BNC-Blog

Zehn Fakten, die ihr über die palästinensische Nakba wissen solltet

15.Mai 2023 / Palestinian BDS National Committee (BNC)

Heute, am 15. Mai, begehen wir den 75. Jahrestag der palästinensischen Nakba (Katastrophe), bei der zwischen 750.000 und 1.000.000 indigene Palästinenser*innen von zionistischen Milizen und später von der israelischen Armee aus ihren Häusern vertrieben und ethnischen Säuberungen unterworfen wurden, um den Staat Israel als jüdisch dominierte Siedlerkolonie zu gründen.

Apartheid-Israels koloniale Gewalt und nackte Aggression haben nie aufgehört. Aber auch die palästinensische Widerstandsfähigkeit und Sumud (Standhaftigkeit) haben nicht nachgelassen. In Gaza, Jenin, Beita, Masafer Yatta, im Jordantal, in Sheikh Jarrah, Silwan, im Naqab und im gesamten historischen Palästina stehen die Palästinenser*innen vereint gegen Israels Regime des Siedlerkolonialismus und der Apartheid.

Mit dem Aufstieg der offen rassistischen rechtsextremen Regierung in Israel sind die Palästinenser*innen erneut und verstärkt ethnischen Säuberungen und Siedlungsbau, Land- und Wasserraub, wiederholten Massakern im belagerten Gazastreifen, Massenverhaftungen und Bewegungseinschränkungen ausgesetzt. In diesem Jahr haben Israels Besatzungstruppen und illegale Siedler*innen über 150 Palästinenser*innen ermordet, darunter 26 Kinder – und wir haben erst Mai.

Und dennoch erheben wir uns! Wir werden den Kampf für unsere Befreiung, für unsere unveräußerlichen Rechte, einschließlich unseres Rechts auf Selbstbestimmung und des Rechts der Flüchtlinge auf Rückkehr in ihre Heimat, fortsetzen. Wir marschieren weiter auf dem Weg zu Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit und Würde!

Hier sind 10 Fakten, die ihr über die palästinensische Nakba wissen solltet:

  1. Zwischen 1947 und 1949 zwangen Israel und vorstaatliche zionistische Milizen zwischen 750.000 und 1.000.000 einheimische Palästinenser*innen ins Exil und machten sie zu Flüchtlingen.

  2. Heute gibt es rund 8 Millionen palästinensische Flüchtlinge im besetzten palästinensischen Gebiet und den benachbarten arabischen Ländern wie Libanon, Jordanien und Syrien. Apartheid-Israel verweigert ihnen bis heute das von der UNO anerkannte Recht auf Rückkehr in ihre Häuser, zu ihrem Land und ihrem sonstigen Besitz, einfach weil sie keine Juden / Jüdinnen sind.

  3. Die ethnische Säuberung während der Nakba war eine bewusste, geplante und systematische Kampagne, die durchgeführt wurde, um das zu schaffen, was Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch, Al-Haq und B’Tselem als “jüdische Vorherrschaft” im historischen Palästina bezeichnen, das vor 1948 mehrheitlich von palästinensischen Araber*innen bevölkert war.

  4. Entgegen der zionistischen Mythologie begannen vorstaatliche zionistischen Milizen mit der ethnischen Säuberung palästinensischer Städte und Dörfer bereits Monate vor der Gründung des Staates Israel. Das Massaker und die Entvölkerung des palästinensischen Dorfes Deir Yasin beispielsweise fand am 9. April 1948 statt.

  5. Etwa 150.000 Palästinenser*innen verblieben innerhalb der Grenzen Israels, die 1948 festgelegt wurden, viele von ihnen als Binnenvertriebene. Sie erhielten die israelische Staatsbürgerschaft, lebten aber jahrelang unter Militärherrschaft. Bis heute leben die palästinensischen Bürger*innen Israels als Bürger*innen zweiter Klasse in ihrer eigenen Heimat und sind einem Apartheidsystem unterworfen, das in Dutzenden von rassistischen Gesetzen verankert ist, die sie diskriminieren.

  6. Während der Nakba zerstörten zionistische Milizen und später israelische Streitkräfte systematisch etwa 530 palästinensische Städte und Dörfer, um die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge aus dem Exil zu verhindern. Viele Häuser, die nicht zerstört waren, wurden mit jüdisch-israelischen Kolonisator*innen neu besiedelt.

  7. Der Jüdische Nationalfonds (JNF), eine offen rassistische Säule des zionistischen Siedlerkolonialprojekts in Palästina, erwarb zwischen 1949 und 1953 etwa 78 Prozent seines Landbesitzes vom israelischen Staat, darunter viel landwirtschaftliches Land von palästinensischen Flüchtlingen, die durch die ethnische Säuberung ihres Grund und Bodens beraubt wurden. Ihr Land wurde vom Staat beschlagnahmt und als “abwesendes Eigentum” bezeichnet. Der JNF betrachtet dieses gestohlene palästinensische Land als “das ewige Eigentum des jüdischen Volkes“.

  8. Die Nakba endete nicht 1948, sondern setzt sich bis heute fort in Form von Apartheid-Israels anhaltender ethnischer Säuberung palästinensischer Gemeinschaften, des Diebstahls palästinensischen Landes für jüdisch-israelische Siedlungen im besetzten palästinensischen Gebiet sowie innerhalb des heutigen Israel, der Zerstörung palästinensischer Häuser und landwirtschaftlicher Nutzflächen, des Entzugs des Aufenthaltsrechts, der Vertreibung, der Bevölkerungspolitik und regelmäßiger Massaker.

  9. Israel versucht derzeit, die größte ethnische Massensäuberung seit 1968 durchzuführen, die sich gegen rund 1 300 Palästinenser*innen richtet, die in acht Dörfern im Gebiet von Masafer Yatta südlich von Hebron leben. Viele der Palästinenser*innen in Masafer Yatta sind bereits vor den israelischen Massakern im Naqab geflohen, die von israelischen Streitkräften während und nach der Nakba begangen wurden. Was jetzt in Masafer Yatta geschieht, ist ein Paradebeispiel für die andauernde Nakba. Sie wiederholt sich auch heute noch im Naqab, in Jerusalem, dem Jordantal und dem gesamten Gebiet unter israelischer Kontrolle. Einheimische Palästinenser*innen werden durch staatlich geförderte Gewalt von israelischen Streitkräften, israelischer Polizei und bewaffneten, faschistischen israelischen Siedler*innen aus ihren Häusern vertrieben.

  10. Israel hat ein Gesetz, das es Palästinenser*innen, die Bürger*innen zweiter Klasse sind, verbietet, am 15. Mai der Nakba zu gedenken. Das hält die Palästinenser*innen jedoch nicht davon ab, sich zu erinnern und auf ihrem Recht auf Rückkehr in ihr angestammtes Land zu bestehen.

Gedenkt der Nakba, wo auch immer ihr seid, gebt die Geschichten über die Nakba, die von Palästinenser*innen erzählt werden, weiter und beteiligt euch an BDS-Kampagnen, dem wirksamsten Mittel zur Unterstützung unseres Kampfes für unsere international anerkannten Rechte, einschließlich des Rechts auf Rückkehr der Flüchtlinge.

Ten Facts You Need To Know About The Palestinian Nakba
Übersetzung Redaktion BDS-Kampagne.de