielle Position der EU durch eine <a href="http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=TA&amp;reference=P8-TA-2017-0243&amp;language=EN&amp;ring=B8-2017-0383">Resolution</a> untergraben hat, in der die Mitgliedstaaten aufgefordert werden, die Definition, die bereits 2013 von der EU-Grundrechteagentur (FRA) als ungültig abgewiesen wurde, anzunehmen und anzuwenden.</p>
<p>Die Bemühungen um eine offizielle Bestätigung der &#8222;Arbeitsdefinition&#8220; wurden von Einzelpersonen angeführt, die diesen israelischen Lobbygruppen angehören und die auch als &#8222;Experten für Antisemitismus&#8220; in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der IHRA und/oder der Europäischen Union, einschließlich ihrer Kommission, des Parlaments und früher des EUMC, tätig sind. Da bisher weder die OSZE noch die EU bereit waren, diese fingierte Definition zu übernehmen, wurde die zwischenstaatliche IHRA als das Gremium ausgewählt, das ihr einen offiziellen Anschein gewähren sollte.</p>
<p><strong>Fußnote</strong></p>
<p><sup>1</sup> * <a href="http://www.eccpalestine.org/"><em>ECCP </em>(European Coordination of Committees and Associations for Palestine)</a> ist ein Netzwerk von 42 europäischen Komitees, Organisationen, NGOs, Gewerkschaften und internationalen Solidaritätsbewegungen aus 19 europäischen Ländern, die sich dem Kampf des palästinensischen Volkes für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit widmen.</p>
<p>* <a href="http://freespeechonisrael.org.uk/"><em>Free Speech on Israel</em></a> ist eine von Juden und Jüdinnen geführte britische Organisation, die gegründet wurde, um Antisemitismusvorwürfen entgegenzutreten, welche auf die Unterdrückung legitimer Kritik an Israel abzielen.</p>
<p><a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2017/12/DE_Policy-Brief_IHRA-Definition-of-Antisemitism_ECCPFSOI.pdf" target="_blank" rel="noopener">Sechs Gründe warum niemand die sogenannte “EUMC”- oder IHRA- Arbeitsdefinition von Antisemitismus übernehmen sollte</a></p>
<hr />
<p>Original: <a href="http://www.eccpalestine.org/six-reasons-why-no-one-should-adopt-the-so-called-eumc-or-ihra-working-definition-of-antisemitism/" target="_blank" rel="noopener">Six Reasons why no one should adopt the so-called “EUMC” or IHRA Working Definition of Antisemitism</a><br />
Übersetzung: Stephanie Reiß</p>
<hr />
<p>Zum Thema:</p>
<p>Johannes Feest: <a href="http://der-semit.de/israelkritik-und-antisemitismusvorwurf-veranstaltungsverbote-als-problem-der-meinungsfreiheit/" target="_blank" rel="noopener">Israelkritik und Antisemitismusvorwurf. Veranstaltungsverbote als Problem der Meinungsfreiheit</a></p>
<p>Norman Paech: <a href="https://www.rubikon.news/artikel/eine-neue-antisemitismus-nichtdefinition" target="_blank" rel="noopener">Eine neue Antisemitismus-Nichtdefinition</a></p>
<p>Ben White: <a href="https://senderfreiespalaestina.de/pdfs/israel_lobby_antisemitism_ben_white_dtsch.pdf" target="_blank" rel="noopener">Israel-Lobby benützt die diskreditierte Antisemitismus- Definition um die Debatte mundtot zu machen</a></p>
<p>&nbsp;</p>

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		<title>Die &#8222;IHRA Arbeitsdefinition von Antisemitismus&#8220; &#8211; Informationen und Empfehlungen der ECCP (Europäische Koordination der Komitees und Vereine für Palästina) und von Free Speech on Israel</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/die-ihra-arbeitsdefinition-von-antisemitismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Dec 2017 07:39:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ECCP]]></category>
		<category><![CDATA[factsheet]]></category>
		<category><![CDATA[IHRA]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsdefinition Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Free Speech on Israel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Mai 2016 hat das Plenum der IHRA die folgende nicht rechtsverbindliche Arbeitsdefinition von Antisemitismus angenommen: &#8222;Antisemitismus ist eine bestimmte</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>
<p>Im Mai 2016 hat das Plenum der IHRA die folgende nicht rechtsverbindliche Arbeitsdefinition von Antisemitismus angenommen:</p>
<p style="text-align: left; padding-left: 30px;"><em>&#8222;Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.&#8220; </em><em>( </em>Übersetzung <a href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/kurzmeldungen/DE/2017/09/definition-antisemitismus.html" target="_blank" rel="noopener">BMI</a> 20.09.2017<em>)</em></p>
<p>Der obige Schritt wurde in einer <a href="https://holocaustremembrance.com/resources/arbeitsdefinition-antisemitismus" target="_blank" rel="noopener">IHRA-Pressemitteilung</a> [1] angekündigt, in der die Definition selber durch einen Rahmen hervorgehoben ist. Beigefügt ist eine Liste von Beispielen, die laut dem Ständigen Büro der IHRA „als Veranschaulichung dienen können, um so die Arbeit der IHRA anzuleiten und zu illustrieren, wie sich Antisemitismus manifestieren könnte“. Zu diesen Beispielen zählen auch gewisse Formen der Kritik am Staat Israel. Die Beispiele sind nicht Teil der offiziellen IHRA-Arbeitsdefinition.</p>
<p>Diese sogenannte <em>&#8222;IHRA-Arbeitsdefinition Antisemitismus&#8220;</em> ist tatsächlich eine überarbeitete Version der &#8222;Arbeitsdefinition Antisemitismus&#8220;, die 2005 von der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) veröffentlicht wurde, aber von ihrer Nachfolgeorganisation, der Agentur der EU für Grundrechte (FRA) fallen gelassen wurde, nachdem das Dokument zuvor heftig kritisiert worden war. Die Kritik konzentrierte sich auf die in dem Dokument versuchte Verschmelzung von Kritik an Israel mit Antisemitismus und der damit verbundenen Gefahr für die freie Meinungsäußerung.</p>
<p><strong>Nichts außer dieser Kurzdefinition von Antisemitismus wurde von den IHRA-Mitgliedstaaten 2016 bei ihrem Treffen in Bukarest formal angenommen</strong>. Dies wurde am 12. September 2017 vom Ständigen Büro der IHRA in Berlin bestätigt:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em> [&#8230;] Das Plenum der </em><em>Internationalen Allianz für Holocaustgedenken</em><em> (IHRA) hat am 26. </em><em>Mai 2016 unter rumänischem Vorsitz die Arbeitsdefinition von Antisemitismus angenommen. </em><em>Die Arbeitsdefinition ist wie alle IHRA-Entscheidungen nicht rechtsverbindlich. </em><em>Die Arbeitsdefinition ist der umrahmte Text…</em></p>
<p>Daraus folgt, dass andere Teile der Pressemitteilung vom Plenum der Mitgliedstaaten <strong>nicht</strong> formal genehmigt wurden. <strong>Dennoch wird die IHRA-Pressemitteilung, die auf der IHRA-Website veröffentlicht ist, weithin als &#8222;IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus &#8220; propagiert, und dies mit einer Zielsetzung, die unvereinbar ist mit dem Anliegen, tatsächlichem Antisemitismus entgegenzutreten.</strong></p>
<p>Unsere Empfehlungen an Regierungen, politische Parteien, Stadträte, öffentliche und private Institutionen und alle offiziellen Stellen:</p>
<p><strong>1. die Tatsache anzuerkennen</strong>, dass die IHRA-Pressemitteilung von 2016 nicht die IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus ist und von keiner Organisation angenommen werden sollte, weil dieses Dokument</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8211; nie von den IHRA-Mitgliedstaaten formal angenommen wurde (nur der kurzen, aus zwei Sätzen bestehenden Definition wurde zugestimmt)</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8211; propagiert wird, um in Europa Kritik am Staat Israel für seine illegale Siedlungspolitik und die Verletzung der fundamentalen Menschenrechte der Palästinenser*innen zu unterdrücken</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8211; eine Gefahr darstellt sowohl für die Meinungsfreiheit und als auch für die Bekämpfung von tatsächlichem Antisemitismus in Europa</p>
<p><strong> 2. von der IHRA eine Antwort auf folgende Fragen zu fordern</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">a.) warum die IHRA nicht klargestellt hat, was genau in Bukarest als Definition angenommen wurde, obwohl sie sich der Verwirrung und der Debatte, die durch die irreführende Sprache der Pressemitteilung hervorgerufen wurde, bewußt geworden sein muss;</p>
<p style="padding-left: 30px;">b.) warum die IHRA schwieg und sogar eine <u>Erklärung abgab, in der sie die Entscheidung der britischen Regierung begrüßte</u> [2], den Text der Pressemitteilung anzunehmen, einschließlich der irreführenden Beispiele, die sie selbst nicht angenommen hatte.</p>
<p><strong>3. Klarstellung durch die Europäische Kommission</strong> hinsichtlich der Unterstützung der IHRA-Pressemitteilung von 2016 als der &#8222;rechtlich nicht bindenden Arbeitsdefinition von Antisemitismus&#8220; der IHRA auf ihrer Internetseite [3]</p>
<p>Wir empfehlen den uns angeschlossenen Organisationen:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>1. Kontakt aufzunehmen mit den Vertreter*innen der FRA</strong>, um zu klären, welche Schritte unternommen werden sollten, damit sichergestellt ist, dass die EU (einschließlich ihrer Organe und Institutionen) die sogenannte &#8222;&#8220;IHRA-Definition von Antisemitismus&#8220; nicht propagiert/annimmt, da sie sowohl ein Risiko für die Meinungsfreiheit und für den Kampf gegen Antisemitismus in Europa darstellt als auch für sämtliche internationalen Verpflichtungen der EU im Zusammenhang mit Israel und den Palästinenser*innen.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong> 2. dringend alle Repräsentant*innen</strong> (Abgeordnete, Europaabgeordnete, Verantwortliche in Stadträten usw.), aufzufordern, die obigen Empfehlungen umzusetzen (1-3)</p>
<p><em><u>Anmerkungen </u></em></p>
<p>* <a href="http://www.eccpalestine.org/"><em>ECCP </em>(European Coordination of Committees and Associations for Palestine)</a> ist ein Netzwerk von 42 europäischen Komitees, Organisationen, NGOs, Gewerkschaften und internationalen Solidaritätsbewegungen aus 19 europäischen Ländern, die sich dem Kampf der Palästinenser*innen für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit widmen.</p>
<p>* <a href="http://freespeechonisrael.org.uk/"><em>Free Speech on Israel</em></a> ist eine von Juden und Jüdinnen geführte britische Organisation, die gegründet wurde, um Antisemitismusvorwürfen entgegenzutreten, welche auf die Unterdrückung legitimer Kritik an Israel abzielen.</p>
<p>Fußnoten:</p>
<p>[1] <a href="https://www.holocaustremembrance.com/sites/default/files/press_release_document_antisemitism.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://www.holocaustremembrance.com/sites/default/files/press_release_document_antisemitism.pdf</a></p>
<p>[2] <a href="https://www.mae.ro/sites/default/files/file/ihra/2016.12_chair_statement_uk.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://www.mae.ro/sites/default/files/file/ihra/2016.12_chair_statement_uk.pdf</a></p>
<p>[3]<a href="https://www.mae.ro/sites/default/files/file/ihra/2016.12_chair_statement_uk.pdf" target="_blank" rel="noopener"> https://www.mae.ro/sites/default/files/file/ihra/2016.12_chair_statement_uk.pdf</a></p>
<p>Original: <a href="http://www.eccpalestine.org/the-ihra-working-definition-of-antisemitism-fact-sheet-and-recommendations-issued-by-eccp-and-free-speech-on-israel/">The “IHRA Working Definition of Antisemitism” Fact-sheet and Recommendations issued by ECCP and Free Speech on Israel</a><br />
/ Übersetzung Redaktion BDS-Kampagne.de &#8211; bei Weiterverbreitung bitte angeben.</p>

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		<title>Brief des BDS National Committee (BNC) an den Stadtrat von München</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/brief-des-bds-national-committee-bnc-an-den-stadtrat-von-muenchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Nov 2017 13:37:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BNC]]></category>
		<category><![CDATA[IHRA]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtrat München]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ramallah, 21. November 2017 Betreff: Antrag “Gegen jeden Antisemitismus! – Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischen BDS-Bewegung (boycott, divestment and sanctions)”</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/brief-des-bds-national-committee-bnc-an-den-stadtrat-von-muenchen/">Brief des BDS National Committee (BNC) an den Stadtrat von München</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>
<p style="text-align: right;">Ramallah, 21. November 2017</p>
<p><strong><u>Betreff</u></strong><strong>: Antrag “Gegen jeden Antisemitismus! – </strong><br />
<strong>Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischen BDS-Bewegung (boycott, divestment and sanctions)”</strong></p>
<p>Sehr geehrte Stadträte und Stadträtinnen der Landeshauptstadt München!</p>
<p>Das BDS National Committee (BNC), das breiteste Bündnis der palästinensischen Zivilgesellschaft, grüsst Sie aus Ramallah im israelisch besetzten Westjordanland. Gleichzeitig bedauern wir zutiefst den unerfreulichen Anlass dieses Schreibens.</p>
<p>Der von Ihnen diskutierte Antrag erhebt den schwerwiegenden Vorwurf des Antisemitismus gegen unsere Menschenrechtsbewegung und sieht vor, gegen Personen und Organisationen, die unsere Bewegung in der Stadt München unterstützen Sanktionen einzuleiten. Als direkt Betroffene erwarten wir im Namen von Fairness, dass Sie unserer Stellungnahme zu diesem Vorwurf Aufmerksamkeit schenken und diesen Antrag nicht unterstützen:</p>
<ol>
<li><strong>Der Ihnen vorliegende Antrag verschweigt, dass die Definition des Begriffs “Antisemitismus”, welche der Verurteilung der BDS- Bewegung zugrunde liegt, von der EU-Agentur für Grundrechte abgelehnt wird. </strong></li>
</ol>
<p>Bereits 2013 <a href="https://www.jta.org/2013/12/04/news-opinion/world/eu-anti-racism-agency-unable-to-define-anti-semitism-official-says">erklärte die EU-Agentur für Grundrechte</a> (Agency for Fundamental Rights, FRA),dass die sogenannte “EUMC Arbeitsdefinition” niemals eine brauchbare und für die EU gültige Antisemitismusdefinition darstellte, und dass diese deshalb zusammen mit anderen nicht-offiziellen EU-Dokumenten von der Webseite der FRA gelöscht wurde&#8230;</p>
<p>»» <a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2017/11/171121_BNC-an-Stadtrat-München.pdf" target="_blank" rel="noopener">Vollständiger Brief</a></p>
<hr />
<p>Warum dieser Brief:</p>
<p>13.12.2017: Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates  [<strong>München</strong>] &#8211; <a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2024/11/171206_Muenchner-Stadtrat_Gegen-jeden-Antisemitismus.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Antrag</a> vom 06.12.2017 angenommen.<br />
Addendum: 20.01.2022 &#8211; Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts / Pressemitteilung: <a href="https://www.bverwg.de/de/pm/2022/6?fbclid=IwAR39PG1JrylkMsurFrrmoDl4cI654idW4tL2C9VL74cwHhhYz6g0xlsFEyA" target="_blank" rel="noopener"><strong>Themenbezogene Widmungsbeschränkung verletzt Meinungsfreiheit</strong></a>, siehe dazu auch Lothar Zechlin: <a href="https://verfassungsblog.de/ein-raum-fur-den-freien-diskurs/" target="_blank" rel="noopener">Ein Raum für den freien Diskurs</a>.<br />
06.12.2017: Sitzungsvorlage Nr. 14-20 / V 10165<br />
<a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2024/11/171206_Muenchner-Stadtrat_Gegen-jeden-Antisemitismus.pdf" target="_blank" rel="noopener">Gegen jeden Antisemitismus! &#8211; Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischen<br />
BDS-Bewegung („boykott, divestment and sanctions“)</a><br />
08.11.2017: Sitzungsvorlage Nr. 14-20 / V 010165<br />
<a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2024/11/171108_MUC_Gegen-jeden-Antisemitismus.pdf" target="_blank" rel="noopener">Gegen jeden Antisemitismus! &#8211; Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischenBDS-Bewegung („boykott, divestment and sanctions“)</a></p>
<p style="padding-left: 30px;">siehe dazu auch: <a href="http://www.dielinke-muc.de/?p=6247" target="_blank" rel="noopener">Stadtratsantrag von SPD und CSU verböte eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Nahostkonflikt</a> (15.11.2017, nicht mehr abrufbar)</p>
<p>&#8211;<br />
24.10.2017: Für die <a href="http://palaestina-solidaritaet.de/muenchen-di-24-10-buchvorstellung-die-antisemitenmacher/" target="_blank" rel="noopener">Buchvorstellung DIE ANTISEMITENMACHER</a> mit Abraham Melzer wurde eine Raumabsage erteilt<br />
29.09.2017: <a href="https://bds-kampagne.de/9832/" target="_blank" rel="noopener">Gericht: Gasteig muß Vortrag von Judith Bernstein zulassen</a><br />
25.09.2017: <a href="https://bds-kampagne.de/eine-juedin-soll-im-gasteig-nicht-ueber-israel-sprechen-duerfen/" target="_blank" rel="noopener">Eine Jüdin soll im Gasteig nicht über Israel sprechen dürfen</a></p>
<p>11. 07. 2017: Antrag des SPD- und CDU-Fraktion im Münchner Stadtrat:<br />
<a href="https://risi.muenchen.de/risi/dokument/v/4717917" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Gegen jeden Antisemitismus! –Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischen BDS-Bewegung (boycott, divestment and sanctions)”</a></p>

<div class="twitter-share"><a href="https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Fbds-kampagne.de%2Fbrief-des-bds-national-committee-bnc-an-den-stadtrat-von-muenchen%2F&#038;via=BDSKampagne" class="twitter-share-button">Twittern</a></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/brief-des-bds-national-committee-bnc-an-den-stadtrat-von-muenchen/">Brief des BDS National Committee (BNC) an den Stadtrat von München</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Brief des BDS National Committee (BNC) an den Stadtrat von München</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/brief-des-bds-national-committee-bnc-an-den-stadtrat-von-muenchen-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Nov 2017 13:32:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BNC]]></category>
		<category><![CDATA[IHRA]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtrat München]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://bds-kampagne.de/?p=19741</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ramallah, 21. November 2017 Betreff: Antrag “Gegen jeden Antisemitismus! –Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischen BDS-Bewegung (boycott, divestment and sanctions)” Sehr</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/brief-des-bds-national-committee-bnc-an-den-stadtrat-von-muenchen-2/">Brief des BDS National Committee (BNC) an den Stadtrat von München</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>



<p>Ramallah, 21. November 2017</p>



<p><strong><u>Betreff</u></strong><strong>: Antrag “Gegen jeden Antisemitismus! –</strong><br><strong>Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischen BDS-Bewegung (boycott, divestment and sanctions)”</strong></p>



<p>Sehr geehrte Stadträte und Stadträtinnen der Landeshauptstadt München!</p>



<p>Das BDS National Committee (BNC), das breiteste Bündnis der palästinensischen Zivilgesellschaft, grüsst Sie aus Ramallah im israelisch besetzten Westjordanland. Gleichzeitig bedauern wir zutiefst den unerfreulichen Anlass dieses Schreibens.</p>



<p>Der von Ihnen diskutierte Antrag erhebt den schwerwiegenden Vorwurf des Antisemitismus gegen unsere Menschenrechtsbewegung und sieht vor, gegen Personen und Organisationen, die unsere Bewegung in der Stadt München unterstützen Sanktionen einzuleiten. Als direkt Betroffene erwarten wir im Namen von Fairness, dass Sie unserer Stellungnahme zu diesem Vorwurf Aufmerksamkeit schenken und diesen Antrag nicht unterstützen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Der Ihnen vorliegende Antrag verschweigt, dass die Definition des Begriffs “Antisemitismus”, welche der Verurteilung der BDS- Bewegung zugrunde liegt, von der EU-Agentur für Grundrechte abgelehnt wird.</strong></li>
</ol>



<p>Bereits 2013 <a href="https://www.jta.org/2013/12/04/news-opinion/world/eu-anti-racism-agency-unable-to-define-anti-semitism-official-says">erklärte die EU-Agentur für Grundrechte</a> (Agency for Fundamental Rights, FRA),dass die sogenannte “EUMC Arbeitsdefinition” niemals eine brauchbare und für die EU gültige Antisemitismusdefinition darstellte, und dass diese deshalb zusammen mit anderen nicht-offiziellen EU-Dokumenten von der Webseite der FRA gelöscht wurde…</p>



<p>»» <a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2017/11/171121_BNC-an-Stadtrat-München.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vollständiger Brief</a></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Warum dieser Brief:</p>



<p>13.12.2017: Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates&nbsp; [<strong>München</strong>] &#8211; <a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2024/11/171206_Muenchner-Stadtrat_Gegen-jeden-Antisemitismus.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Antrag</a> vom 06.12.2017 angenommen.<br>Addendum: 20.01.2022 &#8211; Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts / Pressemitteilung: <a href="https://www.bverwg.de/de/pm/2022/6?fbclid=IwAR39PG1JrylkMsurFrrmoDl4cI654idW4tL2C9VL74cwHhhYz6g0xlsFEyA" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>Themenbezogene Widmungsbeschränkung verletzt Meinungsfreiheit</strong></a>, siehe dazu auch Lothar Zechlin: <a href="https://verfassungsblog.de/ein-raum-fur-den-freien-diskurs/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ein Raum für den freien Diskurs</a>.<br>06.12.2017: Sitzungsvorlage Nr. 14-20 / V 10165<br><a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2024/11/171206_Muenchner-Stadtrat_Gegen-jeden-Antisemitismus.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gegen jeden Antisemitismus! &#8211; Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischen BDS-Bewegung („boykott, divestment and sanctions“)</a><br>08.11.2017: Sitzungsvorlage Nr. 14-20 / V 010165<br><a href="https://bds-kampagne.de/wp-content/uploads/2024/11/171108_MUC_Gegen-jeden-Antisemitismus.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gegen jeden Antisemitismus! &#8211; Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischenBDS-Bewegung („boykott, divestment and sanctions“)</a></p>



<p>siehe dazu auch: <a href="http://www.dielinke-muc.de/?p=6247" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stadtratsantrag von SPD und CSU verböte eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Nahostkonflikt</a> (15.11.2017 &#8211; nicht mehr verfügbar)</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><br>24.10.2017: Für die <a href="http://palaestina-solidaritaet.de/muenchen-di-24-10-buchvorstellung-die-antisemitenmacher/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Buchvorstellung DIE ANTISEMITENMACHER</a> mit Abraham Melzer wurde eine Raumabsage erteilt<br>29.09.2017: <a href="https://bds-kampagne.de/9832/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gericht: Gasteig muß Vortrag von Judith Bernstein zulassen</a><br>25.09.2017: <a href="https://bds-kampagne.de/eine-juedin-soll-im-gasteig-nicht-ueber-israel-sprechen-duerfen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Eine Jüdin soll im Gasteig nicht über Israel sprechen dürfen</a></li>
</ul>



<ol class="wp-block-list">
<li>
<ol start="7" class="wp-block-list">
<li>2017: Antrag des SPD- und CDU-Fraktion im Münchner Stadtrat:<br><a href="https://risi.muenchen.de/risi/dokument/v/4717917" target="_blank" rel="noreferrer noopener">“Gegen jeden Antisemitismus! –Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischen BDS-Bewegung (boycott, divestment and sanctions)”</a></li>
</ol>
</li>
</ol>

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<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/brief-des-bds-national-committee-bnc-an-den-stadtrat-von-muenchen-2/">Brief des BDS National Committee (BNC) an den Stadtrat von München</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine neue Antisemitismus-Nichtdefinition</title>
		<link>https://bds-kampagne.de/eine-neue-antisemitismus-nichtdefinition/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Doris]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Sep 2017 21:59:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[IHRA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://bds-kampagne.de/?p=9870</guid>

					<description><![CDATA[<p>Über das Scheitern, den Antisemitismus zu definieren. von Norman Paech Die Bundesregierung hat dem Druck, den Freunden der israelischen Regierung</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://bds-kampagne.de/eine-neue-antisemitismus-nichtdefinition/">Eine neue Antisemitismus-Nichtdefinition</a> erschien zuerst auf <a href="https://bds-kampagne.de">BDS-Kampagne</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="fb-root"></div>
<h3>Über das Scheitern, den Antisemitismus zu definieren.</h3>
<p>von Norman Paech</p>
<header class="header-normal">
<div class="header-content">
<div class="article-teaser">
<p>Die Bundesregierung hat dem Druck, den Freunden der israelischen Regierung beizustehen, um die Kritik an der israelischen Politik noch wirksamer bekämpfen zu können, nachgegeben. Eine verbindliche Definition des Antisemitismus sollte diese Keule noch schlagkräftiger gegen die verbreitete und immer schärfere Kritik einsetzbar machen. Nun ist sie da.</p>
<p>Die Regierung hat sich dabei auf Arbeiten der Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken (IHRA), eine 1998 gegründete zwischenstaatliche Institution mit Sitz in Berlin, gestützt. Die Definition ist im Mai 2016 von den 31 Mitgliedsstaaten der IHRA verabschiedet worden. Israel, Großbritannien, Österreich und Rumänien haben sie bereits übernommen. Doch was bringt sie? Wie die ZEIT berichtet, empfiehlt die Bundesregierung, die Definition zB. in Schulen und in der Ausbildung von Justiz und Polizei zu verwenden. Damit soll die Jugend frühzeitig gegen Kritik an israelischer Politik immunisiert werden, und vor allem sollen die Gerichte einen Leitfaden erhalten, um bestimmte Straftaten einheitlich als antisemitisch einzuordnen.</p>
<p>Schauen wir uns allerdings die Definition genauer an, kommen Zweifel, ob sie das wird leisten können. Der erste Satz lautet: &#8222;Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann.“ Kann? Die „Wahrnehmung“ muss sich also gar nicht als „Hass gegenüber Juden“ ausdrücken. Antisemitismus ist also einfach „eine bestimmte Wahrnehmung“, gleichgültig, ob sich in ihr Hass gegenüber Juden ausdrückt oder nicht. Doch welche „bestimmte Wahrnehmung“ ist es dann? Der zweite Satz der Definition gibt darüber aber keinen Aufschluss: „Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.&#8220; Statt Schulen, Justiz und Polizei nun darüber aufzuklären, was Antisemitismus wirklich ist, gibt sie ihnen ein weiteres Rätsel auf. Denn Antisemitismus kann sich auch „gegen nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum“ wenden. Wie das? Kann damit die Kritik an der Bundeskanzlerin, den beiden christlichen Kirchen oder der Bundesbahn auch antisemitisch sein? Oder folgt die Regierung damit der verklemmten „Logik“ der „Anti-Deutschen“, die die Kritik am Finanzkapitalismus als antisemitisch einstufen, da der Jude historisch immer mit dem Finanzsystem identifiziert werde? Diese „Definition“ lässt den Suchenden verwirrter zurück als vor ihrer Lektüre.</p>
<p>Einen Hinweis zur Auflösung dieser Rätsel vermag eventuell der Zusatz zu der Definition geben, dass „auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein kann“. Darauf zielt auch der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, der den Beschluss der Bundesregierung mit dem Satz begrüßte: &#8222;Antisemitismus im Gewand vermeintlicher Israelkritik gilt es ebenso zu bekämpfen wie die alten Vorurteile gegenüber Juden&#8220;. Das ist offensichtlich des Pudels Kern. Der weitere Hinweis der Regierung, dass eine israelische Entscheidung „kritisiert werden (darf), wenn sie kritisiert wird, wie eine Entscheidung in Polen, Amerika oder China“, kann die Kritiker allerdings nicht glücklich machen. Denn eine Kritik à la Böhmermann an Erdogan würde gegenüber Netanjahu ohne wenn und aber als antisemitische Verleumdung geahndet werden. Nein, es geht um die Illegalisierung der Kritik an der israelischen Besatzungspolitik in öffentlichen Auftritten und Veranstaltungen &#8211; hier muss das Grundrecht auf freie Rede seine Grenzen haben. Denn die bisherigen Versuche, private oder öffentliche Institutionen zur Kündigung ihrer Säle für derartige Veranstaltungen zu bewegen, scheiterten mehrfach vor Gericht. Aber es bestehen erhebliche Zweifel, ob diese Begriffserklärung jetzt helfen wird.</p>
<p>Nehmen wir die Bundesregierung beim Wort ihrer Erklärung, so hat sie sich listig aus der Affäre gezogen. Beiden Ministern, die die Erklärung der Öffentlichkeit vorstellten, Sigmar Gabriel und Thomas de Maizière, war gewiss noch in Erinnerung, dass Gabriel im März 2012 nach einem Besuch Hebrons die israelische Regierung hart anfasste und auf Facebook seinen Eindruck teilte:</p>
<p><em>„Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.“</em></p>
<p>Für dieses Urteil, das viele im politischen Berlin teilen, aber nicht öffentlich verkünden, gibt es gute Gründe. Für den Zentralrat muss es jedoch purer Antisemitismus gewesen sein, den kein einfacher Abgeordneter politisch überlebt hätte. Diesen Eklat im Hinterkopf musste die Definition so inhaltslos, beliebig und nichtssagend ausfallen, dass sie jeden und niemand dingfest machen kann und auf keinen Fall justiziabel ist. Das ist ihr gelungen.</p>
<p>Abgesehen davon, dass diese Erklärung auch für die staatstreueste Justiz nicht bindend ist &#8211; sie ist ein Regierungsbeschluss, kein Gesetz -, ist sie so unbestimmt und widersprüchlich, dass sich jeder seinen eigenen Antisemitismus-Reim darauf machen kann. So kann sich jeder dem Unsinn der israelischen Regierung anschließen, dass die UNO- Generalversammlung und insbesondere der Menschenrechtsausschuss wegen ihrer kritischen Resolutionen antisemitisch seien. Er kann das aber auch als offensichtlich abwegig ablehnen. Der Vorwurf „Apartheid-Regime“ kann nach dieser Definition ebenso gut als „Angriff auf den Staat Israel als jüdisches Kollektiv“ gewertet werden, wie der nachweisbare Befund, dass es sich bei den Siedlungen in den besetzten Gebieten um einen völkerrechtswidrigen Siedlerkolonialismus handelt. Dazu bedarf es allerdings nicht dieser Regierungserklärung, die wiederum nicht fordert, derartige „Israelkritik“ als antisemitisch zu bezeichnen.</p>
<p>Dass Antisemitismus ein Rassismus ist, wird jeder unterschreiben. Das wäre zwar eine präzise, jedoch zu enge Definition, um „Israelkritik“ darunter zu fassen. Sie musste also weiter, unbestimmter und ohne genaue Konturen gefasst werden. Dass Zionismus eine Form des Rassismus ist, bildete zwar 1975 den Gegenstand der Resolution 3379 der UN-Generalversammlung und ist auch wissenschaftlich begründbar. Die Resolution war politisch jedoch nicht haltbar. Mit dem Untergang der Sowjetunion stimmte Boris Jelzin in seinem ersten Jahr der Präsidentschaft 1991 der Rücknahme der Resolution zu, die im Dezember 1991 erfolgte.</p>
<p>Wir bewegen uns hier also auf glattem politischem Parkett mit der Gefahr, bei jedem Schritt auszurutschen. Eine wissenschaftliche Definition würde dem politischen Ziel, die Kritik an der israelischen Politik zu unterbinden, nicht dienen. Es musste also eine politische multiflexible Formel her, von der der Zentralrat und all die verbissenen Parteigänger der israelischen Besatzungspolitik enttäuscht sein müssen, wenn sie sie einmal genauer gelesen haben.</p>
<p>Quelle:<a href="https://www.rubikon.news/artikel/eine-neue-antisemitismus-nichtdefinition" target="_blank" rel="noopener"> Norman Paech &#8211; Rubikon 28. September 2017</a></p>
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